Die Weihnachtsgeschichte

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Die Weihnachtsgeschichte: wir erinnern uns vielleicht an das Krippenspiel aus unserer Schulzeit oder dasjenige unserer Kinder. In Erinnerung bleibt das Bild eines traurig primitiven Stalls. Doch es gibt auch noch ein anderes Bild.

Ein Bild prägt die Weihnachtsgeschichte, dass der ärmlich gekleideten Eltern des neugeborenen Jesuskindes, das in einer Krippe im Stroh liegt, und das Bild des Besuchs der Schafhirten, einer Gruppe von Menschen, die zu den ärmsten der Gesellschaft gehörten und immer noch gehören.

Ein armseliges Bild?

Ist es verwunderlich, dass dieses Bild des Stalls mit der Krippe unser Bild des Christentums und der gläubigen Christen prägt: die Armseligkeit, die Verbindung zu den Armen dieser Welt, das Kindliche, das oft auch zum «Kindischen» umfunktioniert wird? Diesem Bild fehlt jede Attraktivität des Christentums für Menschen, die aus anderen Gesellschaftsschichten kommen, die sich ihrer Sache sicher sind und die sich nicht mit Ärmlichkeit identifizieren. Was bietet dieses Bild des Stalls mit der Krippe, was bietet Weihnachten einer Führungskraft in der heutigen Welt?

Sie überwanden ihren Stolz

Im 2. Kapitel des Matthäusevangeliums, der Fortsetzung der Weihnachtsgeschichte, stossen wir auf einen völlig anderen Aspekt: die Begebenheit mit den Weisen aus dem Morgenland. Da handelt die Weihnachtsgeschichte überraschend von Menschen, die eine ganz andere Herkunft haben als die Schafhirten, die als erste den neugeborenen Jesus besuchten.

Die Weisen waren gebildet; Sterndeuter, in der heutigen Sprache Astrologen. Wir lesen später, dass sie wertvolle Güter besassen. Ihre Kenntnisse des Alten Testaments, das sehr präzis auf die kommende Geburt von Jesus Christus hinweist, kombiniert mit ihrem Wissen über die Sterne, führte sie dazu, sich auf einen weiten Weg zu machen. Sie wollten dieses besondere neugeborene Kind, das gemäss ihrer Erwartung der König der Juden werden sollte, persönlich kennen lernen. Sie überwanden ihren Stolz und das Prestige, das mit ihrer gesellschaftlichen Position zusammenhing, und knieten vor diesem Neugeborenen nieder. Sie erkannten in diesem Kleinkind eine höhere Autorität. In ihrer Ergriffenheit und ihrem Respekt beschenkten sie das Kind mit wertvollen Dingen. Sie befolgten nach dieser Begegnung eine von Gott im Traum erhaltene Anweisung. Sie gingen nicht zu Herodes zurück, um Jesus zu verraten und in dunkle Machenschaften hineingezogen zu werden, sondern sie gingen direkt nach Hause.

Wissenschaft und Wirtschaft verändert

Aus diesem Kind wurde dreissig Jahre später der, von dem im Buch Jesaja steht: «Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich berufen hat: Er hat mich gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen und die Verzweifelten zu trösten. Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen, ihre Fesseln werden nun gelöst und die Kerkertüren geöffnet. Ich rufe ihnen zu: Jetzt erlässt Gott eure Schuld!» Nur drei Jahre dauerte das Wirken von Jesus, aber es genügte, um bis heute die Welt nachhaltig zu beeinflussen, ja zu verändern. Schon damals berührte und veränderte Jesus Menschen, auch aus den Bereichen Wissenschaft und Wirtschaft. Und er tut dies auch heute noch.

Könnte dies nicht eine Einladung sein, die Weihnachtsgeschichte und die Berichte über das spätere Wirken von Jesus mit anderen Augen zu lesen?

Claude R. Schmutz, lic.rer.pol., CH-Rheinfelden verheiratet mit Marianne Schmutz, zwei erwachsene Töchter Internationale Karriere in einem Basler Pharmakonzern; Berater, Referent und Autor Gründer und Präsident der «Leaders’ Integrity Foundation».

Dossier:

www.weihnachten.livenet.ch

Autor: Claude R. Schmutz


Quelle: Reflexionen

Glaubensfragen & Lebenshilfe

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