Können wir Gott trauen?

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Seit es Menschen auf dieser Erde gibt, haben sie sich mit dieser Frage beschäftigt. Viele haben überzeugende Argumente dagegen gefunden. Wer mehr darüber wissen will, wie Gott wirklich ist, der muss dem «roten Faden» folgen, der sich von der ersten bis zur letzten Seite durch die ganze Bibel zieht.

Gott hat uns keinen lückenlosen Einblick in den göttlichen Plan für den Kosmos gewährt. Der Apostel Paulus schrieb, dass seine Wege unergründlich sind. Paulus sagte nicht, dass Gottes Wege schwer zu entdecken wären, sondern dass es unmöglich ist, sie zu entdecken.

Martin Luther, der über die geheimnisvollen Wege Gottes nachdachte, fordert uns auf, «vor dem verborgenen Gott zu fliehen und zu Jesus zu laufen». Natürlich sind der «verborgene Gott» und Jesus identisch. Wir haben keine zwei verschiedenen Gottheiten vor uns, zwischen denen wir wählen müssten. Luthers Rat ist nur dann sinnvoll, wenn Gott und Jesus eins sind. So fliehen wir vor den Geheimnissen des Ratschlusses Gottes, von denen wir nicht genug wissen, um sie verstehen zu können (weil Gott so wenig davon offenbarte), und laufen zu Jesus Christus, in dem Gott sich für uns verständlich zeigt, soweit er es zulässt.

Im Museum von Alt-Korinth hängt ein antiker Spiegel: es ist eine tellergrosse polierte, nach aussen gewölbte Kupferplatte, die das Gesicht in vagen Umrissen widerspiegelt. Dieser alltägliche Gegenstand wird für Paulus zum sprechenden Bild: «Jetzt sehen wir alles wie in einem Spiegel, in rätselhafter Gestalt, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich ganz erkennen...»

Fragen die bleiben

Die Problematik des Bösen beispielsweise, wird im jetzigen Leben nicht vollständig beantwortet. Wie konnte Gott einen Engel erschaffen, der später das Böse schlechthin wurde? Er musste doch vorher schon wissen, wie die Geschichte ausgehen würde. Hier ist Vertrauen nötig, dass wir das einmal verstehen werden, wieso gerade dieser Weg von Gott gewählt wurde.

Auch wie das Leiden dieser Welt mit der Liebe Gottes vereinbar ist, bleibt so eine Frage. Nach allem Nachdenken kann man die Schlussfolgerung ziehen, dass eine vollständig rationale Lösung vermutlich nicht existiert.

Gott trotzdem trauen

«Selig ist, wer sich nicht an mir ärgert», steht in der Bibel. Man könnten es auch so ausdrücken: Selig ist, wer ehrfürchtig vor den Geheimnissen der Pläne Gottes steht und am Glauben festhält, egal was geschieht. Glaube bedeutet einfach «Vertrauen». Man will das tun, was man von Gott erfahren hat - aus freiem Willen. Vertrauen auf sein Urteil. Vertrauen auf seine Wege.

Vertrauen ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Beziehung. Ideal wäre sagen zu können: «Ich weiss nicht, wo ich genau stehe und ich weiss nicht, wohin ich gehe. Aber das ist in Ordnung, weil ich bei dir bin, Herr, und du kennst den Weg.»


Autor: Bruno Graber
Quelle: Jesus.ch

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