Und es ist ... doch etwas!

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Aus nichts entsteht auch nichts, wie lange man dem auch Zeit geben will. Unser Denken muss also von anderen Voraussetzungen ausgehen, wenn es ernsthaft mit dem Anfang aller Dinge befassen will.

Wenn jemals absolut nichts gewesen wäre, dann wäre jetzt immer noch absolut nichts. Aber es existiert ja etwas – du zum Beispiel, der du jetzt hier vor dem Bildschirm sitzt und diese Zeilen liest. Von allem Anfang an muss also immer etwas existiert haben. Fragt sich nur, was genau. War es nur ein Etwas oder sogar mehrere? Wie muss man es sich vorstellen, ausgehend von dem, was man heute vorfindet?

Wie entsteht Neues?

Widmen wir uns zuerst dem quantitativen Aspekt dieser Frage. ( Wir waren von einem grossen stockdunklen und hermetisch abgeriegelten Raum ausgegangen. ). Sagen wir, dort drin wären nun 10 Tennisbälle. Soweit wir erinnern können, war das nie anders. Immer schon waren dort 10 Tennisbälle drin.

So, und nun warten wir ein ganzes Jahr ab. Was ist dann in diesem Raum? Richtig: Immer noch diese 10 Tennisbälle. Es gibt ja nichts ausser ihnen, auch keine grössere Macht. Ganz egal, wie lange man darauf warten will: 10 normale Tennisbälle können sich nicht einfach selber reproduzieren, geschweige denn etwas anderes hervorbringen. Wir könnten auch nur 6 oder gleich 1 Million Bälle nehmen – am Ende wären es immer noch gleich viele. Auf die Menge kommt es also nicht an, auch nicht am Anfang der Welt.

Hahn + Henne + Umfeld

Legen wir also die Tennisbälle beiseite und nehmen dafür ein Huhn. Wieder warten wir ein Jahr lang. Was finden wir dann in unserem Raum? Ein Huhn, genau. Aber wenn wir einen Hahn und eine Henne nehmen, dann haben wir nach einem Jahr einen ganzen Haufen Hühner.

Es kommt also doch auf die Menge an, jedenfalls wenn es mindestens 2 Dinge sind, die ein drittes hervorbringen können. Hahn + Henne = Küken. Bei 2 Sachen, die einander nicht reproduzieren, ist die Anzahl unbedeutend. Da entsteht nichts Drittes. Tennisball + Fussball = nichts.

Der quantitative Aspekt ist also weniger wichtig als der qualitative. Was aber hat es mit dem auf sich? Wie müsste dieses Etwas beschaffen sein, damit es andere Dinge hervorbringen kann? Gehen wir das Beispiel von unseren Hühnern noch einmal durch, aber ganz genau, denn es geht uns ja um Rückschlüsse auf den Anfang der Welt.

Also: Der Hahn und die Henne befinden sich an ganz verschiedenen Stellen in diesem Raum, verloren im Nichts. Werden Sie also Küken zeugen? Nein, denn ihnen fehlt dazu die passende Umgebung. Ausser ihnen beiden existiert ja nichts: keine Luft zum Atmen oder Fliegen, kein Boden zum Laufen und keinerlei Futter. Ihre Umgebung ist nach wie vor das reine Nichts.

Leben, aber bedingungslos

Die Sachen mit den Hühnern erübrigt sich damit also. Ohne minimale Bedingungen können sie nicht existieren oder sich gar reproduzieren. Wenn sie diese Bedingungen aber vorfinden, dann können neue Küken entstehen. Vielleicht könnten sie sich im Lauf der Zeit sogar – so absurd es klingen mag – in eine andere Hühnersorte verwandeln, Richtung Otter oder Giraffe oder so. Aber die Bedingungen dafür treffen wir in diesem Raum nicht an. Wir brauchen also etwas, das weder Luft noch Wasser, noch Nahrung benötigt. Das trifft aber auf kein Lebewesen dieser Welt zu. Somit fallen sie alle für unsere Überlegungen aus.

Was ist dann mit den unbelebten Dingen? Stimmt, die brauchen nichts weiter um sie herum. Aber dann wären wir wieder in derselben Zwickmühle wie mit den Tennisbällen: Lebloses kann sich nicht selber reproduzieren. Oder wenn wir die Tennisbälle mit 3 Trillionen Wasserstoff-Molekülen ersetzen? Dann passiert – nichts. Man kann warten, so lange man will: An der Tatsache von 3 Trillionen Wasserstoff-Molekülen wird sich nichts ändern.

Unendliche Kraft für kleinste Partikel

Ein Nebengedanke: Was braucht es überhaupt, bis Materie existiert? Schon mal ’was von einem Teilchenbeschleuniger gehört? Das sind Anlagen, mit denen man die Entstehung von Partikeln nachweisen will. In der Nähe von Genf z.B. gibt es einen kilometerlangen kreisförmigen Tunnel, in dem Atome in Höchstgeschwindigkeit herumflitzen. Wenn sie aufeinanderprallen, entstehen andere kleine Teilchen. So viel Aufwand nur schon für die allerkleinsten Stückchen Materie!

Was bedeutet das nun für unsere Argumentation? Dass unser Beispiel mit den Tennisbällen gar nicht so einfach ist wie es vielleicht aussieht. Nur unter allergrösstem Energieaufwand könnte ein Tennisball produziert werden. Aber auch dafür bräuchte es irgendwelche Ausgangsstoffe. Was wir hingegen haben, ist nach wie vor – nichts, einen ganzen Raum voller Nichts.

Erschaffung aus sich selbst

Das sehen wir nun wieder. Jenes Etwas ganz am Anfang muss also ohne irgendetwas anderem existieren können. Von nichts darf es auch nur annähernd abhängig sein, auch von keiner besonderen Umgebung. Zweitens muss es etwas ins Dasein rufen können, das anders ist als es selber. Denn sonst würde es ja auch weiterhin nur für sich allein bestehen. Drittens braucht es eine unvorstellbare Energie, damit dieses Etwas ein Anderes aus dem Nichts – oder eben besser: aus sich selbst – produzieren kann. Wenn uns schon ein mikroskopisch kleiner Partikel kilometerlange Tunnels und grössten Energieaufwand kostet, zu erzeugen, welche Kraft muss dann nicht hinter der ganzen Materie des Universums stecken?


Die Rangfolge bleibt bestehen

Betreten wir wieder unseren Raum und stellen uns diesmal einen ganz speziellen Tennisball dort drin vor. Mit seiner Energie kann er andere Bälle reproduzieren, ist aber selber völlig unabhängig von ihnen und braucht auch nichts anderes. Es gibt auch nichts anderes als dieses Ewige Etwas. So, und der produziert nun einen anderen Tennisball. Welcher wird unter zeitlichem Aspekt der grössere sein? Antwort: Ball Nummer 1, denn er ist das Ewige Etwas, das schon immer da war. Ball 2 hingegen stammt nur von Ball 1 ab. Der eine Ball ist also unendlich, der andere ist endlich.

Und wie verhält es sich unter dem Aspekt der Kraft? Auch hier ist Ball Nummer 1 der grössere, denn er konnte Ball 2 aus sich selbst hervorbringen. Er hätte damit auch das Potential, ihn wieder zu zerstören. Ball Nummer 1 kann aber selber nicht einfach „rückgängig gemacht“ werden, denn er wurde auch nie geschaffen. Er hat schon immer existiert. Er ist selber das Ewige Etwas, das Sein an sich, das unendliche Leben. Zu seiner Zerstörung oder Veränderung bräuchte es etwas, das noch grösser ist als es selbst. Doch das gibt es nicht und kann es auch nie geben. So, wie es keinen Anfang hatte, wird es auch kein Ende haben, denn im Sein selbst liegt sein Wesen.

Wer braucht da wen?

Fassen wir zusammen: Jenes grosse Etwas am Anfang aller Dinge wird immer mächtiger sein als die kleinen Dinge, die es hervorbringt. Und es existiert ganz für sich allein genommen; es braucht dafür gar nichts anderes. Umgekehrt braucht alles Andere hingegen dieses Etwas, damit es überhaupt sein kann. Das Etwas ist ihm Bedingung zum Leben. Darum bleibt es ihm auf Dauer untergeordnet.

Dieses Etwas nun könnte ein anderes so formen, dass es ihm in manchem ähnelt. Anderes hingegen – was immer das im einzelnen sein mag – wird sich in diesem Anderen deutlich vom Original absetzen. Das Ewige Etwas wird ihm an Zeit und Kraft immer überlegen sein. Darum wird es auch nie etwas erschaffen, das ihm genau gleicht. Nur es selbst war schon immer, und nur es selbst kann unabhängig von allem und allen anderen fortbestehen.

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Quelle: iamnext.com
Übersetzung: Livenet

Datum: 11.01.2005

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