Muss man ein Experte sein, um den christlichen Glauben zu verstehen?

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Wie kompliziert ist der christliche Glaube wirklich?
Ist der christliche Glaube mit all seinen Geboten und Aufforderungen nicht Teil unserer typisch westlichen Leistungs- und Wissensgesellschaft?

Zunächst müsste man ganz ehrlich und selbstkritisch sagen: "Ja, so ist es wohl." Es gibt so viele Regeln und Gebote. Kirchen und Gemeinden vermitteln den Menschen, dass man als Christ so viel tun, aber auch so vieles lassen und beachten muss. Schnell gewinnt man den Eindruck, dass man geradezu ein Experte werden muss, wenn man sich mit dem Glauben an Jesus befassen will. Viele Christen haben sogar eine eigene Sprache und beziehen sich auf Bibeltexte und Beispiele, die wiederum nur Christen zu verstehen scheinen; sie laufen als Fachleute in Sachen Glauben und Bibel durchs Leben. Also ist der Glaube nur etwas für Experten?

Jesus hat es zugespitzt und vereinfacht

Schaut man sich einmal an, was Jesus über den Glauben sagte, hat er zwar die bestehenden Gebote bestätigt und sie sogar auf eine gewisse Weise radikalisiert und zugespitzt. So sagte er zum Beispiel, dass nicht nur der Ehebruch Sünde ist, sondern auch die Gedanken, die Phantasien, die dem vorausgehen. Letztlich aber hat Jesus das ganze riesige Regelwerk seiner damaligen Zeit auf zwei Sätze zusammengefasst. Er tat das gegenüber einem Experten für das Thema, einem Schriftgelehrten; er sagte zu ihm: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand! Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ebenso wichtig ist aber das zweite: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst! Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten sind in diesen Geboten enthalten."

Jesus bietet uns seine Freundschaft an

Gebote oder Regeln waren nicht das zentrale Thema von Jesus. Sein Anliegen war die Beziehung zu seinem himmlischen Vater, und seine Reden und Gleichnisse beschrieben das sogenannte Reich Gottes, das mit ihm anbrach. Und so sagte er einmal zu seinen Jüngern, worauf es ihm ankam: "Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn einem Knecht sagt der Herr nicht, was er vorhat. Ihr aber seid meine Freunde; denn ich habe euch alles anvertraut, was ich vom Vater gehört habe." (Die Bibel, Johannes, Kapitel 15, Vers 15) In dieser Aussage von Jesus ist nichts von dem Leistungsdenken, dass uns vielleicht begegnet, wenn wir mit Christen oder Kirchen zu tun haben. Jesus redet von seinem himmlischen Vater und bietet uns die Freundschaft mit ihm an. Er kann und will unserem Leben einen Sinn geben und mit seiner Vergebung radikal verändern. Dafür ist er gekommen, und das ist der Kern des christlichen Glaubens!


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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