Kritik am Christentums

Eine Religion der Gewalt?

Wer will schon etwas mit einer Religion zu tun haben, die so von Gewalt geprägt ist wie das Christentum? Das Alte Testament berichtet über zahllose Kriege, Gewalttaten und Gräuel. Im Zentrum des Neuen Testamentes steht der gewaltsame Tod von Jesus.

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Kreuzzug-Szenario aus "Königreich der Himmel".
Und dann die Geschichte der christlichen Herrscher und Kirchen: So viel Blutvergiessen, Verfolgung, Hexenverbrennungen, Kriege, Kreuzzüge… - All das macht diesen Glauben für viele abstossend und zugleich unglaubwürdig.

Wir leben doch in einer anderen Zeit

Religiöser Fanatismus und die damit verbundene Gewalt gelten auch heute wieder als eines der grössten Probleme für den Frieden. Terrortaten und Selbstmordsanschläge von Moslems sind Belege dafür.

Wer das Alte Testament in der Bibel aufschlägt, der findet an vielen Stellen Gewalt. Und es ist tatsächlich viel Gewalt und Blut vergiessen im Zeichen des Kreuzes passiert. Das lässt sich nicht leugnen.

Mördern vergeben

Jesus und das Neue Testament der Bibel aber vermitteln demgegenüber ein ganz anderes Bild: Jesus erhob gegen niemanden seine Hand, er heilte Menschen und kämpfte mit Worten: Er rief alle dazu auf, die Feinde zu lieben. Als Jesus in Jerusalem einzieht, sitzt er auf einem Esel - ein Zeichen dafür, dass er kein Gewaltherrscher, sondern ein Fürst des Friedens ist.

Ein Staat ganz anderer Art

Als Jesus gefangen genommen wird, macht er im Verhör deutlich, dass er auf die Macht- und Gewaltmittel als Sohn Gottes verzichtet. Er erklärt: «Mein Königreich gehört nicht zu dieser Welt. Wäre ich ein weltlicher Herrscher, dann hätten meine Leute für mich gekämpft, damit ich nicht in die Hände der Juden falle. Aber mein Reich ist von ganz anderer Art» (Die Bibel, Johannes-Evangelium, Kapitel 18, Vers 36).

Mördern vergeben

Und: Jesus vergab denen, die ihn auf schlimmste Weise gefoltert und am Kreuz hingerichtet hatten, noch kurz vor seinem grauenhaften Tod am Kreuz.

Einer seiner letzten Sätze, bevor Jesus starb, richtete sich an seine Folterknechte und Mörder. Lukas berichtet: «Jesus betete: 'Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!'» (Die Bibel, Lukas-Evangelium, Kapitel 23, Vers 34).

Gottes Wege sind anders

Wie wenig Gott auf Gewalt setzt, zeigt sich in seinem Verhältnis zum Menschen: Er lässt ihm alle Freiheit seine eigenen Wege zu gehen, selbst wenn sich diese Wege gegen Gott und seine Absichten richten.

Das zeigt die Geschichte vom verlorenen Sohn: Sie beschreibt, dass jeder Mensch frei ist, sich von Gott loszusagen, und damit sein «Erbe» zu verspielen. Das zeigt aber auch die Geschichte, die Jesus mit Judas hat: Er hat ihn zum Jünger berufen und hält bis zum Schluss an ihm fest, obwohl er ihn verrät und an seine Feinde ausliefert.

Kein Softie, aber Löwe und Lamm

Doch Jesus war alles andere als ein «Softie». Mit seiner Botschaft geriet er mit vielen Gruppen seiner Zeit in Gegnerschaft und brachte sie gegen sich auf. Die Bibel bezeichnet ihn als «Löwe Judas», aber auch als das wehrlose und harmlose Lamm. - Nach menschlichen Machtvorstellungen kein schmeichelhafter Titel für den Sohn Gottes.

Und warum diese krasse Machtlosigkeit, wie wir sie bei Jesus sehen? Der christliche Lehrer Paulus gibt die Antwort: «Er erniedrigte sich selbst und war Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz.» (Philipperbrief 2,8)

Eine Botschaft der Versöhnung

Und warum ein der Tod am Kreuz? Paulus sagt dazu. «Denn Gott ist durch Christus selbst in diese Welt gekommen und hat Frieden mit ihr geschlossen, indem er den Menschen ihre Sünden nicht länger anrechnet. Gott hat uns dazu bestimmt, diese Botschaft der Versöhnung in der ganzen Welt zu verbreiten. Als Botschafter Christi fordern wir euch deshalb im Namen Gottes auf: Lasst euch mit Gott versöhnen!» (Die Bibel, 2. Korintherbrief, Kapitel 5, Verse 18-20).
 


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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