Politik und Glaube

Jeder kann frei wählen

Zoom
Es gehört zum Kern demokratischer Gesellschaften, dass Menschen frei denken und sich frei entscheiden können. Das gilt auch für den Glauben an Jesus.

Deutschland steht vor einer Bundestagswahl. Auch in der Schweiz wird am kommenden Sonntag abgestimmt. Wahlen sind das Herzstück jeder Demokratie. Hier kann jeder Einfluss nehmen, eine Partei und einen Kandidaten wählen. Es gehört zur Würde des Menschen, dass er frei wählen kann; das betrifft nicht nur die Politik.

Frei ist nur der, der die Freiheit gebraucht

Das Grundgesetz der Deutschen bezeichnet die Würde des Menschen als «unantastbar». Es garantiert die freie Entfaltung jedes Menschen und stellt fest: «Die Freiheit der Person ist unverletzlich.» Auch in der Präambel der Schweizer Verfassung wird Freiheit als hohes Gut beschrieben, dass es zu stärken gilt. Es heisst dort, «dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht».

Was aber haben diese politischen Grundsätze mit dem Glauben zu tun? Sie basieren darauf, dass dem Menschen eine Würde, ein Wert zugeschrieben wird, den er sich nicht verdient oder erarbeitet hat und der nicht verhandelbar ist. Zu dieser Würde gehört seine Freiheit. Der christliche Glaube versteht den Menschen als einzigartig und kostbar. Das ist unter anderem damit gemeint, wenn die Bibel feststellt, dass der Mensch nach dem Bild Gottes geschaffen wurde.

Menschen haben die Freiheit, zu wählen

Manche sehen im Christentum ein System, das die Freiheit des Menschen nicht achtet. Tatsächlich passiert dies – leider – immer wieder, aber dann widerspricht es dem, was Jesus will und vorgelebt hat.

Johannes, einer der engsten Mitarbeiter von Jesus, schrieb darüber, dass Jesus zu den Menschen gesandt wurde und sie unterschiedlich auf ihn reagierten: «Er kam in seine Welt, aber die Menschen wiesen ihn ab. Die ihn aber aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden.» (Die Bibel, Johannes-Evangelium, Kapitel 1, Verse 11 und 12).

Es gab Menschen, die ihn ablehnten und Menschen, die an ihn glaubten. Das bedeutet auch, dass es eine Wahlfreiheit gab und gibt. Das ist um so erstaunlicher, als Johannes zugleich feststellt, dass Jesus in die Welt kam, die sein Eigentum ist. Obwohl der Mensch also Teil dieses Besitzes ist – die Welt gehört Jesus –, ist er frei, sich für oder gegen ihn zu entscheiden.

Jesus ist kein Puppenspieler

Es ist eben nicht so, dass wir Menschen wie Puppen in der Hand des Puppenspielers Jesus sind. Vielmehr liebt Jesus jeden Menschen so sehr, dass er dessen Freiheit und auch sein «Nein» achtet.

Doch Jesus liebt jeden Menschen zutiefst: Er wünscht sich Gemeinschaft und Freundschaft. Es geht ihm nicht darum, Befehle und Aufträge zu erteilen. Er ist vielmehr im Gespräch mit jedem Menschen, auch wenn sich dieses Gespräch nicht so einfach darstellt, wie das zwischen zwei Menschen.

Das alles heisst: Jesus achtet Sie und Ihre Freiheit. Er überrumpelt und übergeht Sie nicht. Er zwingt sie auch nicht zu sich. Und er geht nicht so vor, dass für ihn der Zweck die Mittel heiligt, auch wenn manche Christen nach dieser Devise handeln.

Freiheit, die bleibt

Es ist auch nicht so, dass die Menschen, die mit Jesus leben, für immer darin gefangen sind und sozusagen nie mehr «aus dieser Nummer» herauskommen. Als Jesus einmal öffentlich sprach und sich selbst als Brot, als die Nahrung bezeichnete, stiess das den gläubigen Menschen seiner Zeit auf und sorgte für heftigste Abwehr.

Danach wandten sich viele Menschen von Jesus ab. Johannes berichtet: «Da fragte Jesus seine zwölf Jünger: 'Und ihr – wollt ihr mich auch verlassen?' 'Herr, zu wem sollten wir denn gehen?', antwortete Simon Petrus. 'Nur deine Worte schenken das ewige Leben. Wir glauben und haben erkannt, dass du der Heilige bist, den Gott gesandt hat.'» (Die Bibel, Johannes-Evangelium, Kapitel 6, Verse 66-68). Das bedeutet: Jesus lässt auch denen, die ihm folgen, immer die Wahl.

Eine noch viel grössere Freiheit

Sie haben alle Freiheit sich zu entscheiden, für oder gegen Jesus. Dem, der diesen Schritt geht und sich Jesus anvertraut, ist zugesagt, dass er von Jesus in eine noch viel grössere Freiheit geführt wird. Freiheit von falschen Verhaltensweisen wie Egoismus, Neid, Verurteilung, Hass und vieles mehr, also Freiheit von Sünde, aber auch vom Urteil anderer Menschen und den Zwängen der Gesellschaft. Jesus verspricht: «Wenn euch also der Sohn Gottes befreit, dann seid ihr wirklich frei.» (Die Bibel, Johannes-Evangelium, Kapitel 8, Verse 36) – Eine starke Zusage!

Zum Thema:
Jesus kennenlernen
Eine Zäsur im Leben: Herrschaftswechsel und ihre Folgen
Christ und Politik: «Gott kann durch uns etwas verändern»
Kanzlerkandidat Armin Laschet: «In der Politik gibt es zu wenig Christen»

Datum: 23.09.2021
Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Information

Anzeige