Worte des Lebens

Jesus und das Motiv

«Gut ist, was mir nützt. Und so bin ich gut, wenn es mich weiterbringt!» Manche Zeitgenossen motivieren sich mit Eigennutz zur Solidarität. Auch wenn sie sich grosszügig geben, denken sie ans eigene Wohl und Fortkommen. Jesus wirft dieses Kalkulieren über den Haufen.

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Durch kühles Kalkulieren den Gewinn abschätzen.
Von klein auf lernt man, dass Wohlverhalten sich lohnt. Denen, die uns ihrerseits weiter helfen können, stehen wir eher bei. Ohne weiteres schleicht sich Berechnung in Beziehungen ein, nach dem Muster: Wenn ich dir jetzt einen Gefallen tue oder gar aus der Patsche helfe, erwarte ich Ähnliches. Neudeutsch geht es darum, eine win-win-Situation zu schaffen. Allseitiger Nutzen ist ein starker Kitt.

Warum Gott Gutes tut

Jesus ist auch für win-win. Doch verweigert er sich dem berechnenden Denken. Denn Gott ist anders. Gott ist nicht gut, weil er punkten will. Er ist gut, weil er gut ist. Er liebt, weil er Liebe ist. Grosszügig ist er nicht, um als Gönner aufzutrumpfen. Er ist es, weil es in seiner Natur liegt, sich zu verschenken. Jesus steht dieser Grundzug Gottes ständig vor Augen. Er drückt ihn in seinem Verhalten aus.

Nicht die Freunde

Zwischendurch ruft Jesus zu Grosszügigkeit auf, auch wenn es politisch nicht korrekt ist. Ein populärer Prediger, sollte er sich erkenntlich zeigen, wenn man ihn zum Festessen in gehobener Gesellschaft einlädt. Der Gastgeber rechnet mit einer gediegenen Lobrede, zumindest einem Kompliment. Jesus hat etwas anderes im Sinn. Er sagt zu ihm: «Wenn du ein Mittagessen oder ein Abendessen gibst, so lade weder deine Freunde noch deine Brüder noch deine Verwandten noch reiche Nachbarn ein, damit sie nicht Gegenrecht halten und dich ihrerseits wieder einladen. Nein, wenn du ein Gastmahl gibst, dann lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein» (Die Bibel, Lukas, Kapitel 14, Verse 12 bis 13).

Wenn die Gerechten auferstehen

Ein origineller Typ mag Jesus sein und eigene Gedanken haben. Aber mit welchem Recht zieht er die Grosszügigkeit seines Gastgebers in Zweifel? Bemerkenswert ist dabei, dass er ihn nicht einfach wie ein Moralapostel abkanzelt. Er blickt weit über heute und morgen hinaus. Die Armen verdienen die Einladung gerade darum, weil sie «nichts haben, es dir zu vergelten». Wer sich jenen zuwendet, die ihm dafür nichts geben können, dem kommt dies zugut – aber nicht morgen und übermorgen, sondern, so fügt Jesus an, «in der Auferstehung der Gerechten».

Nutzen jetzt – oder Lohn in Zukunft?

Die Pharisäer erwarten diese Auferstehung am Ende der Welt. Sie sind überzeugt, dass Gott sie dann für ihre Frömmigkeit belohnen wird. Doch wäre ihr Kern schon heute, denen wohlzutun, die materiell nichts zurückgeben können.

Auch uns stellt Jesus die Frage nach dem Motiv für die gute Tat: Nutzen jetzt – oder Lohn bei der Auferstehung, von dem Gerechten, der alle Dinge sieht?
 


Autor: Peter Schmid
Quelle: Jesus.ch

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