Glaube hinterfragt

Was soll ich mit einem allmächtigen Gott?

Zoom
Wie soll man sich bei einem allmächtigen Gott geborgen und frei fühlen? Hier ein Gott, der alles weiss und kann und dort der Mensch, der ihm ausgeliefert gegenübersteht? Für viele passt das nicht zusammen.

Wenn man die Beziehung zwischen Gott und den Menschen nur unter dem Gesichtspunkt von Macht und Überlegenheit betrachtet, ist eine solcher Vorbehalt mehr als angebracht.

Dazu kommt noch ein Weiteres: Obwohl Gott so allmächtig ist, handelt er nicht jederzeit. Gott setzt seine Allmacht nicht immer und ohne weiteres ein. Man könnte auch sagen, dass Gott zwar Allmacht hat, aber dass er nicht allwirksam ist.

Wir suchen Gegenseitigkeit

In der Regel suchen Menschen in Beziehungen aber eine gemeinsame Ebene, mindestens Gegenseitigkeit. Dann fühlen sie sich sicher und dem anderen nicht ausgeliefert oder von ihm dominiert.

Hierarchien und Abhängigkeiten sind vielen suspekt. Das will man zumindest in selbst gewählten Beziehungen nicht. Doch bei einer Beziehung zu Gott muss man sich diesen Grundsatz «abschminken». Es geht nun einmal um eine Beziehung zwischen einem ewigen Gott, auf den alles Leben zurückgeht, und einem Menschen.

Jesus lebte wie ein Mensch

Gott hat sich entschieden, im Verhältnis zum Menschen seine Macht nicht einzusetzen. Als der himmlische Vater seinen Sohn Jesus sandte, schickte er ihn auf einen Weg, auf dem er nicht auf seine göttliche Kraft und Möglichkeiten zurückgreifen sollte. Stattdessen lebte er das Leben eines Menschen, mit all seinen Begrenzungen.

Wie das aussah? Jesus kam in ärmlichen Verhältnissen zur Welt. Seine Eltern ergriffen die Flucht, als er als Neugeborener getötet werden sollte. Jesus kannte Schmerz, Krankheit, Enttäuschung, Angst – die ganze Bandbreite der menschlichen Gefühle.

Jesus lernte einen Beruf wie jeder andere und übte ihn aus. Und am Ende seines kurzen Lebens wurde Jesus gefangen genommen, zu Unrecht verurteilt, gefoltert und starb elendig am Kreuz.

Zoom

Jesus gab sein Leben

Jesus beschrieb die Motivation sich töten zu lassen mit folgenden Worten: «Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für die Freunde hingibt. Und ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch aufgetragen habe» (Die Bibel, Johannes-Evangelium, Kapitel 15, Vers 13 und 14).

Keine grossen Dinge

Unter Machtgesichtspunkten erscheint der Tod von Jesus am Kreuz wie ein Scheitern, wie eine ziemlich krasse Niederlage. Und was hatte Jesus - menschlich betrachtet - am Ende seines Lebens auch schon erreicht? Es gab ein paar Menschen, die auch nach dem Tod zu ihm und seinen Ideen hielten - aber das war auch alles.

Unter dem Gesichtspunkt von Freundschaft und Liebe geht Jesus mit seinem Tod am Kreuz zum Äussersten, um die Menschen für sich zu gewinnen. Mit diesem Tod, der vordergründig wie Ohnmacht aussieht, besiegt er alles, was sich zwischen ihn und seine Liebe zu den Menschen stellt.

Nichts kann trennen, ausser…

Nach diesem Tod am Kreuz gibt es nichts, was den Menschen von Gott trennen kann, keine Schuld, keine Unwürdigkeit - nichts; auser dem Nein des Menschen zu Gott.

Ja, Gott hat alle Macht, aber er beschränkt sich freiwillig in seinen Handlungsmöglichkeiten. Er setzt seine Allmacht nicht ein, um Menschen zu sich zu bringen oder alles Böse und Zerstörerische von den Menschen fern zu halten.

Das heisst aber nicht, dass die Macht Gottes immer verborgen bleibt. Es gibt zahllose Menschen, die berichten können, wie sie durch eine Begegnung mit Gott Befreiung, Vergebung, Heilung oder Versöhnung erfahren haben - auch das sind Zeichen der Macht Gottes.


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Information

Anzeige