War es ein Engel?

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Ned Meharg und Frank Haggerty kehrten von einem Evangelisationseinsatz in abgelegenen Gebieten Boliviens zurück. Am späten Nachmittag erreichten sie eine Stadt. Sie stellten ihr Zelt auf und gingen dann in den Ort, um etwas Essbares zu finden. Das Hotel in der Stadt hatte ein Restaurant; doch als sie hineingingen, sagte die Wirtin, sie hätten nichts zu essen. Sie wusste, dass die beiden evangélicos waren.

Daraufhin gingen sie zur Polizeistation und fragten den diensthabenden Beamten, ob er wüsste, wo es etwas zu essen gäbe. Er sagte: "Klar, im Restaurant des Hotels." Die Missionare erklärten ihm jedoch, sie seien schon dort gewesen und hätten nichts bekommen. Er sagte: "Kommt mit!" und brachte sie ins Restaurant zurück. Dann gab er der Wirtin den Auftrag, den beiden Fremden etwas zu essen zu bringen. Diesmal sagte sie: "Kommt in einer Dreiviertelstunde wieder."

Zurückgekehrt wurden ihnen Bratkartoffeln und gekochte Lunge vorgesetzt. Beide Männer waren sehr hungrig, als jedoch Frank die Lunge probiert hatte, mochte er sie nicht essen. So sagte Ned: "Gut, gib mir das Fleisch, dann gebe ich dir meine Kartoffeln."

Als Ned von den Lungen gekostet hatte, begann sein Magen sofort wie Feuer zu brennen. Er trank ein Glas Wasser nach dem anderen, doch die Schmerzen wurden immer heftiger. Die Wirtin hatte Rattengift ins Fleisch getan.

Sie mussten dann das Restaurant verlassen und ihren Zeltplatz aufsuchen. Neds Zustand verschlimmerte sich. Bevor er das Bewusstsein verlor, sagte er zu Frank: "Bitte schick meine Bibel zu meinem Vater nach Australien."

Während Frank sich ratlos fragte, was er tun sollte, trat ein hochgewachsener Mann dazu. "Dein Freund ist krank, nicht wahr?" redete er ihn an.

"Ja, ich glaube, er stirbt."
"Bleib nur ruhig hier. Ich bin gleich zurück."

Kurz darauf kam er mit einem Tonkrug voll Ziegenmilch zurück. "Lass deinen Freund das trinken", ordnete er an.

Frank protestierte, weil Ned ohnmächtig war.
"Das tut nichts zur Sache. Bring die Milch irgendwie in seinen Magen."

Nun leistete Frank der Aufforderung Folge, und nach einiger Zeit öffnete Ned die Augen.
Hocherfreut rief Frank: "Hier, Ned, trink soviel du kannst!"

Ned trank und trank und trank. Nach einer Weile fasste er sich auf den Leib und sagte: "Das Brennen ist vorbei."

Der grosse Mann verschwand, und Ned erholte sich. Am nächsten Morgen konnten sie ihre Missionsreise fortsetzen. Vorher aber legten sie für ihren "Freund" etwas Geld unter den Tontopf.

Monate später, als sie wieder in der Gegend zu tun hatten, wollten sie den grossen Mann aufsuchen, um sich zu bedanken. Als sie den Leuten am Ort von ihrem geheimnisvollen Besucher erzählten, antwortete man ihnen: "Hier gibt es keinen grossen Mann." Und als sie von dem Krug mit Ziegenmilch berichteten, sagten sie: "Ziegen gibt es hier auch nicht."

Ned und Frank teilten daraufhin einem Missionskollegen, Dr. Brown aus Neuseeland, die Geschichte mit. Der Arzt sagte ihnen: "Die Frau hat Weissen Phosphor ins Fleisch gemischt." Dann merkte er an: "Ziegenmilch ist bekannterweise das beste Gegenmittel gegen speziell dieses Gift."

Fortsetzung: Zur rechten Zeit am rechten Ort


Autor: William Mac Donald
Quelle: Ein Gott der Wunder tut

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