Auf der Schwelle

Jesus und der Schlüssel zum Leben

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Wer die richtigen Fragen stellt, kommt weiter. An der Schwelle zum Neuen Jahr schieben sich tiefer gehende Fragen ins Bewusstsein: Wohin will ich eigentlich? Jesus weicht der Frage nach dem Ziel nicht aus.

Statt 11 schreiben wir bald 12. Wir haben wieder ein ganzes Jahr verlebt. Es kommt nicht wieder, das Rad lässt sich nicht zurückdrehen. Wohin gelangen wir mit der Zeit? Bestimmt näher ans Ende. Das Ende dieses irdischen Lebens, sagen die Religionen. Denn mit dem Tod ist nicht alles aus.

Erbe, nicht Karma

Das weiss auch der Mann, der Jesus auf die Probe stellt. Er testet ihn mit der zentralen Frage: «Was muss ich tun, damit ich ewiges Leben erbe?» (Die Bibel, Lukas 10, Vers 25). Das Wort «erben» drückt aus, dass es nicht verdient werden kann, das Leben nach dem Tod. Es ist auch nicht Karma, das unabwendbare Resultat dessen, was wir hier leisten und verschulden. «Erben» heisst: Ewiges Leben wird geschenkt – nicht durch blinden Zufall oder durch eine Lotterie, sondern aufgrund der Beziehung zu dem, der es in der Hand hat.

«Was muss ich tun?» Der Mann setzt mit der Frage drei Dinge voraus, die in unserer Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich sind: a) es gibt Gott, b) es gibt ewiges Leben bei ihm, c) ewiges Leben kann als Erbe erlangt werden.

Was tun?

Was antworten auf diese einfache und ungeheuer weitreichende Frage? Jesus schöpft nicht aus dem Repertoire des 21. Jahrhunderts, er sagt nicht: «Vertrau auf deine Intuition.» Oder: «Löse Blockaden und tauch ein in die Harmonie der kosmischen Energiefelder.» Oder: «Lebe jeden Tag so intensiv, als wäre es der letzte.» Oder: «Suche Freunde, aber bau vor allem auf deine Stärken.» Oder: «Lebe deinen Traum.» Oder: «Der Weg ist das Ziel.» Oder: «Frag mich etwas für heute und morgen.»

Gebote für die Identität

Jesus antwortet, allerdings nicht direkt. Er spielt die Frage zurück: «Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du da?» Darin zeigt sich: Jesus ist wie sein Gegenüber ein Israelit. Der Mann, der vor ihm steht, ist selbst ein Lehrer des Gesetzes, das Gott einst durch Mose den Israeliten gab. Gott hat mit seinen Geboten (die Zehn Gebote und weitere Weisungen fürs alltägliche Leben, den Gottesdienst und die Feste) den Israeliten als Volk den Weg gewiesen. Alles gründet auf diesem Gesetz; ohne es hätten die Israeliten keine Identität.

Es geht um die Liebe

Der Mann ist um eine Antwort nicht verlegen. «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit all deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand, und deinen Nächsten wie dich selbst» (Lukas 10, 27). An diesem Doppel-Zitat aus dem Gesetz (5. Mose 6,5 und 3. Mose 19,18) sticht zuerst ins Auge: Es geht um Liebe. Gott hat mit dem Gesetz nicht eine Plackerei oder Sklaverei beabsichtigt; er will, dass das ganze Leben von Liebe motiviert sein soll. Zudem ist klar: Überragend wichtig ist die Liebe zu Gott. Es geht auch darum, die Mitmenschen und uns selbst zu lieben – aber wir sollen unser Bestreben zuerst darauf richten, Gott zu lieben, der uns geschaffen hat.

Motivierende Perspektive

Jesus lässt die Antwort gelten. «Recht hast du; tu das, und du wirst leben.» So einfach ist das. So einfach? Die meisten Menschen heute würden sagen: Liebe ist der Schlüssel zum Glück in diesem Leben. Jesus und sein Gesprächspartner sind sich darüber hinaus einig: Ewiges Leben kann in Sicht kommen, wenn wir zuerst den einen Gott ganz, mit aller Kraft, lieben. – Ein Schlüssel, eine wahrhaft motivierende Perspektive fürs Neue Jahr 2012.

Buch zum Thema:
Das 3:16-Versprechen


Autor: Peter Schmid
Quelle: Jesus.ch

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