Das öffentliche Gebet

Die wichtigste Aussage zu diesem Thema finden wir in 1Tim 2,1-8. Dort heisst es, dass es Gottes Wille ist, dass Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen und für die Obrigkeit getan werden sollen.

Nach 1Kor 14,34 liegt die Verantwortung für das Beten in der Öffentlichkeit ganz eindeutig bei den Männern (in 1Tim 2,8 steht im Griechischen aner, „Mann" im Sinn von „männlichen Geschlechts"), nicht bei den Frauen. Gott hat es so angeordnet, und man sollte diese Ordnung nicht schmälern oder auflösen, indem man den Text durch die Brille der „damaligen Kultur" sieht, wie es manche lehren.

In der Öffentlichkeit leitet ein Mann das Gebet, während die anderen innerlich mitbeten und so sein Gebet zu ihrem eigenen machen. Mit dem abschliessenden „Amen" bekunden sie ihre Zustimmung zu dem Gesagten (1Kor 14,16).

In der Bergpredigt sagte Jesus: „Du aber, wenn du betest, so geh in deine Kammer und, nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist, und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten" (Matth 6,6). Doch wir sollten nicht denken, dass dieser Vers das Beten in der Öffentlichkeit ausschliesst. Wäre das der Fall, dann hätte ja Jesus selbst Sein eigenes Prinzip durchbrochen (Joh 11,41.42!). Der Herr warnt uns hier vielmehr davor, in der Öffentlichkeit Gebet zu heucheln, um vor den Menschen gut dazustehen. Daraus folgt, dass es nicht richtig ist, unsere Gebete so zu gestalten, dass sie den anderen um uns herum gefallen und ihrem „Stil" angepasst sind. Das sollten wir vermeiden. Diejenigen, die über „kanaanäische" Ausdrucksformen heisse Diskussionen führen, mögen es sich zu Herzen nehmen.

Fortsetzung: Dauer des Gebets


Autor: William Mac Donald
Quelle: Nur bis zur Zimmerdecke?

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