Wo gibt es Mittagessen umsonst?

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Richard Varder erzählte gern von einem eifrigen Traktatverteiler, der stillschweigend den Glauben besass, der Herr werde so lange für sein Auskommen sorgen, wie er Gottes Willen tat. Er stimmte mit Hudson Taylor überein: "Gottes Werk, auf Gottes Weise getan, wird nie der Hilfsquellen Gottes entbehren." Sein Glaube war einfach und kindlich.

Eines Tages, nachdem er stundenlang Traktate verteilt hatte, war er hungrig und müde, hatte jedoch leider kein Geld bei sich. Weil er glaubte, dass der Herr irgendwie für ihn sorgen würde, ging er in ein kleines Billigrestaurant und bestellte ein Essen. Sobald das Gericht vor ihm stand, neigte er den Kopf und schüttete leise, doch ohne Hast sein ganzes Herz voll Dankbarkeit vor Gott aus. Das war nicht eines dieser blossen Anstands-Tischgebete, bei denen die Christen nur ein paarmal nervös mit den Augendeckeln klappern.

Als er gegessen hatte, ging er zur Kasse, wo der Inhaber sass; diesem wollte er schlicht seine völlige Zahlungsunfähigkeit eingestehen. Doch bevor er ein Wort vorbringen konnte, sagte der Wirt: "Sehen Sie, mein Herr: Als ich dies Restaurant eröffnete, gelobte ich, dem ersten Menschen, der Gott für das Essen dankt, die Mahlzeit umsonst zu geben. Und Sie sind dieser Erste, darum brauchen Sie nichts zu bezahlen." 1

Diese Geschichte soll nun aber nicht als Freikarte verstanden werden, die uns anderen Christen allen zu einem kostenlosen Mittagessen verhilft. Dieser Mann stand im Dienst des Königs und war arm um des Königs willen. Der Herr leitete, ihn in diesem bestimmten Fall so zu handeln, und er hatte Glauben genug, der Herr werde für ihn sorgen. Nur wer wirklich in der völligen Abhängigkeit vom Herrn lebt, darf mit solchem wunderbaren Eingreifen des Herrn rechnen. Unter anderen Umständen hiesse das, Gott zu versuchen, und es geschieht einem solchen recht, wenn er zur Strafe Geschirr spülen muss.

Fortsetzung: Ein Bibelvers als Kennzeichen

5 Memorials of a Quiet Life: A Memoir of Richard F. Varder (Grand Rapids: Gospel Folio Press, 1934), Seite 119.


Autor: William Mac Donald
Quelle: Ein Gott der Wunder tut

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