Verloren und gefunden

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Greg gehörte zu dieser ruhelosen Generation, die es unbedingt von zu Hause fort zieht, weg vom bürgerlichen Leben und von der gewohnten Umgebung. So beschloss er, Toronto zu verlassen und sich nach Edmonton in der kanadischen Provinz Alberta durchzuschlagen. Er kannte dort niemanden; doch ein Freund hatte ihm die Adresse seines Vaters, eines Farmers in Red Deer, mitgegeben. Er hatte sich vorgenommen, irgendeine Arbeit im Freien zu suchen, viel Geld zu verdienen und dann nach Ontario zurückzukehren, womit dann alle seine Probleme gelöst wären.

Als er in Edmonton angekommen war, stahl ihm jemand seinen Koffer. Nun hatte er nichts mehr, als was er am Leibe trug. Er erkundigte sich nach der Landstrass e nach Red Deer und begann seinen Fussmarsch. Ein Farmer nahm ihn auf; dort arbeitete er für Unterkunft und Verpflegung. Zwei Wochen später jedoch war er wieder unterwegs in Richtung auf den Crowsnest-Pass. Als er so dahermarschierte, hielt ein Wagen mit zwei jungen Leuten an. Der Fahrer rief: "Willst du mitfahren? " Diesmal wollte Greg nicht als Anhalter reisen; aber der junge Mann nötigte ihn: "Los, steig schon ein, ich werde dich in die nächste Ortschaft bringen." Unterwegs fragte der Fahrer: "Hast du einen Schlafplatz?" Greg musste zugeben, dass er keinen hatte; so sagte der Junge: "Gut, sei heute Abend am Hotel, wir werden dich dann in unsere Waldhütte mitnehmen."

Wie versprochen, war er am Abend da und nahm Greg mit in die Hütte, wo er Gast der beiden jungen Männer war. Bevor die zwei zu Bett gingen, lasen sie in der Bibel. Greg fand das eigenartig; aber es störte ihn nicht sonderlich. Er gefiel sich darin, sich für weitherzig und tolerant zu halten, und hatte sich auch schon beiläufig mit östlicher Mystik, Transzendentaler Meditation und New Age-Philosophie beschäftigt.

Am Morgen ging Greg in die Stadt zurück, um Arbeit zu finden. Auf dem Weg zog er sich jedoch eine Erkältung zu. Er bekam keine Arbeit; so ging er zu der Hütte zurück, mit der Absicht, sein erbärmliches bisschen Hab und Gut zu holen, um sich wieder auf die Reise zu machen. Als er dort ankam, fühlte er sich aber sehr elend und musste zwei oder drei Tage mit einer Lungenentzündung das Bett hüten.

Dann und wann besuchte ihn ein freundlicher Mann namens Blair. Von diesem erfuhr er zum ersten Mal, dass er sich auf dem Gelände eines christlichen Freizeitlagers befand, welches Mr. Blair betreute. Als seine Kräfte zurückgekehrt waren, arbeitete Greg auf dem Freizeitgelände und dass zusammen mit Mr. und Mrs. Blair. Sie sprachen mit ihm über den Herrn, versuchten jedoch in keiner Weise, ihn zu einem Glaubensbekenntnis zu drängen. Nach einer Woche meinte er, es sei Zeit, weiterzuziehen; doch fühlte er sich sonderbar zum Bleiben genötigt. So fragte er den Leiter, ob er bleiben könnte, wenn er für Obdach und Verpflegung arbeiten würde. Man nahm sein Angebot an, und als die Freizeiten begannen, hörte er das Evangelium, wusste aber nicht, dass die Christen ernstlich für ihn beteten.

In der Nähe befand sich ein Motel, dessen Eigentümer Christen waren. Sie boten ihm eine Arbeit an, wodurch er weiterhin unter dem Wort Gottes verblieb. Allmählich geriet er in grosse innere Not. Er stellte Fragen wie: "Ist die Bibel wahr?" und "Ist Jesus wirklich Gott?" Die Gläubigen antworteten ihm so gut sie es vermochten. Sein Sündenbewusstsein wurde immer deutlicher. Nun versuchte er sich über das Pro und Kontra des Christwerdens Klarheit zu verschaffen. Das trieb ihn schliesslich dazu, Urlaub zu nehmen. Er hatte den Entschluss gefasst, nicht eher aus den Bergen zurückzukehren, bis er zu einem Ergebnis gekommen war. Aber er kam nie bis in die Berge. Kaum war er 100 Meter vom Motel entfernt an eine Wiese gelangt, warf er sich ins Gras und starrte in den Himmel. Dort wurde ihm plötzlich klar, dass er wirklich Christus und die von Ihm angebotene Vergebung nötig hatte. In einem schlichten Gebet tat er Busse und bat Christus, ihn zu retten. Er stand auf und fühlte, dass ihm eine grosse Last abgenommen war. Es war ihm, als würde er schweben.

Als er ins Motel zurückgekehrt war, bemerkten die Christen die Veränderung in seinem Gesicht. Die Kummerfalten waren weg, und er strahlte. Aber sie sagten nichts.

Zwei Tage später bekannte er seinen Glauben öffentlich in der Freizeit und verursachte einen Riesenjubel. Bald danach kehrte er nach Ontario zurück - ein neuer Mensch in Christus, dem es sehr daran lag, seiner Familie von seinem Heiland zu sagen.

Denk einmal an all die göttlichen "Zufälle"! Der Raub seines Koffers. Dann wurde er von Christen mitgenommen, die er gar nicht darum gebeten hatte. Daraufhin wurde er in die Hütte auf dem Freizeitlager gebracht, wo er wegen der Lungenentzündung bleiben musste. Auf diese Weise hörte er täglich das Evangelium. "Wie unausforschlich sind seine Gerichte, und unausspürbar seine Wege!"

Fortsetzung: Abdel – der Muslim


Autor: William Mac Donald
Quelle: Ein Gott der Wunder tut

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