Ich will einfach Gutes tun

Reicht das denn nicht?

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Fragt sich, wem. Einem selber kann's reichen. Jesus verlangt mehr - und gibt mehr!

Ist es überhaupt wichtig, dass man an Gott glaubt? Die vielen religiösen Fragen verwirren einen nur. Letztlich kommt es doch drauf an, wie einer lebt, und nicht was er glaubt. Die Goldene Regel reicht doch aus: «Was man selber nicht will, soll man auch andern nicht antun.» Oder in den Worten von Goethe: «Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.»

Das Anliegen stimmt. Wir werden nach dem beurteilt werden, was wir getan und wie wir gelebt haben (Offenbarung 20,12). Es ist tatsächlich wichtig, wie man sein Leben führt und was man tut bzw. lässt. Aber worauf genau kommt es dabei an? - Drei Rückfragen können uns helfen, die rechte Spur zu finden.

Aus welchen Motiven tue ich Gutes?

Es mag einem selber als richtig vorkommen. Aber ob es auch am Ende Bestand hat? «Der Mensch sieht auf das Äussere, Gott aber sieht das Herz an.» Nur er kann die innersten Motive eines Menschen erfassen. «Es gibt einen Weg, der den Menschen als der rechte erscheint, zuletzt aber ist es ein Weg des Todes.»

Hinter scheinbarer Güte kann sich etwas ganz anderes verbergen. Da finden wir die tapfere, engelgleiche Frau, die sich nun schon viele Jahre um ihren bösen alkoholabhängigen Mann bemüht. Sie ist ganz offenkundig die Gute, er ist der Böse. Die Wirklichkeit sieht vielleicht ganz anders aus: Sie hält ihn klein und abhängig, um selber gross zu sein, denn ihre Position der grossen Retterin bringt ihr eine tiefe Befriedigung.

Da ist der Mann, der regelmässig Tausende spendet und unermüdlich im Namen der sozialen Gerechtigkeit unterwegs ist. Aber er hat letztlich nur ein Ziel: anerkannt und gelobt zu werden und gross dazustehen vor anderen Leuten.

Was ist, wenn ich dabei versage?

Es kann sein, dass jene Frau aus echter Liebe und Aufopferung ihrem Mann beisteht. Aber daneben geht sie fremd. Oder jener Spender gibt tatsächlich ohne Hintergedanken und aus einem aufrichtigem Herzen. Nur ist er innerhalb der familiären Wände unerträglich, und seine Kinder können kein eigenes Leben entwickeln. - Sollte Gott nur die Pluspunkte sammeln und alles Übrige ignorieren?

Wer wünschte sich das nicht? Aber Gott handelt nicht nach unseren Wünschen, sondern nach seinem Wort. Und dort heisst es: «Wer das ganze Gesetz hält, sich aber an einer Stelle verfehlt, der ist in allem schuldig geworden»; Jakobus 2,10. Ja, es ist wichtig, wie man lebt. Gott schaut darauf - aber mit beiden Augen. Er drückt nicht das eine zu und lässt fünf grade sein. Das führt zur dritten und letzten Rückfrage:

Woher beziehe ich die Kraft fürs Gute?

Die Goldene Regel wird meistens falsch zitiert. Im Volksmund lautet sie: «Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem andern zu.» Dazu könnte man sich noch aufraffen. Doch im Original, bei Jesus, klingt es etwas anders: «Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut auch ihr ihnen»; Matthäus 7,12. Nicht Vermeiden des Bösen, sondern Kreativität zum Guten ist gefragt. Dafür reichen dann die eigenen Vorsätze nicht mehr aus. Diese Kreativität wird erst möglich in der Gemeinschaft mit Jesus, in der Liebe zu ihm. Zuvor ist man einfach nicht frei dafür.

Einmal wurde Jesus gefragt, welches das grösste Gebot sei. Seine Antwort kam schnell und eindeutig: «Du sollst den Herrn deinen Gott lieben, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand.» Gleich wichtig, doch erst an zweiter Stelle genannt, kommt das andere Gebot: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» Das Entscheidende ist also unsere Einstellung zu Gott selbst. Unsere Haltung zum Nächsten wird davon geprägt. Wenn die erste Beziehung ist Ordnung gekommen ist, dann wird sie auch diese andere Ebene bestimmen. Auch die Zehn Gebote beginnen bekanntlich mit dem Ersten: «Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben» - positiv formuliert in jenem Gebot von Jesus, Gott zu lieben.

Freiheit first!

Fassen wir zusammen: Der Wunsch, Gutes zu tun und sein Leben sinnvoll einzusetzen, ist edel und richtig. Was genau gut ist, können wir ahnen, aber nicht wissen. Und soweit wir es wissen, sind wir verantwortlich fürs Tun und Nichttun. Damit wird aber auch der «gütigste» Mensch scheitern. Erst die Gemeinschaft mit Gott, wie sie durch Jesus möglich geworden ist, macht den Menschen frei für seinen Nächsten. Seine eigenen Fehler sind ihm verziehen, und er hat es nicht länger nötig, mit guten Werken Anerkennung zu heischen. «Wenn euch der Sohn frei macht, dann seid ihr wirklich frei»; Johannes 8,36 - frei zu einem guten Leben, das ewig Bestand hat.

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Autor: Jens Kaldewey
Quelle: Livenet.ch

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