Ostern 2022

Kreuz, Krieg und Schokohase

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Das Osterfest, das Fest des Lebens und der Hoffnung, wird in diesem Jahr vom Ukrainekrieg und dem dadurch ausgelösten Flüchtlingsdrama überschattet.

Das diesjährige Osterfest findet in einer eigenartigen Mischung statt: Frühlingswetter; Corona ist merklich auf dem Rückzug und die meisten Vorsichtsregeln sind gefallen; pralles Leben in Lokalen und Ausflugsstätten; Schokohasen. Und auf der anderen Seite der unerbittliche Vernichtungskrieg Russlands gegen die Ukraine – der Tod, das Leid und das unermessliche Elend. Und dann die vielen Flüchtlinge: Nach Schätzungen haben etwa sieben Millionen der gut 40 Millionen Einwohner die Ukraine verlassen, darunter dreiviertel aller Kinder.

Nicht kitschig, sondern ganz nah am Leben

Lässt sich unter dem Eindruck von Bomben Ostern, das höchste christliche Fest, feiern? Nun, im Gegensatz zu Weihnachten ist das Osterfest nicht ganz so verkitscht, von den mehr oder weniger lächelnden Osterhasen, bunten Ostereiern und lustigen Hennen einmal abgesehen.

Denn Ostern, dem Fest der Auferstehung von Jesus, ging ein «Drama» voraus: Jesus wurde verraten, verhaftet, ihm wurde der Prozess gemacht, er wurde gefoltert und erlitt einen qualvollen Tod am Kreuz. – Auch das ist Ostern! Und so hat der Weg von Jesus mehr mit dem Leid zu tun, dass wir Menschen erleben, als mancher vielleicht denkt.

Dass Jesus Mensch wurde, war keine Maskerade

Denn auch wenn das manche so sehen, sitzt Jesus nicht auf einem bequemen Zuschauerplatz und schaut sich unbeteiligt an, wie wir so leben. Jesus wurde nicht mal so eben Mensch, so, als hätte er ein Kostüm angezogen und mal für eine Vorstellung mitgespielt. Er wurde ganz Mensch. Mehr Identifikation geht nicht.

Der Lehrer Paulus drückte es so aus: «Er erniedrigte sich selbst noch tiefer und war Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz.» (Die Bibel, Philipperbrief, Kapitel 2, Vers 8)

Jesus wurde uns gleich! Er kennt das Leben, auch die heftigen Dinge wie Hunger, Angst, Elend, Flucht, Gewalt, Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Unfreiheit und vieles mehr...

Auch nach Ostern ist Jesus der Gekreuzigte

Denn wer bei dem christlichen Fest der Auferstehung von Jesus nur an die Hoffnung und das neue Leben denkt, der greift zu kurz. Jesus musste durch Verrat, Ungerechtigkeit, Folter und Tod, bevor ihn sein Vater dem Tod entriss. Sein Lebensende war bestimmt von Leid, Qualen und Finsternis.

Und dass das Elend seines krassen Lebensendes nicht mit der Auferstehung wie weggeblasen oder ungeschehen gemacht wurde, das zeigt sich daran, dass Jesus nach seiner Auferstehung seinen Freunden erschien, und zwar mit den Nägelmalen. Und sein engster Freund, Johannes, sah Jesus nach dessen Auferstehung in einer Vision (auch) als geschlachtetes Lamm und nicht (nur) als siegreichen König.

Jesus hat selbst gelitten und hilft

Der evangelische Theologe und Bischof Hans-Jürgen Abromeit sagte es mit diesen Worten: «An Jesus wird deutlich: Nur der leidende Gott kann helfen.» Abromeit weist drauf hin, dass auch Dietrich Bonhoeffer, der Theologe und NS-Widerstandskämpfer, davon überzeugt war: «Jesu Leiden hat die Kraft, menschliche Schuld wegzunehmen, und einen neuen Anfang zu ermöglichen.»

Wenn Sie Not erleben, dann kommen Sie damit zu Jesus. Er kann Ihnen ihre Schuld vergeben und macht einen Neuanfang möglich.

Sagen Sie Jesus Ihre Not und bringen Sie ihm Ihre Last. Jesus kennt das alles. Er ist einen Weg gegangen, in dem auch er durch Leid und den Tod ging, und dies alles überwunden hat. Was für ein Vorbild und was für eine Hoffnung!

Jesus hat als Erster den Tod überwunden

Johannes, der engste Freund von Jesus, sagte es mit diesen Worten: «Er ist als Erster vom Tod zu einem unvergänglichen Leben auferstanden und herrscht über alle Könige dieser Erde. Er liebt uns und hat sein Blut für uns vergossen, um uns von unserer Schuld zu befreien, er gibt uns Anteil an seiner Herrschaft…» (Die Bibel, Buch der Offenbarung, Kapitel 1, Vers 5 und 6)

Jesus hat als Erster den Tod überwunden. Er nimmt Sie mit durch das Tor des Todes zum ewigen Leben, wenn Sie ihm ihr Leben anvertrauen und ihn darum bitten. Denn Jesus selbst ist das Leben und alles Leben, das es gibt, ist durch ihn entstanden. Was könnte es für eine bessere Adresse für die Menschen geben, die hoffnungslos sind und sich nach echtem Leben sehnen?!

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Datum: 13.04.2022
Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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