Bedingungen für erhörliches Gebet

Um ein beständiges und wirksames Gebetsleben führen zu können, müssen wir gläubig oder, wie es in Joh 9,31 heisst, gottesfürchtig sein, damit unser Gebet erhört wird. Die vielen Zusagen Gottes in der Bibel, dass Er Gebet erhören will, setzen voraus, dass der Beter durch den Glauben an Jesus Christus als seinen persönlichen Heiland und Retter ein echtes Kind Gottes geworden ist. Das heisst nun nicht, dass Gott nicht auch das Gebet eines Sünders, eines noch unerretteten Menschen, erhören könnte. Gott hat sich schon so oft auch ganz ungläubigen Menschen geoffenbart und ihre verzweifelten Gebete erhört (Ps 50,15). Doch diese Fälle sind eher die Ausnahmen, nicht die Regel.

Eine zweite Bedingung für erhörtes Gebet ist, dass wir alle Sünden, soweit sie uns bewusst sind, vor Gott bekannt und Ihn um Vergebung gebeten haben (Ps 66,18). Ein Beter ist jemand, der nicht nur beim Beten die Gemeinschaft mit dem Herrn sucht, sondern in Seiner Gegenwart lebt und in Ihm bleibt (Joh 15,7). Durch Sünde und Ungehorsam wird aber die Gemeinschaft mit dem Herrn gestört. Wenn uns Gott durch Sein Wort schon etwas klargemacht hat, wir aber nicht gehorchen, dann können wir nicht in Ihm bleiben (Joh 15,10), denn in Ihm bleiben bedeutet gehorchen. Einige Beispiele für Sünden, die eine Erhörung unseres Gebets verhindern: mangelnde Bereitschaft zu vergeben (Matth 5,23.24; 6,15; Mk 11,25), selbstsüchtiges Beten (Jak 4,3), Disharmonie in der Ehe (lPetr 3,6.7), Ungehorsam (lJoh 3,22), Hartherzigkeit gegenüber den Armen (Spr 21,13), oder auch Götzendienst (Hes 14,3), der manchmal in der Bibel auch „Hab-sucht" genannt wird - eine um sich greifende Sünde unter vielen Christen in der heutigen Zeit. Ein geheiligtes Leben hat ein wirksames und segensreiches Gebetsleben zur Folge.

Sodann müssen wir im Glauben beten (Matth 9,28; 21,22; Jak 1,6). Wir müssen glauben, dass Gott bereit und fähig ist, unser Gebet zu erhören, und dass nichts zu schwierig für Ihn ist. Wir sollten das nicht nur allgemein glauben, sondern ganz speziell für unsere besonderen Anliegen, die wir vor Gott bringen. Wir müssen glauben, dass Gott das tun wird, was Er zugesagt hat, und dass Er die belohnt, die Ihn eifrig suchen (Hebr 11,6).

Wir müssen mit wahrhaftigen Herzen vor Gott treten; ein aufrichtiges Herz ist nötig, um sich Ihm nahen zu können (Hebr 10,22). Es ist z. B. unaufrichtig, Gott um etwas zu bitten, was wir selbst tun können. So ist es auch nicht ganz aufrichtig, um mehr Gehorsam oder um ein beständigeres Gebetsleben zu bitten. Des weiteren ist es nicht richtig, wenn durch das Gebet eine Botschaft an einen Mitbeter übermittelt wird. Zuweilen versuchen Beter, - durch ein beeinflussendes Gebet - Streit zu schlichten, die Meinung anderer zu manipulieren oder das letzte Wort zu behalten. Solche Gebete steigen wirklich nur bis zur Zimmerdecke, und wir sollten darüber froh sein! Blosse Lippengebete sind unaufrichtig. „Nichts ist unannehmbarer für Gott, als wenn wir weiterreden, nachdem wir aufgehört haben zu beten." (Dr. South, zitiert in Bridges' Buch über den Prediger)

Eine letzte Bedingung ist, im Namen Jesu zu beten (Joh 14,13.14; 16,23).

Fortsetzung: Das Gebet in Jesu Namen


Autor: William Mac Donald
Quelle: Nur bis zur Zimmerdecke?

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