Weihnachtsgeschenke als Abbild göttlicher Gnade

Gott hat sich in Jesus Christus den Menschen weitergegeben. Das ist für die Christen das grösste Geschenk. Und sie geben ihre Christusfreude weiter, indem sie an Weihnachten schenken, sagt Oberkirchenrat Christian Schad.

Gleich nach Jesu Geburt kommen drei grosse Schenkende zu ihm: die drei Weisen aus dem Morgenland bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe. Sie drücken damit die grosse Freude aus, die allem Volk mit der Geburt des Heilands widerfahren ist, wie es bei Lukas heisst. Diese Freude ist der Grundton des Christfestes.

Wichtig ist nach christlichem Verständnis, dass der Schenkende ein Stück von sich mit weitergibt, sagt Schad. Dann sei es ein irdisches Abbild göttlicher Gnade. Wenn es aber am persönlichen Bezug fehle, dann sei es reiner Konsum. Obwohl das Weihnachtsfest immer stärker säkularisiert sei, zeige sich in der weihnachtlichen Volksfrömmigkeit die religiöse Sehnsucht der Menschen nach Licht in der Finsternis. Diesen Spuren müsse die Kirche nachgehen und die christlichen Grundbotschaft wieder aufdecken.

Muslime und Juden schenken auch

Die soziale Komponente spielt nach den Worten des Islambeauftragen der Landeskirche, Georg Wenz, für die Muslime eine zentrale Rolle beim Schenken. Wenn Muslime Armut sehen, sind sie gehalten, zu helfen. So gehört zu den religiösen Aufgaben der Muslime, einmal im Jahr eine Armensteuer zu entrichten. Die Geschenke, die sich die Muslime bei ihren Festen etwa nach dem Ramadan machen, sind nicht so aufwendig wie bei den Christen. Vielmehr stehen das gemeinsame Essen und Feiern im Mittelpunkt.

Purim und Chanukka heissen die beiden Feste der Juden, an denen es Geschenke gibt. Auch hier wird nicht so viel geschenkt wie bei den Christen, sagt Stefan Meissner, landeskirchlicher Beauftragter für das Judentum. Wie die Christen erinnern Juden mit ihren Gaben an göttliche Geschenke. Am Chanukka-Fest wird gefeiert, dass Gott sein Volk befreit hat. An Purim steht wie bei den Muslimen das Soziale im Vordergrund. Da muss der gläubige Jude mindestens an zwei Arme Almosen verteilen.

Wenz und Meissner beobachten, dass Muslime und Juden sich den Weihnachtsbräuchen der Christen etwas annähern. Muslime schmücken bei religiösen Festen Tische und Wohnung, damit sich die Kinder gegenüber ihren christlichen Freunden nicht benachteiligt fühlen. Aus dem gleichen Grund feiern jüdische Eltern Chanukka ausgiebiger.


Quelle: Epd

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