Jesus – mehr als ein Star

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Aus dem Musical "Jesus Christ Superstar"
Coole Typen gehören heute einfach dazu. Sie scheinen allgegenwärtig, protzen auf Plakatwänden, strahlen im Fernsehen oder im Radio.

Manche dieser "Stars" bringen es fertig, eine fast magische Verbindung zu den breiten Massen aufzubauen. Als der englische Fussballstar David Beckham kurz vor der Weltmeisterschaft eine Verletzung erlitt, sorgte sich eine ganze Nation. Sogar das Königshaus erkundigte sich nach seinem Wohlbefinden. Eine englische Tageszeitung ging so weit, dass sie ein Bild vom verletzten Fuss auf die Titelseite setzte und alle Leser aufforderte, die Hände auf das Bild zu legen und Gott um Heilung anzuflehen.


Vergänglicher Rummel

Teenager haben ihre Stars, Erwachsene haben sie auch in der einen oder anderen Form. Image ist wichtig, PR-Manager formen und prägen diese Typen, damit sie dann auch im rechten Licht gesehen werden. Zugleich versuchen kritische Zeitgenossen, diese Promis zu hinterfragen in der Hoffnung, hinter all dem Licht auch Schatten zu entdecken.

Man könnte meinen, dass wir uns an das Kommen und Gehen dieser tollen Typen gewöhnt haben. Nur wenige schaffen es, sich über lange Zeit zu halten. Einer dieser wenigen ist mit Sicherheit Jesus von Nazareth.

Ein Mann, der Gutes tat, in einfachen aber einprägsamen Bildern lehrte, einer, der jeden verstand und half, wo er nur konnte – kurzum: ein toller Typ. Heute bilden die Anhänger dieses Jesus Christus eine Gemeinschaft, die die Welt umspannt.

Hingerissene Massen

Doch oft hat man den Eindruck, dass ihm letztlich nur eine kleine Schar von Jüngern die Treue hielt. Als er in Jerusalem verhört wurde, war das so. Aber es gab auch Zeiten im Leben Jesu, wo er eine gewaltige Anziehungskraft auf die Volksmassen hatte. Gänzlich ohne Unterstützung irgendwelcher Massenmedien hatte es sich zu jenen Zeiten herumgesprochen, wie dieser Jesus war. Viele liessen alles stehen, um ihn zu sehen und zu hören.

Wenn er redete, versammelten sich Hunderte. Da kam am Ende eines Tages der Zeitpunkt, wo alle mächtig Hunger hatten. Trotzdem blieben sie, wollten nicht gehen. Seine engsten Freunde, die Jünger, traten an ihn heran: "Wir haben nichts, Jesus. Wir können die Leute nicht versorgen." Bei einer hastigen Suche wurden fünf Brote und zwei Fische gefunden. Jesus nahm diese lächerliche Menge, betete zum Vater, brach das Brot – und liess es dann massenhaft verteilen. Das Wunder geschah: Jeder wurde satt. Am Ende wurde gar noch Brot eingesammelt – zwölf übrig gebliebene Körbe.

Wundertäter als König!

Beeindruckend! Die Leute waren von diesem Jesus so angetan, dass sie ihn kurzentschlossen zum König krönen wollten: Nichts Besseres kann einem doch geschehen als so eine Person an höchster Stelle zu haben. Dann wird er uns immer genau das geben, was wir brauchen…

Die Stimmung war ausgelassen. Die Menge war begeistert, forderte mit einer Stimme. Und Jesus? Er spürte die hoffnungsvolle Begeisterung – und zog sich zurück, entzog sich der Menge, verschwand in der Dämmerung.

Der Kirchenvater Augstinus hat einmal gesagt: „Meist wird Jesus nicht um seiner selbst willen gesucht. Normalerweise erhofft man sich etwas Anderes von ihm.“ Genau das schien hier der Fall zu sein. Jesus spürte, dass es hier nicht um ihn ging – es ging um das, was man sich von ihm erhoffte.

Die Stars unserer Zeit werden wohl auch aus diesem Grund angehimmelt. Vom Fussballer erwarten wir, dass er Tore schiesst. Vorbilder sind Inspiration – sie verkörpern Träume und Wünsche, die ich für mich selbst hege, obgleich ich eigentlich weiss, dass ich diese Ziele nie erreichen werde. Aber so kann das wenigstens jemand stellvertretend für mich tun. Ja, und ich bin irgendwie miteingebunden, mitgerissen in seinem Erfolg oder dem Erfolg der Mannschaft.

Jesus zog sich zurück. Am nächsten Tag kam es zu einer erneuten Begegnung mit der Volksmenge, die noch immer voller Begeisterung war. Jesus klärte sie auf, wozu er da war: "Eurer Wunsch ist Brot für den Bauch – ich aber bin das Brot des Lebens." Damit wollte er deutlich machen, dass er nicht einfach benützt werden kann, um bestimmte Lebensbereiche abzudecken. Er ist vielmehr das Brot des Lebens! Darin steckt die Zusage, dass er selber Leben schenkt, eine Art Leben, die weit über die Dimension der Nahrung für den Körper hinausgeht.

Datum: 04.02.2003
Autor: Bruno Graber
Quelle: Jesus.ch

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