Vergessen, verdrängt, verkannt

Der wichtigste Geburtstag aller Zeiten

Kaum eine Erzählung der Bibel ist so oft künstlerisch und literarisch dargestellt worden, wie die Geschichte von der Geburt Jesu. Doch wie ist das mit dem, was wir von der Kindergartenzeit her gut zu kennen glauben? Irgendwann hat uns diese Geschichte ziemlich gleichgültig gelassen, sie wurde langweilig und belanglos, bewegt uns keinen Zentimeter mehr.

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Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts EMNID unter Erwachsenen konnte nur etwa mehr als die Hälfte der Befragten sagen, was wir an Weihnachten feiern: die Geburt Jesu.

Liegt es vielleicht daran, dass Jüngere wenig Bezug zur «normalen» deutschen Sprache haben? Müsste man die Weihnachtsgeschichte anders erzählen? Vielleicht so: «Yoh man! Das war echt 'ne total abgefahrene Zeit damals. Hey, gerade als The King Augustus so einen ansagte, dass sich die family, jede, in ihrem Heimat-Ghetto zählen lassen sollte, da waren auch Joe und Mary on the road Richtung Bethlehem. Bullshit aber, dass Mary gerade jetzt schwanger war. Bei der Schweinekälte und nur zu Fuss und dazu noch Trampen – mehr war damals ja noch nicht drin – 'n ziemlich cooler Trip...»

Oder fehlt vielleicht der aktuelle Bezug? Ein junges Asylanten-Ehepaar – die Frau erwartet ein Baby – ist über die grüne Grenze in die Schweiz gekommen. Es ist Ende Dezember. Als sie ankommen, sind alle Unterkünfte und Pensionen überfüllt und ausgebucht. Im Gasthaus «Zum Blauen Ochsen» bekommt der Wirt Mitleid und schlägt den beiden vor, in seiner Garage zu übernachten. Da hätten sie wenigstens ein Dach über dem Kopf. Es finden sich noch zwei Pritschen, die dort von der letzten Feuerwehrübung herumstehen. In der Nacht bekommt die Frau ihr Kind. Sie wickelt es in Zeitungspapierwindeln und legt es auf die Polster des alten Autos, das in der Garage steht. In derselben Nacht sind ein paar Streckenarbeiter an der Bahn beschäftigt. Sie arbeiten bei Nacht, weil tagsüber zu viele Züge verkehren. Plötzlich wird es hell und...

Spätestens an dieser Stelle ist es aus mit der modernen Übertragung, denn jetzt tauchen Engel auf. «Euch ist heute der Heiland geboren!», sollen die Engel gerufen haben. Hier hört das Alltägliche auf. Gott in Menschengestalt wird angekündigt. Er soll die Welt heilen. Angesichts dessen, dass gerade in Israel heute die Zeiten überhaupt nicht friedlich sind, ist man versucht zu sagen: Auftrag nicht erfüllt.

Andererseits ist die Annahme des Heils jedem freigestellt. Wie soll er uns aber heilen, wenn wir uns nicht einmal mehr bewusst sind, weshalb Jesus an Weihnachten geboren wurde. Wenn es nicht um so etwas Wichtiges ginge wie um die Geburt Jesu, dann wäre das alles ja auch gar nicht weiter tragisch. Doch es geht um den grössten Geburtstag aller Zeiten. Wie würden Sie es finden, wenn sich Ihre Familie in der Vorbereitung auf Ihren Geburtstag um Geschenke und das ganze Drumherum mehr kümmerte als um Sie, wenn Sie an Ihrem Ehrentag gar nicht weiter beachten werden? Stellen Sie sich bitte einmal vor: Es wäre Ihr Festtag, vielleicht ein runder Geburtstag, auf den Sie sich so sehr gefreut haben und den Sie mit all Ihren Lieben verbringen wollten. Wie wäre das für Sie? Da ist doch etwas verkehrt! Sollte das mit dem Geburtstag Jesu anders sein? Vielleicht gerät die eigentliche Bedeutung von Weihnachten ja gerade darum in Vergessenheit, weil wir ihn nicht mehr kennen: Jesus, dessen Geburtstag wir an Weihnachten feiern: Vergessen, verdrängt, verkannt.

Doch vielleicht gewinnt dieses Fest wieder seine eigentliche Bedeutung zurück, wenn wir ihn neu entdecken als den, der mit uns und unserem Leben etwas zu tun haben will. Vielleicht gewinnt dieses Fest an Kraft, wenn Jesus unser Freund wird, einer, der unbedingt dazugehören möchte an seinem Geburtstag.

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Datum: 25.12.2013
Autor: Bruno Graber
Quelle: Jesus.ch

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