Wie kann ich mir selber vergeben?

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Jesus hilft uns, zu vergeben; das schliesst auch uns selbst mit ein!
Im «Vater unser» heisst es: «Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.» Anderen zu vergeben ist ja noch das eine. Aber sich selber vergeben?

Wir dürfen immer und immer wieder mit allem Mist und Schrott zu Jesus kommen und können sicher sein, dass er uns nie abweist oder ablehnt. Aber warum empfinden wir es manchmal dennoch als oberflächlich, wenn wir Jesus um Vergebung bitten? Von der Freude über die Vergebung spüren wir nichts oder fast nichts. Es bleibt eine Niedergeschlagenheit und ein tiefer Frust über unser eigenes Versagen. Wo ist da Vergebung?

Ein solches Frustgefühl haben wir oft gerade dort, wo wir es ganz anders machen wollten und uns bemüht haben. So können wir es manchmal gar nicht fassen, wie sehr wir das Gegenteil von dem getan haben, was wir eigentlich wollten. Und so können wir auch nicht wirklich glauben, dass uns Jesus das so einfach vergibt.

Sich selbst nichts nachtragen

Jesus wurde einmal nach dem wichtigsten Gebot gefragt. Als erstes Gebot nannte er die Liebe zu Gott. Und dann sagte er: «Ebenso wichtig ist aber das zweite: ‚Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!'» Wenn wir das hören, denken wir zunächst an andere Menschen, wo sie uns enttäuscht oder verletzt haben, wo es Streit gab oder sie sogar ganz direkt und absichtsvoll gegen uns waren und wo es nun an uns ist, dass wir sie dennoch annehmen und ihnen nichts nachtragen.

In diesem Satz von Jesus wird etwas Entscheidendes angesprochen: Jesus stellt einen Zusammenhang zwischen der Liebe zu anderen und der Liebe zu sich selbst her - das gilt natürlich auch für die Vergebung! Wir können sehr wohl auch an uns selbst schuldig werden, uns verletzen, uns anklagen und uns Dinge nachtragen - alles Dinge, wie sie auch in Beziehungen auftreten können.

Wir stehen uns und Jesus im Weg

Jesus hilft uns, zu vergeben; das schliesst auch uns selbst mit ein! Doch oft versagen wir uns die Vergebung, die wir so dringend brauchen. Eine starke innere Stimme sagt uns: ‚So einfach geht es nicht. So einfach kommst Du nicht aus der Sache raus.‘ Es ist manchmal schwerer, sich selbst zu vergeben, als man denkt. Das kann so weit gehen, dass die Vergebung, die wir durch Jesus haben, überhaupt keine Wirkung und Befreiung entfalten kann, weil wir uns selbst Vorwürfe machen und uns anklagen.

Dann stehen wir selbst - bildlich gesprochen - zwischen uns und Jesus. Es ist daher eine Hilfe, wenn wir uns selbst diese Vergebung ausdrücklich zusprechen oder wenn wir das in einem Gespräch mit einem anderen Menschen machen, der uns diese Vergebung zusprechen kann.

Doch uns sollte klar sein: Wo wir uns selbst nicht vergeben und somit auch die Vergebung von Jesus ergreifen können, da werden wir auch gegenüber anderen hart und erbarmungslos bleiben. Wer sich selbst vergibt und annimmt, der kann das auch mit anderen. Das meinte Jesus auch, als er sagte: «Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!»


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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