Wieso?

Gott und das Leid der Welt

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Wie viel Leid geschieht in jeder Sekunde? Da sterben Tag für Tag etwa 30'000 Kinder an Unterernährung oder vermeidbaren Krankheiten. Wie kann Gott so etwas zulassen?

Wenn Gott doch ein Gott der Liebe ist, warum greift er nicht ein? Wie kann Gott gerecht sein, wenn solche Katastrophen örtlich alle betreffen?

Leid durch den Unheilstifter

Warum gibt es so viel Leid, Not und Elend in dieser Welt? Der Apostel Paulus schreibt in der Bibel, 2. Korinther, Kapitel 4, Vers 4, dass der Teufel der «Gott dieser Welt» ist. Alles, was es an Schlechtem und Bösen gibt, alle Krankheit, alles Leiden und aller Tod sind letztlich Folge dieser Herrschaft Satans.

Seit dem Sündenfall ist auch die Natur gefallen. Deshalb ist sie nicht mehr heil, nicht mehr ein Paradies, sondern von Tod und Zerstörung bedroht. Die Sünde hat in der Natur nicht nur dazu geführt, dass unter den Tieren das Recht des Stärkeren herrscht, sondern auch dazu, dass die Welt immer wieder durch Naturkatastrophen und Unglücke heimgesucht wird.

Welt überlebt dank Gott

Der Teufel regiert diese Welt. Doch Gott regiert das ganze Universum, von dem diese Welt nur ein verschwindend kleiner Teil ist. Und oft genug greift er ein. Diese Welt würde schon längst nicht mehr existieren, wenn das nicht so wäre. Diese Welt besteht nur deshalb noch immer, weil Gott regiert.

Paulus schreibt in der Bibel, Kolosser; Kapitel 1, Vers 17, dass die ganze Schöpfung in Jesus Bestand hat. Satan darf nicht einfach tun, was er will.

Auf der anderen Seite aber gibt es keinen Anspruch auf diese Hilfe Gottes. Gott ist souverän und handelt souverän. Dennoch fragen wir, warum Gott nicht bei Katastrophen mehr eingreift – oder warum er nicht wenigstens dafür gesorgt hat, dass viele Menschen die Gefahr rechtzeitig genug erkannten und sich retten konnten. Man könnte sogar fragen: «Ab wie vielen Toten erwarten wir, dass Gott eingreift?»

Er müsste uns entmündigen

Müsste Gott, wenn wir konsequent weiter denken, dann nicht auch alle Not, alle Krankheit und allen Tod verhindern? Und wie ist das mit den Dingen, wo wir aneinander schuldig werden, wo wir einander verletzen und schädigen? Müsste Gott uns nicht daran hindern? – Die Kehrseite hiesse allerdings in letzter Konsequenz: Wir wären blosse Marionetten, wenn wir nur noch das tun könnten, was Gott will und was uns gegenseitig und untereinander gut tut.

Offensichtlich hat Gott beschlossen, den paradiesischen Zustand auf dieser Welt nicht durch Zwang wieder herzustellen. Auch wenn wir Gott oft nicht verstehen. Wenn wir nicht begreifen, oder wenn wir seine Gerechtigkeit nicht erkennen können. Auch dann gilt es, ihm und seiner Liebe zu vertrauen.

Etwas Gutes daraus machen

Eines unserer grössten Probleme ist, dass wir Gott und sein Handeln oft nicht verstehen. Wir hätten so gerne einen berechenbaren Gott. Wir wüssten gerne, was wir tun müssen, damit Gott auch uns in unseren Schwierigkeiten hilft. Und in so manchem Buch werden ganz ungeniert irgendwelche «Methoden» angepriesen, mit denen man Gottes Segen erzwingen kann: Da muss man nur ein bestimmtes Gebet wieder und wieder beten, dann wird man gesegnet. Oder: Man muss Gott gehorsam sein, dann segnet er auch. Krankheit und Not dagegen sind Zeichen des Fluches Gottes. So ist es nicht!

Dadurch bekommt man Gott nicht in den Griff! Auch Christen leben in einer gefallenen Welt. Und deshalb bekommen sie Schnupfen, Allergien, Depressionen oder Herzinfarkte. Deshalb sterben sie. Deshalb gibt es Unglücke und Unfälle.

Aber: Gott ist so gross, dass er aus all dem, was uns begegnet – auch aus den wirklich schlimmen Dingen –, noch etwas Gutes machen kann! Die Bibel sagt nicht, dass alles, was uns begegnet, gut für uns ist. Aber sie sagt, dass alles, was uns begegnet, zu unserem Besten beitragen wird, wenn wir Gott lieben. Die Bibel, Römer, Kapitel 8, Vers 28.

Gottes neue Welt kommt

Da stirbt ein Mensch mit 40 Jahren, obwohl er ein gutes Leben geführt und sich für andere eingesetzt hat – und wir verstehen Gott nicht. Ist das gerecht? Was hat dieser Mensch denn falsch gemacht, dass er nicht 80 oder 90 Jahre alt werden durfte?

Oder da stirbt ein Baby an plötzlichem Kindestod. Ist das gerecht? Was hat dieses Baby denn falsch gemacht, dass es von diesem Leben überhaupt nichts mitbekommen durfte?

Doch in beiden Fällen ist die Frage falsch gestellt. Es geht nicht darum, was der Mensch falsch gemacht hat, wo und wie er gesündigt hat, dass er eine solche Strafe verdient hätte. Wenn wir hier die Perspektive der Ewigkeit vergessen, werden wir in der Frage nach Gottes Gerechtigkeit immer scheitern. Wenn wir aber sehen, dass Gott eine ganze Ewigkeit Zeit hat, Ungerechtigkeiten wieder gut zu machen, dann wird das, was uns so grosse Schwierigkeiten macht, auf einmal ins rechte Licht gerückt.

Vertrauen

Auch wenn wir nicht verstehen, warum Gott solche Katastrophen im Grossen und auch die Katastrophen in unseren eigenen, kleinen Leben nicht verhindert, dürfen wir doch wissen, dass er die Liebe ist, und dass wir bei ihm geborgen sein können. Auch wenn wir Gott und sein Handeln nicht verstehen – wir haben allen Grund dazu, ihm zu vertrauen.

Autor: Hans Georg Wünch


Quelle: Neues Leben

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