Ungewöhnliche Glaubensverkündigung

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Thomas Bilney (er lebte zur Zeit Martin Luthers, d. Ü.) war ein unscheinbarer Mensch. Er ging immer gern in die Kirche, in der Hugh Latimer predigte. Obwohl "Little Bilney" in den Augen der Menschen nicht viel bedeutete, so kannte er doch Gott und die Bibel und verfügte über ein beachtliches Mass geistlichen Unterscheidungsvermögens. Er mochte Latimer und schätzte ihn sehr, wenn er auch beim Zuhören feststellen musste, dass den Predigten etwas Wesentliches fehlte. Die Botschaften richteten sich an den Verstand und nicht an das Herz. Sie waren hochgelehrt; aber sie brachten kein Leben. Latimer war aufrichtig und ernst; aber er war nicht errettet. Bilney rief zu Gott, Er möge ihm einen Weg zu Latimers Herzen öffnen. Er wollte so gern das Werkzeug zu dessen Erleuchtung sein.

Die Möglichkeit dazu ergab sich einige Zeit später. Latimer stieg von der Kanzel und Bilney fragte Ihn: "Pater Latimer, darf ich bei Ihnen beichten?"

Natürlich erwartete Latimer ein Sündenbekenntnis. Doch stattdessen bekannte ihm Bilney seinen Glauben an Christus. Er erzählte ihm, wie er durch 1. Timotheus 1,15 Frieden gefunden habe: "Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin."
Latimer wurde "im Sturm erobert". Er war völlig überwältigt. Natürlich kannte auch er die schmerzende Unzufriedenheit, von der Bilney sprach. Seit Jahren verspürte er denselben unersättlichen Hunger, denselben unstillbaren Durst.

Zu Bilneys Erstaunen erhob sich Latimer und kniete dann neben ihm. Der Beichtvater suchte bei dem Büsser Hilfe! Bilney holte das heilige Buch aus seiner Tasche, das ihm soviel Trost und Freude bereitet hatte. Wie von selbst klappte es an der von Bilney immer wieder gelesenen Stelle auf: "Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin."

Das langersehnte Licht, das nirgends zu finden war, durchflutete nun Hugh Latimers Seele; und Bilney erlebte, wie ihm der leidenschaftliche Wunsch seines Herzens gewährt wurde. Und von dieser Stunde an lebten Bilney und Latimer nur noch dem Ziel, allen Menschen, ob arm oder reich, gross oder klein, die Augen für den unausforschlichen Reichtum Christi zu öffnen. 1

Dieser Hugh Latimer war der spätere Bischof, der wegen seines Glaubens an Christus auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, genauso wie sein Freund Bilney. Bereits auf dem Scheiterhaufen stehend, sagte Latimer zu seinem Leidensgenossen in diesem Martyrium Bischof Ridley: "Sei guten Mutes, Master Ridley … Heute werden wir in England ein Licht entzünden, das nie wieder ausgelöscht werden wird!"

Fortsetzung: Kurz und bündig

5 F. W. Boreham, A Bunch of Everlastings (London: The Epworth Press, 1926), Seite 60.


Autor: William Mac Donald
Quelle: Ein Gott der Wunder tut

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