Geht 2012 die Welt unter?

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Der Weltuntergang naht durch Naturkatastrophen: Der Film «2012» spielt mit den Ängsten vieler Menschen.
Erneut droht das Ende der Welt: Am 21. Dezember 2012 endet der Maya-Kalender. In Krisenzeiten haben Endzeitspekulationen Konjunktur. Mindestens ein gewisses Unbehagen gegenüber «besonderen» Jahreszahlen ist vorhanden. Manche sehen dramatische Ereignisse für 2012 voraus. Alles nur Unsinn, oder steckt doch etwas dahinter?

Heute startet der Weltuntergangsfilm «2012» von Roland Emmerich in den Kinos. Das hat die US-Raumfahrtbehörde NASA zu einem aussergewöhnlichen Schritt veranlasst: In einer Stellungnahme auf ihrer Website dementiert die NASA weitverbreitete Theorien, wonach am 21. Dezember 2012 die Erde mit einem Planeten namens Nibiru kollidieren und untergehen wird. «Diese Behauptungen sind durch keinerlei Fakten gerechtfertigt», erklärte die NASA.

Im Film «2012» von Roland Emmerich sieht der Weltuntergang so aus: In Rio donnert die riesige Jesus-Statue talwärts. Den Bischöfen im Vatikan fällt die sixtinische Kapelle auf die Köpfe. Und in den USA schleudert ein Mega-Tsunami einen Flugzeugträger aufs Weisse Haus. In dem Katastrophenfilm naht der Weltuntergang durch Erdbeben, Vulkanausbrüche und Flutwellen. Die Endzeitstimmung im Web ist auch den Machern von «2012» nicht entgangen. Im Trailer-Abspann raunt eine Männerstimme: «Entdecke die Wahrheit - suche nach 2012».

Roland Emmerich glaubt nicht daran

Der Katastrophen-Regisseur selbst ist allerdings optimistisch und hofft, dass die Apokalypse ausbleibt, damit er noch viele weitere Filme drehen kann. «Es gab schon so viele Prophezeiungen, die nicht eingetroffen sind. An ein Ende der Welt glaube ich definitiv nicht», sagt Emmerich in einem Interview der Programmzeitschrift «TV Movie». Ausserdem sei er ein grosser Optimist und mache sich nie Sorgen darüber, was ihm alles passieren könnte, betont der Regisseur.

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Film-Trailer
Webseite zum Kinostart in der Schweiz

Was meint die Archäologie?

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Regisseur Roland Emmerich selbst glaubt nicht an das nahe Ende der Welt: Szene aus «2012».
Gibt es überhaupt eine archäologische Grundlage für gewisse Befürchtungen? In den 60er Jahren wurde ein sogenanntes «Monument 6» während Bauarbeiten für eine Autobahn in Südmexiko gefunden. Die Inschrift auf den noch erhaltenen Teilen spricht von einem für 2012 erwarteten Ereignis, in dem ein mysteriöser Maya-Gott Bolon Yokte eine Rolle spielt, der sowohl mit Krieg als auch mit Schöpfung in Verbindung gebracht wird.

Erosion und ein Bruch im Stein haben das Ende der Passage jedoch fast unleserlich werden lassen. Der Archäologe Guillermo Bernal von der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko interpretiert den letzten erodierten Satz als «Er wird vom Himmel heruntersteigen». Bernal betont jedoch, es gebe andere Inschriften der Maya, die weit über das Jahr 2012 hinausgehen, darunter eine, die etwa auf das Jahr 4772 Bezug nimmt, auch wenn der Maya-Kalender vorher endet.

Weltuntergang vertagt

Die Theorie, dass uns am 21. Dezember 2012 der Weltuntergang ins Haus steht, füllt etliche Bücher und noch mehr Internetseiten. Dass danach die Welt untergeht, haben die Mayas freilich nicht in Aussicht gestellt. «Diese Prophezeihung gibt es gar nicht», weiss Andreas Fuls. Der Wissenschaftler des Instituts für Geodäsie und Geoinformationstechnik geht noch weiter: Nach seinen Berechnungen liegt die bisherige Maya-Forschung mit den Datierungen der einzelnen Phasen dieser Hochkultur falsch - und zwar um genau 208 Jahre. Das hätte Folgen für die komplette Interpretation der Geschichte der Maya. Die angenommene Apokalypse müsste zudem erst für den 6. November 2220 - wenn denn überhaupt - befürchtet werden. In Fachkreisen rief der Wissenschaftler mit seinen Ergebnissen einigen Unmut hervor, was ihn jedoch nicht weiter wundert: «Die Diskussion hat gerade erst begonnen», sagt Fuls.

Kein Grund zur Angst

Viele Menschen hätten Angst, sagt Ann Martin von der Cornell-Universität. Sie betreibt eine Webseite mit dem Titel «Neugierig? Frag einen Astronomen». Dort seien E-Mails von Schülern eingegangen, die nicht schon so bald sterben wollten, sagt Martin.

Es gab immer wieder Menschen, die mit ihren Vorhersagen völlig daneben lagen. Die folgende Webseite listet die Chronik der verpassten Weltuntergänge auf. Zwar zum Teil ein bisschen mangelhaft recherchiert, gibt sie aber doch einen Eindruck wieder, dass man kein Grund zur Sorge haben muss.

www.unmoralische.de/weltuntergang.htm

Die Bibel und der Weltuntergang

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Sorgt für zahlreiche Spekulationen: der ominöse Maya-Kalender.
Im letzen Teil der Bibel, in der Offenbarung des Johannes, wird der Untergang der Welt zwar auch in düsteren Farben geschildert. Nach biblischer Auffassung folgt allerdings dem Ende der alten Welt eine neue, gerechte Welt. In der heutigen Zeit zeigen Weltuntergangsszenarien dagegen das definitive Ende der Menschheit auf.

Wann dieser Weltuntergang stattfindet weiss niemand: «Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen. Von dem Tage aber und von der Stunde weiss niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater» (Die Bibel, Matthäus, Kapitel 24, Verse 32-36).

Die Bibel behauptet:

  • Jesus kommt wieder.
  • Gott hat die Kontrolle über die Welt nicht verloren.
  • Diese Erde wird einmal untergehen, doch es wird eine neue, vollkommene Welt geben.

Immer wieder verunsichern neue Endzeitspekulationen manche Menschen. Meistens ändern sich diese Mutmassungen jedoch bald wieder und werden den neuen Begebenheiten angepasst.

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Autor: Bruno Graber
Quelle: Livenet.ch

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