Das Kind in der Krippe ist nicht "Gott light“

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Gemälde von Christus Geburt
Es war einmal ein König, der vor allem viel von sich selbst hielt und nicht gross nach Gott fragte. Eines Tages sagte der König zu seinem Diener: „Ich will Gott sehen!“ Der Diener antwortete: „Schau in die Sonne!“ – „Soll ich blind werden?“ fragte der König empört. Der Diener antwortete: „Deshalb hat sich Gott verhüllt als Kind, auf diese Weise kann man ihn sehen.“

Wie macht dein Gott das?“ fragte der König weiter. Der Diener antwortete: „Tauschen wir die Kleider?“ Nach anfänglicher Ablehnung gab der König nach, weil er neugierig wurde. Welch ein Bild: der König im Gewand des Dieners und der Diener in königlicher Amtstracht. „So macht Gott das“, erklärte der Diener.

Weiter wollte der König wissen: „Warum tut das dein Gott?“ Der Diener überredete den König zu einer Bootsfahrt. Während der Fahrt warfen zwei Mitfahrer eine menschliche Puppe in den Kleidern der Königstochter aus dem Boot. Reflexartig sprang der König ins Wasser. Als er die Täuschung bemerkte, wurde er zornig. Doch der Diener beschwichtigte ihn mit den Worten: „Deine Vaterliebe trieb dich zum Sprung ins Wasser; Gottes Liebe liess ihn Mensch werden.“

Warum wurde Gott an Weihnachten Mensch? Dazu zwei Zitate aus der Bibel: „Niemand hat Gott je gesehen, Gott wohnt in unzugänglichem Licht. Kein Mensch hat ihn gesehen und vermag ihn je zu sehen.“

Ein Mensch vermag nicht in die Sonne zu schauen, das wissen wir aus eigener Erfahrung. Noch viel weniger kann er Gott schauen. Man sollte sich kein Bild machen von Gott, weil jedes Bild Gott kleiner macht, als er ist.

Man kann Gott zwar nicht sehen, trotzdem bleibt er nicht verborgen. Wie macht er das? „So wird Gott Mensch“, erklärt der Diener, „in verhüllter Gestalt.“ Kein Mensch hat jemals Gott gesehen. Doch Jesus hat uns gezeigt, wer Gott ist. Es bleibt also nicht einfach dabei, man könne Gott nicht sehen.

Warum wird Gott Mensch, wollte der König wissen. Der Diener griff zu einer krassen Veranschaulichung: Er lässt eine Puppe ins Wasser werfen, die wie die Königstochter aussieht. Nicht nur der König will seine geliebte Tochter retten, auch Gott will Menschen retten, weil er sie liebt.

Retten? Wovor denn? Viele haben durchaus nicht den Eindruck, dass sie jemand retten müsste. Und doch: Weihnachten ist nur zu verstehen, wenn man Jesus als Retter sieht. In der Weihnachtsgeschichte lesen wir, dass Gott in einem Stall zur Welt kam. Die Menschen hatten keinen besseren Platz für ihn. Dennoch kommt Jesus. Ein Grossteil der Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte des "kein Raum für Gott". Immer wieder hat Gott es probiert. Aber meistens war kein Platz für ihn da.

Gott kam in diese Welt, weil er die Menschen liebt. Das ist der Sinn von Weihnachten: Gott ist kein Zuschauer, der von oben herab zusieht. Gott zeigt sich an Weihnachten in einer unerwarteten Gestalt: Der grosse Gott wird ein kleines Kind in der Krippe. Und trotzdem ist in diesem Kind nicht "Gott light", sondern Gott ganz und gar - ohne Abstriche. In Jesus ist er als Mensch zu den Menschen gekommen, und seither haben alle freien Zutritt zu ihm, falls sie es wollen.


Autor: Bruno Graber
Quelle: Jesus.ch

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