Islam

Ist der Islam mit dem Christentum vereinbar?

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Abuja, die Hauptstadt von Nigeria, mit der Nigerianischen Nationalmoschee
Beide berufen sich auf ein heiliges Buch, beide Bücher erwähnen Jesus, und hier wie dort geht es um die Frage nach dem ewigen Leben.

Mohammed behauptete, er habe seine Offenbarungen direkt vom Gott Allah erhalten, vermittelt durch den Erzengel Gabriel. Sie seien unfehlbar. Der Koran, in dem viele dieser Anweisungen zusammengefasst sind, gilt darum als Massstab für alle anderen Schriften. Kritik ist Gotteslästerung. Die historischen Bedingungen, unter denen Mohammed seine Worte empfing, werden ebenso ausgeblendet wie die Überlieferungsgeschichte, bis sie niedergeschrieben wurden.

Blinder Gehorsam?

An der Bibel hingegen haben im Verlauf von über 1000 Jahren viele Dutzend Autoren mitgewirkt. Sie bezeugen eine Geschichte des Gottes Jahwe mit seinem Volk und fordern nicht den Glauben an die Autorität eines einzelnen Menschen. Dass die Bibel dennoch unter göttlichem Wirken zustande gekommen ist, wird nicht einfach behauptet, sondern kann nachvollzogen werden.

Viele Prophezeiungen in der Bibel sind zum Teil Jahrhunderte später exakt in Erfüllung gegangen. Man vergleiche nur schon Jesaja 53 aus dem 6. Jahrhundert vor Christus mit den Leidensgeschichten von Jesus am Ende der Evangelien im Neuen Testament, verfasst zwischen 40 und 90 nach Christus. (Jesaja beschrieb bis in Einzelheiten hinein, wie es Jesus, dem leidenden Gottesknecht, ergehen werde. «Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut»; Jesaja Kapitel 53, Vers 3. Dazu Lukas Kapitel 23, Verse 36f.: «Aber auch die Kriegsknechte verspotteten ihn, indem sie herzutraten und ihm Essig brachten und sprachen: Bist du der König der Juden, so rette dich selbst.») Die in der Bibel beschriebenen Ereignisse sind historisch nachprüfbar; die Aussagen des Koran sind es nicht.

Trotzdem verlangt der Koran absoluten Gehorsam und stellt sich beispielsweise über die biblischen Berichte über Jesus. «Jesus Christus, der Sohn Marias, war nicht mehr als ein Apostel Gottes» (Sure 19,92), und «weder töteten sie ihn noch kreuzigten sie ihn; es schien nur so». Auch sei Jesus nur ein Prophet für das Volk Israel gewesen, Mohammed hingegen der letzte und grösste Prophet für die ganze Welt.

«Gott hat keinen Sohn»

Doch in der Bibel wird Maria ausgerichtet, «die Kraft des Höchsten» werde sie «überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden» (Lukas Kapitel 1, Vers 35) Genau dieser Titel, Sohn Gottes, ist für einen Muslim ein todeswürdiger Frevel. In der Kuppel des Felsendoms, der vergoldeten Moschee in Jerusalem, steht in grossen arabischen Buchstaben der Ausspruch «Gott hat keinen Sohn». Ganz anders das Bekenntnis des Petrus im Matthäus-Evangelium: «Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes» (Matthäus Kapitel 16, Vers 16).

Dieser Sohn Gottes wurde gekreuzigt. In einem Bericht von seiner Hinrichtung heisst es: «Sie kamen zur Schädelstätte; dort kreuzigten sie ihn.» Wenig später rief Jesus vom Kreuz herab: «Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus.» (Lukas Kapitel 23, Vers 46) Das war ein öffentliches Ereignis, völlig unabhängig von einem Glauben der Beteiligten.

Zweierlei Gewichte

Auch bei der Frage, wie man nach dem Tod zu einem ewigen Leben kommt, gehen die Antworten auseinander. Gemäss dem Islam seien dafür die eigenen Taten entscheidend: «Die, deren Waagschalen schwer sein werden, werden selig sein. Aber die, deren Waagschalen leicht sein werden, sollen ihre Seele verlieren und für immer in der Hölle bleiben» (Sure 13,102-140). Wenn die Waage sich also zugunsten der guten Werke neigt, wird der Muslim das Paradies erlangen. Andernfalls wird er in die Hölle verbannt.

Die entscheidende Botschaft des Neuen Testaments lautet aber, dass Jesus selber diesen Weg freigemacht hat. Die Schuld jedes einzelnen hatte ihn versperrt, und keine eigene Mühe konnte oder kann sie beseitigen oder aufwiegen. Das konnte nur das Opfer von Jesus. Wer das für sich gelten lässt, der «glaubt». Damit «hat er das ewige Leben und ist vom Tod zum Leben hinübergegangen» (Johannes Kapitel 5, Vers 24 und Epheser Kapitel 2, Verse 8-10; Hebräer Kapitel 4, Vers 16). Eigene gute Taten sind befreit von der zukünftigen Waage. Sie sind Teil eines Lebens, das jetzt schon an die Ewigkeit angeschlossen ist.

Datum: 29.03.2005
Autor: Josh McDowell
Quelle: Das kann ich nicht glauben, bearbeitet von jesus.ch

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