Sieger über den Tod

Jesus und die Tränen

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Sie hat ihren Sohn verloren, ihren einzigen. Und das ist nicht der erste Schicksalsschlag: Sie ist Witwe. Die Menschen im Dorf empfinden tiefes Mitgefühl mit ihr. Und wie reagiert Jesus?

Jesus war nicht da, als der Junge erkrankte und starb. Auf seinen Predigttouren durch Galiläa kommt er nach Nain in dem Augenblick, da der Trauerzug aus dem Ort herauskommt. Nain liegt in der Ebene Jesreel zwei Wegstunden von Nazareth. Viele Einwohner begleiten die weinende Mutter, die nach dem Mann nun ihren Sohn verloren hat. Wer kann ihren Schmerz ermessen – und wer wird künftig für sie sorgen? Ein tieftrauriger Tag ohne Lichtblick.

Was tun?

Jesus erfährt, wer da zu Grabe getragen wird. Er sieht die Tränen. Jeder andere wäre hilflos, könnte nichts mehr tun als sich dem Zug anschliessen. Jesus, seiner Mutter eng verbunden, empfindet ein tiefes Mitleid. Es trägt zu dem Willen bei, den Leichenzug zu – stoppen. Zuerst wendet er sich an die Witwe. «Weine nicht!» sagt er der verhärmten Frau. Wie soll sie das tun?

Befehl an den Toten

Jesus tritt zur Bahre. Die Träger halten an. Er berührt den Toten. Nach jüdischem Glauben macht er sich unrein. Was will er mit der Leiche? Er spricht sie an! Im Befehlston sagt er: «Junger Mann, ich sage dir: Steh auf!» (Die Bibel, Lukas, Kapitel 7, Vers 14).

Gottes Hand

Der Tote… richtet sich auf! Er beginnt zu reden! Wie ist das möglich? Jesus nimmt ihn bei der Hand und gibt ihn seiner Mutter zurück. Die Leute sind unter Schock. Das muss ein Werk Gottes sein. Wer sonst könnte Tote ins Leben zurückbringen? «Gott hat sich seines Volks angenommen!» rufen die einen, nachdem sie ihre Worte wieder gefunden haben. «Wir haben einen grossen Propheten unter uns», sagen die andern. Die Nachricht verbreitet sich in der ganzen Gegend.

Zeichen für Gottes Kraft

Was bedeutet der Bericht? Da tut Jesus zwar etwas Ungeheures. Doch in seiner Lebenszeit und sogar während er als Heiler durchs Land zieht, sterben Menschen zu Hunderten und Tausenden – er holt sie nicht zurück ins Leben. Diesen einen jungen Mann weckt er auf, von Mitleid bewegt. Damit stellt er zeichenhaft Gottes Kraft unter Beweis: Gott, der alle Lebewesen geschaffen hat, ist stärker als der Tod. Jesus handelt als Gottes Bevollmächtigter und signalisiert mit diesem Befehl an die Leiche, dass Gott den Tod überwinden wird.

Sieg über den Tod

Tränen gehen Jesus nahe. Und er handelt. Das Wunder weist hin auf etwas Grösseres: Jesus selbst kehrt nach seinem Tod nicht ins Leben zurück, sondern bricht durch zum ewigen, unzerstörbaren Leben. Dies geschieht in dem Moment, da er von Gott auferweckt wird, am dritten Tag nach seiner Hinrichtung. Seit diesem Moment sind Tod, Trauer und Trennungsschmerz nicht mehr das Letzte. Jesus hat den Tod selbst überwunden – und er teilt sein ewiges Leben mit Menschen, die sich ihm anschliessen.

Jesus mehr zutrauen

Wir sind alle eingeladen, uns an Jesus zu halten, uns ihm anzuschliessen. Das heisst: ihm zutrauen, dass er durch sein ewiges Leben stärker ist als alles Zerstörerische – schon heute und morgen. Und zudem können wir hoffen und daraufhin leben, dass er mit den Mächten des Todes einmal definitiv aufräumen wird. Dann werden auch Leid und Trauer ans Ende kommen. Berührend und tröstlich ist das Versprechen im Buch der Offenbarung (21,4) fürs Ende der Zeit: «Abwischen wird Gott jede Träne von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, und kein Leid, kein Geschrei wird mehr sein.»

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Autor: Peter Schmid
Quelle: Jesus.ch

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