Neues Licht zum Weihnachtsstern

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Stern über Betlehem
War der Stern von Bethlehem ein Komet, eine Supernova oder vielleicht ein Doppel-Stern? Was die drei Weisen da im Morgenland leuchten sahen, ist bis heute nicht überzeugend geklärt. Jetzt gibt es eine neue, vielversprechende These.

In der Bibel schildert der Evangelist Matthäus das Ereignis folgendermassen: „Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.“ Was die Sternkundigen aus dem Osten damals Aufsehen erregend am Himmel sahen, darüber spekulieren Astronomen, Theologen und Laien noch heute.

„Sternfreunde werden umdenken müssen“

Der Deutsche Forschungsdienst aus Bonn meldete schon vor einiger Zeit, dass es aus der Sicht von Astronomen eine neue Erklärung für den Weihnachtsstern, den Stern von Bethlehem, gäbe. „Sternfreunde werden umdenken müssen: Der Stern von Bethlehem war sicher nicht jener Komet, den man heute noch in vielen Krippendarstellungen findet. Auch bezweifelt man jene dreifache Begegnung der beiden Planeten Jupiter und Saturn im Jahre 7 vor Christus, die sich am 4. Januar, 19. Februar und 30. Juli dieses Jahres vor dem Sternbild der Jungfrau in ähnlicher Weise wiederholte und dann erst wieder im Jahr 2238 zu beobachten sein wird.

Amerikanischen Astronomen halten vielmehr eine Reihe von Begegnungen des Planeten Jupiter mit dem Stern Regulus im Sternbild Löwe und den beiden Planeten Venus und Mars in den Jahren 3 und 2 vor der Zeitenwende für eine plausiblere Deutung. In über 600 Planetarien auf der ganzen Welt wird diese Entdeckung schon vorgeführt.

Zweifel an dieser Deutung

Die traditionelle Erklärung, die den Weihnachtsstern mit der dreifachen Begegnung der Planeten Jupiter und Saturn im Jahre 7 vor Christus im Sternbild Fische in Verbindung brachte, war bisher immer auf Johannes Kepler zurückgeführt worden. Ein Kölner Amateurastronom, im Hauptberuf Altphilologe an der Kölner Universität, fand jedoch vor einiger Zeit in einem Gedicht aus dem 13. Jahrhundert bereits einen Hinweis auf diese dreifache Begegnung der beiden Planeten und die daraus abgeleitete Geburt eines grossen Propheten; das Epos mit den Namen „Devetula“ stammt von einem unbekannten Dichter und gibt sich als Autobiographie des römischen Schriftstellers Ovid aus.

In jüngster Zeit sind jedoch immer mehr Zweifel an dieser Deutung des Weihnachtssterns aufgetaucht. Mitarbeiter des Griffith-Planetariums von Los Angeles haben zusammen mit Nasa-Wissenschaftlern auffällige Planetenkonstellationen um die Zeitenwende im Hinblick auf eine mögliche „bessere“ Erklärung des Sterns von Bethlehem hin untersucht. Dabei stiessen sie auf eine Reihe von Begegnungen zwischen dem Planeten Jupiter und dem Hauptstern im Sternbild Löwe, dem Regulus. Die erste dieser Begegnungen fand am 14. September 3 vor Christus statt und konnte am Morgenhimmel beobachtet werden, die zweite folgte am 17. Februar 2 vor Christus - in diesem Monat stand der Löwe fast die ganze Nacht am Himmel -, und am 8. Mai desselben Jahres zog Jupiter ein drittes Mal an Regulus vorbei (das Sternbild Löwe konnte inzwischen nur noch am Abendhimmel über dem Westhorizont beobachtet werden). Sechs Wochen später, am 17. Juni, zog die helle Venus in sehr engem Abstand am Jupiter vorbei - beide verschmolzen dabei annähernd zu einem Lichtpunkt.

Astronomische Erwartungen in der Antike

Die „astrologische“ Deutung dieser Begegnungen (durch die heidnischen Babylonier) ist leicht und schlüssig: Das Sternbild Löwe war im babylonischen Kulturkreis das Sternbild der Juden („Löwe von Juda“), und sein Hauptstern Regulus galt als der „kleine König“; wenn Jupiter, der Königsplanet, der dem babylonischen Gott Marduk geweiht war, dreimal an diesem Königsstern vorbeizog und hinterher sich mit der Göttin der Fruchtbarkeit, der Venus nämlich, verband, dann musste dort etwas besonderes zu erwarten sein. Und dass die Weisen aus dem Morgenlande die religiösen Hoffnungen der Juden im Hinblick auf das Kommen eines Erlösers kannten, ist nicht weiter verwunderlich – schliesslich waren die Juden lange genug in babylonischer Gefangenschaft gewesen.

Die neue Deutung des Weihnachtssterns stimmt auch zeitlich besser mit andern historischen Quellen überein, beispielsweise mit der in der Bibel erwähnten Volkszählung, die Maria und Josef nach Bethlehem geführt haben soll (sie fand – wenn auch nicht als Volkszählung in unserem Sinne – erst im Jahre 3 vor der Zeitenwende statt.)

Auch der Tod Herodes, der nach Angaben des jüdischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus im Anschluss an eine Mondfinsternis eintrat, lässt sich nun besser einordnen: Nicht mehr die bisher dafür in Frage gekommene nur partielle und damit wenig auffällige Mondfinsternis am 13. März, 4 vor Christus muss zur Erklärung herhalten, sondern die totale Mondfinsternis in der Nacht vom 9. auf den 10. Januar, 1 vor Christus.“

Zum Thema: www.weihnachten.jesus.ch

Buch zu dieser These von Ernest L. Martin
http://askelm.com/books/book003.htm

Video-Sequenzen und Erklärungen dazu:
http://askelm.com/video/real/xmas_star.swf

In englischer Sprache vollständig im Internet:
http://askelm.com/star/star001.htm
(002.htm nächste Seite. Immer die hinterste Ziffer für die folgenden Seiten abändern)

Quellen: Gerd Josef Weisensee: Wann ward Jesus uns geboren?/Deutscher Forschungsdienst Bonn/ASK Book


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