Katholischer Feiertag

Was feiern die Katholiken an Fronleichnam?

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Brot und Wein sollen uns daran erinnern, dass Jesus sein Leben für uns gelassen hat.
In den überwiegend katholischen Kantonen und Bundesländern gibt es den Feiertag Fronleichnam. Aber was genau wird da gefeiert? Der Begriff Fronleichnam kommt aus dem mittelhochdeutschen und bedeutet «Leib des Herrn». An Fronleichnam feiert die katholische Kirche, dass Jesus leiblich in Wein und Hostie gegenwärtig ist.

Reformator Martin Luther sprach sich ausdrücklich gegen dieses Fest aus. Er hielt es nicht für richtig, dass Gegenstände verehrt werden, in dem Fall Hostie und Wein. Auch widerstrebte ihm, dass sich Reiche durch Ablassgelder von ihrer Schuld freikaufen konnten, wie das im Mittelalter üblich war. Deswegen wird Fronleichnam von der Evangelischen Kirche nicht gefeiert. Was sagt eigentlich die Bibel zu diesem Thema?

Das letzte Abendmahl

Kurz vor seinem Tod feierte Jesus mit seinen Jüngern das jüdische Passahfest. Es erinnert an den Auszug aus Ägypten, also der Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei. «Während der Mahlzeit nahm Jesus ein Stück Brot, sprach das Dankgebet, teilte das Brot und gab es den Jüngern mit den Worten: "Nehmt und esst, das ist mein Leib!" Anschliessend nahm einen Becher mit Wein, dankte dafür und reichte ihn seinen Jüngern: "Trinkt alle daraus! Das ist mein Blut, mit dem der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt wird. Es wird zur Vergebung eurer Sünden vergossen."» (Die Bibel, Matthäus, Kapitel 26, Vers 26-28). Und in Lukas, Kapitel 22, Vers 19, sagt Jesus auch noch: «Feiert dieses Mahl immer wieder. Denkt daran, was ich für euch getan habe, so oft ihr dieses Brot esst.» Das Abendmahl wird von Christen aller Konfessionen gefeiert.

Wohnt Jesus verwandelt als Hostie und Wein in den Kirchen?

Jesus sagt beim letzten Abendmahl eindeutig, dass das Brot und der Wein sein Leib und sein Blut sind, die er für uns Menschen hingibt. Er spricht davon, dass sein Tod als Lösegeld unsere Schuld bezahlt. Durch seinen Tod wird der neue Bund zwischen Gott und den Menschen geschlossen. Wir sind mit Gott versöhnt und dürfen diese Vergebung aktiv für uns in Anspruch nehmen. Wenn wir Brot und Wein in uns aufnehmen, verstehen wir besser, dass Jesus sein Leben wirklich für uns hingegeben hat. Wir sagen nicht nur ja dazu, wir nehmen diese Vergebung in uns auf.

Aber Jesus hat vor seinem Tod auch schon von seiner Auferstehung gesprochen, und davon, dass er zurück zum Vater in den Himmel kehren wird: «Glaubt mir, es ist besser für euch, wenn ich gehe. Sonst käme der nicht, der meine Stelle einnehmen soll, um euch zu helfen und zu trösten. Wenn ich euch verlassen habe, werde ich ihn zu euch senden» (Johannes, Kapitel 16, Vers 7). Jesus spricht hier vom Heiligen Geist. Laut Bibel ist Jesus nach seiner Auferstehung zum Vater in den Himmel aufgefahren. Und statt ihm kam der Heilige Geist, der bis heute als Beistand und Tröster bei uns ist.

Jesus und die Kirchen

Verschiedene Menschen begegnen Gott unterschiedlich. Und verschiedene Konfessionen werden geistliche Themen auch manchmal unterschiedlich auslegen. Aber Gott ist grösser als die menschliche Vorstellung und er ist gnädiger, als Menschen es sein können. Auch wenn die Kirchen manchmal nicht einer Meinung sind, Gott geht es gar nicht um die Regeln einer Institution. Er schaut einfach auf unser Herz.

Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

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