Licht leuchtet auf

Die Lampen des Königs

Geschichte zu Johannes 1, 1-12 und 3, 16-19

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Einsam und verlassen schien das alte Schloss zu sein. Der Garten sah verwildert aus. Die Lampen beim grossen, eisernen Tor waren verrostet und kaputt. Nie, weder bei Tag noch bei Nacht, sah man Licht aus den Fenstern schimmern. Jedoch hörte man durch zerbrochene Fensterscheiben hindurch Geräusche. Das Schloss war noch bewohnt. In den düsteren, schmutzigen Räumen trieben die ehemaligen Diener des Königs ihre dunklen Machenschaften.

Die Diener hatten ihren Herrn ganz vergessen. Und falls sie dennoch irgend etwas an ihn erinnern sollte, waren sie bereit, es zu zerstören. So geschah es mit den vielen Lampen. Sie waren einst der Stolz des Königs gewesen und hatten jeden Raum hell erleuchtet. Das konnten seine Untertanen nicht mehr ertragen. Sie hatten überall, vom Thronsaal über die Küche bis in den Stall, die Lampen kaputt gemacht, damit niemand sehen konnte, was sie taten. So verbreitete sich im ganzen Schloss eine unheimliche, furchterregende Düsterkeit und Kälte.

Nur wenige erinnerten sich wehmütig an früher. Einer davon war der Stallknecht. Meistens verbrachte er die Nacht im Stall auf dem Stroh bei Mäusen und allerlei Ungeziefer. Er war alt und konnte sich deshalb noch gut an den König erinnern. Manchmal träumte er in einsamen Nächten von jener Zeit: Damals blühte der Garten und der Platz um das Haus war sauber gefegt. Die Lampen leuchteten in den Räumen, und alles war ordentlich und sauber. Ja, damals konnte man leben, denn man hatte Licht. Wenn einsame Wanderer vorbeigingen, lud sie der freundliche Wächter am Tor zum Bleiben ein. Und mancher blieb für die Nacht, wurde verpflegt und wenn er ein Tier bei sich hatte, brachte man dieses dem Stallknecht, damit er es versorgte.

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Dann aber war der König für unbestimmte Zeit verreist. Er hatte alles seinen Untertanen anbefohlen. Und nun, viele Jahre später, konnte man nichts mehr von der damaligen Schönheit erkennen. Vielleicht war es ja auch besser, dass die Lichter alle erloschen waren, denn so konnte man den Dreck und das Ungeziefer leichter ertragen.

Der Stallknecht und ein alter Mundschenk versuchten eines Abends ihre Lampen wieder zu flicken. Doch sie besassen weder Öl noch Streichhölzer, um Feuer zu machen. Im ganzen Schloss war nichts derartiges zu finden. Entmutigt gaben sie auf. So fristeten sie Tag für Tag ihr Dasein ohne Hoffnung auf Änderung.

An einem kühlen, düsteren Tag trat plötzlich ein junger Wanderer durch das grosse Parktor. Er schien das Schloss zu kennen, denn ohne Zögern schritt er zum Eingang. In der einen Hand trug er eine kleine Lampe, die einen freundlichen Lichtschein verbreitete. Der Wächter war wie üblich nicht an seinem Platz, denn es kam sonst nie Besuch.

So öffnete der Wanderer selbst die grosse, schwere Tür. Er zögerte. Wie dunkel es in diesem riesigen Raum war. Seine kleine Lampe warf einen schwachen Schein über den Boden. Er sah den Staub, die vielen Spinnweben, dreckige Schuhe, Abfall, und dort huschte gerade eine Ratte davon. Der junge Wanderer schauderte. Wohin hatte ihn da sein Vater geschickt? Nach kurzem Zögern trat er mutig ein. Er stand nun in der Empfangshalle. Doch keiner hiess ihn willkommen. Die schönen, kostbaren Leuchter lagen zerbrochen am Boden. Im Halbdunkel wollte der Fremde sich an einer Lampe zu schaffen machen. Er wollte Licht in dieses durcheinander bringen.

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Doch bevor er das Licht entzünden konnte, wurde er hart angefasst. "He, Fremder, was machst du da? Fort mit dir! Wir wollen kein Licht, wir wollen lieber im Dunkeln leben." Es waren die Wächter, die diese Halle in Beschlag genommen hatten. Sie stiessen den Wanderer in einen anderen Raum und verriegelten die Tür.

Im Speisesaal war nur der alte Mundschenk. Er sass betrübt am Tisch und erschrak heftig, als er plötzlich Schritte hörte und ein Lichtstrahl über den Boden huschte. Der Fremde aber beruhigte ihn mit den Worten: "Hab keine Angst! Ich bringe dir Licht. Soll ich deine alte Lampe entzünden?" Der Alte erkannte gleich, dass er sich entscheiden musste. Würde er das Licht der grossen Lampe entzünden, so könnte man den ganzen Unrat im Zimmer sehen. Würde er das Licht von sich weisen, müsste er aber weiterhin in der kalten Finsternis leben. "Ich möchte von deinem Licht", bat er deshalb den Fremden. Sofort ging dieser zur Ständerlampe, die der Mundschenk notdürftig repariert hatte. Er goss Öl aus seinem Behälter hinein, nahm ein Streichholz und entzündete die Lampe. Ein heller Lichtschein erfüllte den Raum. Erschrocken schaute der Mundschenk sich um. Da sah er entsetzt, was sich rund um ihn angesammelt hatte. Leere Flaschen, kaputte Becher und dreckige Servietten. Der einst so schöne Parkettboden war voller Flecken. "Wie konnte ich nur in einer solchen Unordnung leben", murmelte der Alte. Der Fremde hatte schon einen Besen geholt und meinte: "Komm, jetzt putzen wir all den Dreck weg, dann wird es bald wieder so schön sein wie früher."
"Wie früher", wiederholte der Mundschenk. Doch wie konnte der junge Fremdling wissen, wie es früher gewesen war? Wer mochte dieser überhaupt sein? Der Alte grübelte nicht weiter, sondern wandte sich dem Licht zu, das je sauberer der Raum wurde desto heller leuchtete. Nach einer Weile setzte er sich direkt unter die Lampe und wollte ein wenig ausruhen. Da erschrak er zum zweiten Mal: Seine Hände und seine Kleider waren so schmutzig, dass es ihn grauste. Er schämte sich vor dem Fremden. Schnell stand er auf. Wo konnte er sich verbergen?

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Er schaute sich um. Da fiel sein Blick auf eine Schüssel mit Wasser. Hatte sie der Fremde bereitgestellt? Und auf dem Stuhl daneben lagen frische Kleider. Staunend erkannte der Mundschenk, dass dies alles ein Geschenk des Fremden war. Er brauchte sich nur zu waschen und die neuen Kleider anzuziehen. Seine Augen leuchteten auf.

Nun begann für ihn ein neues Leben. Er wollte dem Fremden Danke sagen. Doch dieser war schon weitergegangen in den nächsten Raum und von dort direkt in den Thronsaal. Inzwischen hatten die anderen Bewohner des Schlosses den Eindringling bemerkt. Hastig kamen sie aus den verschiedenen Räumen zum Thronsaal. Sie torkelten in der Finsternis, stiessen sich und fielen über ihren eigenen Unrat.

Im Thronsaal hörte man eine grobe Stimme: "Wer bist du? Es ist kein Platz für Eindringlinge hier in meinem Schloss!" Die Stimme kam vom ehemaligen Befehlshaber des Königs. Dieser hatte sich nach des Königs Weggang selbst auf den Thron gesetzt. Seither zwang er alle Bewohner des Schlosses, seine Befehle auszuführen. Er war es auch, der alle Lampen hatte zerstören lassen.

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Der junge Wanderer stellte sich furchtlos vor den Thron. Seine kleine Lampe erhellte sein Gesicht. "Ich bin der Sohn des Königs! Ich komme im Auftrag meines Vaters, um euch Licht zu bringen und wieder Ordnung zu schaffen in unserem Reich."

Wie ein Blitz schlugen diese Worte ein. Für einen Moment wurde es ganz ruhig. Dann dröhnte die Stimme des Befehlshabers durch den Saal: "Ha, du willst ein Prinz sein. Deine Kleidung verrät es, du bist ein Lügner! Kein Wort glaube ich dir! Diener, her mit euch! Werft ihn hinaus! Ich will ihn nicht mehr sehen!"

Schon wurde der Königssohn gepackt, durch den Gang geschleift und vor die Tür geworfen. Im Innern des Schlosses hörte man das Grölen und Lachen der groben Gesellen. Nur ein paar Diener stahlen sich lautlos aus dem Schloss in den verwahrlosten Park, wo der Sohn ihres Königs betrübt und nachdenklich stand. Der Vater hatte es ihm ja gesagt: "Du wirst es nicht leicht haben, mein Sohn. Sie werden dich ablehnen und verachten." Nun war es genauso gekommen.

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Doch er gab nicht auf. Er ging um das Schloss herum zum Stall. Ohne zu klopfen, trat er ein. Sein Licht fiel auf den Stallknecht, der wieder ohne Erfolg versuchte, seine Stallaterne zum Leuchten zu bringen. Erschrocken sprang dieser auf. Als er jedoch das Licht in der Hand des Fremden sah, leuchteten seine Augen auf. "Oh, wie lange habe ich darauf gewartet, dass jemand kommt und meine Lampe wieder entzündet", rief er voll Erwartung. "Schau an, sie haben alles zerstört. Es gibt bei uns nur Finsternis. Doch nun bist du ja gekommen. Alles wird anders werden." Seine Worte drückten Hoffnung aus.

Weder der Stallknecht noch der Sohn hatten bemerkt, dass einige Diener leise hinter ihm den Stall betreten hatten. Bis eine Stimme von der Türe her fragte: "Wer bist du eigentlich und woher kommst du?" Der Wanderer drehte sich um, so dass sein Licht alle Umstehenden beleuchtete. Der Stallknecht betrachtete den jungen Wanderer und sein Licht einen Moment; dann sagte er mit einer Sicherheit, die keinen Zweifel offen liess: "Du bist der Sohn unseres Königs! Du siehst ihm sehr ähnlich, und dieses Licht kann nur von ihm kommen. Sei willkommen hier in deinem Schloss, in deinem Zuhause!"

"Ja", erwiderte dieser: "Du sagst es! Ich bin der Königssohn. Mein Vater sandte mich zu euch, um euch Licht zu bringen. Doch im Schloss haben sie mich hinausgeworfen. Die einzige Lampe, die ich entzünden durfte, war die des Mundschenks. Die anderen zogen die Finsternis dem Licht vor. Und nun bitte ich dich", sagte er zum Stallknecht gewandt, "lass mich diese Nacht hier im Stall verbringen."

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"Es ist für mich eine Ehre, dich zu beherbergen, du Sohn des Königs!", sagte der Knecht. "Doch, darf ich dich bitten, meine Lampe mit deinem Licht zu entzünden, damit ich meine Arbeit nicht mehr im Dunkeln verrichten muss?" Der Königssohn liess sich nicht lange bitten. Schnell goss er Öl in die Stallaterne und zündete ein Streichholz an. Bald leuchtete Licht bis in die hinterste Stallecke.

Wie der Mundschenk beim Betrachten seines Raumes, so erschrak nun auch der Knecht: Er hatte gar nicht gewusst, wie dreckig es in seinem Stall war. Durfte er da den Königssohn beherbergen? Schnell machte er sich an die Arbeit und schaffte das dreckige Stroh aus dem Stall und sauberes hinein.
Derweil unterhielt sich der Sohn mit den anderen Dienern, die ihm aus dem Schloss in den Stall gefolgt waren. Es waren der Gärtner und seine Familie, die im kleinen Häuschen neben dem Schloss wohnten. Dann standen auch ein Küchengehilfe und zwei Waschfrauen da. "Wir möchten auch von deinem Licht", baten sie. Es ist so viel besser zu leben, als in der ständigen Finsternis."

Der Königssohn wies sie an, ihre Lampen zu holen, damit er sie anzünden könnte. So schnell sie konnten, schlichen sie sich in ihre Zimmer, suchten im Chaos ihre Lampen und hasteten, unbemerkt von den anderen, wieder in den Stall zurück. Der Sohn zündete jede Lampe sorgfältig an.

Später sah man sie, gewaschen und sauber gekleidet, mit ihren Lampen ins Schloss zurückkehren.

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An jenem Abend sah man seit langem zum ersten Mal wieder Licht im Schloss des Königs. Aus dem Speisesaal, der Küche und der Kammer der Mägde drang ein schwacher Lichtschein in den Park. Auch aus dem kleinen Gärtnerhäuschen und dem Stall leuchtete es hell.

Das gefiel dem Befehlshaber ganz und gar nicht. Er traf sich sofort mit seinen Beratern. Sie waren sich schnell einig. "Dieser Eindringling muss getötet werden", hörte man die Stimme des Chefs, wie immer laut und grausam. Es schauderte ihn, denn er wusste ganz genau, dass dieser Fremde der Sohn des Königs war. "Wir müssen ihn umbringen! Mit den brennenden Lampen der Diener werden wir dann schnell fertig", lautete der Beschluss des dunklen Treffens. In den nächsten Tagen geschah jedoch noch nichts dergleichen. Es war, als fürchtete sich der Befehlshaber, seinen Beschluss auszuführen.

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Im Gegenteil: Es herrschte grosse Aufregung im Schloss, weil einige sich nicht gescheut hatten, ihre Lampen vom Sohn des Königs anzünden zu lassen. Andere kamen zum Stallknecht in den Stall. Sie wollten mehr wissen über die Ereignisse der letzten Tage. Staunend standen sie da und schauten dem Knecht zu. Der Stall war sauber ausgemistet, die Wände frisch getüncht. Die Tiere zufrieden und selbst der Knecht war sauber angezogen. Man konnte den Stall und seine Bewohner kaum mehr wiedererkennen. Von diesen Veränderungen angesteckt, wollten auch andere dieses Licht. Sie gingen zum Sohn und liessen sich ihre Lampen mit Öl füllen und entfachen. Niemand hinderte diesen, im Schloss ein und auszugehen. Noch hatte der Befehlshaber nicht zum Gegenangriff ausgeholt.

Bald leuchtete hier und dort im Schloss Licht auf. Einige der grossen Lampen in den Sälen waren repariert worden und erstrahlten in ihrem altem Glanz. Der Befehlshaber wurde immer wütender. Er durfte keine Zeit mehr verlieren. Er musste sein Reich der Finsternis verteidigen und würde seinen Thron nicht verlassen. Ja, der Thronsaal war noch fest in seinen Händen. Und seine Diener würden ihn nicht im Stich lassen.

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Manchmal versammelten sich alle, deren Lampen brannten, um den Königssohn und lauschten ihm, wenn er von seinem Vater erzählte.

Es gab aber auch Diener, die ihre Lampen anzünden liessen und sie später, wenn sie in ihr eigenes schmutziges Gemach zurückkamen, wieder ausmachten. Sie konnten sich nicht entschliessen, den Unrat auszuräumen und sauber zu machen. Sie wählten wieder die Finsternis, um so weiterleben zu können, wie bisher. Das machte den Königssohn traurig. Und er sprach den anderen Mut zu, nicht aufzugeben.

Eines Morgens ging ein Gerücht um: "Der Königssohn ist tot!" flüsterte einer dem anderen ins Ohr. "Jetzt werden bald alle Lampen verlöschen." Die einen sagten dies voller Furcht; es waren die Nachfolger des Sohnes. Die anderen riefen es laut und triumphierend. Das waren die Gefolgsleute des Befehlshabers. Niemand wusste genau, was geschehen war. Das ganze Schloss war in Aufregung und kam nicht zur Ruhe. Man hatte den Königssohn nicht mehr gesehen. Sogar der Stallknecht trat ins Schloss, um nach dem Königssohn zu suchen.

Ist er in die Eingangshalle trat, geschah es plötzlich: Die Tür des Thronsaals wurde aufgestossen. Der Befehlshaber huschte heraus und verschwand in einem der dunkelsten Nebenräume.

Im nächsten Augenblick wurde der Knecht geblendet vom Licht, das aus dem Thronsaal strömte.

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Der Sohn hatte den Befehlshaber von seinem Thron gestürzt, aus dem Raum geworfen und den grossen Kronleuchter entzündet. Langsam sammelten sich die Diener des Lichts vor dem Eingang des Thronsaales. Sie bestaunten ihren König. Nun war es offensichtlich, dass er es war: Er hatte seine königlichen Kleider angezogen und trug eine Krone auf seinem Kopf. Ja, er war der Sohn des grossen Königs, er war der Prinz, der rechtmässige Erbe dieses Schlosses. Sein Licht hatte über die Finsternis gesiegt.

Der Befehlshaber aber, flüchtete sich mit seinen Dienern an die dunklen Orte des Schlosses. Er war ausser sich vor Zorn, denn er wusste, dass er den Kampf um den Thron verloren hatte. So würde er in Zukunft versuchen, die Lampen der Diener des Königssohns zu zerstören. Er würde mit List verhindern, dass sich das Licht im ganzen Schloss ausbreiten konnte. Denn wo Licht war, konnten er und seine Gefolgsleute unmöglich weiterhin bleiben.

In den nächsten Tagen herrschte fröhliche Stimmung im Schloss. In all den Räumen, in denen schon Licht brannte, wurde weiter geputzt und ausgebessert. Es wurde immer schöner im Schloss. Auch im Park sah man die Veränderung. Selbst die kaputte Lampe beim grossen Eingangstor war geflickt worden und leuchtete hell. Endlich wurden müde Wanderer wieder eingeladen durch das freundliche Licht und vom Wächter willkommen geheissen. Der Stallknecht durfte Tiere von Besuchern beherbergen wie früher. Das war ein anderes Leben, als jenes in der Finsternis. Es war das Leben im Licht des Königs.

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Der Königssohn wurde in dieser Zeit nicht mehr viel gesehen. Niemand wusste genau, wo er sich aufhielt. Dann, an einem sonnigen Morgen, versammelte er alle seine Anhänger beim grossen Eingangstor. Mit gesatteltem Pferd und in seinem königlichen Gewand stand er vor all jenen, die sein Licht angenommen hatten. "Ich gehe nun für eine kurze Zeit zu meinem Vater zurück. Tragt mein Licht weiter. Es gibt noch viele Räume in meinem Schloss, in denen die Lampen zerstört sind und Finsternis herrscht. Tragt das Licht vom Keller bis zum Dach in jede Kammer. Lasst euch nicht entmutigen, wenn der Befehlshaber eure Lampen auslöschen will. Er darf nicht über euch herrschen. Ich bin euer König. Tut was ich euch sage! Ich werde euch mit Öl versorgen, damit eure Lampen nicht ausgehen werden.

Eines Tages werde ich zurückkommen. Dann werde ich den Befehlshaber und seine Gefolgsleute aus dem Schloss werfen. Ihr dürft euch auf diesen Tag freuen; denn von da an werde ich immer bei euch bleiben und in diesem Schloss regieren."

Der junge Prinz wandte sich um, stieg auf sein Pferd und ritt davon. Seine Diener und Mägde ergriffen ihre Lampen und trugen sie zurück ins Schloss. Sie wussten um ihre Aufgabe. Sie würden nicht aufhören, das Licht weiterzureichen, bis eines Tages kein dunkler Raum mehr im Schloss zu finden wäre - und bis der Königssohn zurückkommen würde.

Ende

Der dazu passende Bibeltext:

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Johannes 1, 9-12:
"Das wahre Licht ist Er, ‹das Wort›. Er kam in die Welt und war in der Welt, um allen Menschen Licht zu geben. Die Welt war durch ihn geschaffen worden, und doch erkannte sie ihn nicht. Er kam in sein eigenes Land, doch sein eigenes Volk wies ihn ab. Manche aber nahmen ihn auf und schenkten ihm ihr Vertrauen. Ihnen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden!"

Johannes 3, 16-19:
"Gott liebte die Menschen so sehr, dass er seinen einzigen Sohn hergab. Nun wird jeder, der sein Vertrauen auf den Sohn Gottes setzt, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben. Gott sandte ihn nicht in die Welt, um die Menschen zu verurteilen, sondern um sie zu retten. Wer sich auf den Sohn Gottes verlässt, der wird nicht verurteilt. Wer sich aber nicht auf ihn verlässt, der ist schon verurteilt, weil er Gottes einzigen Sohn ablehnt. So wird das Urteil vollstreckt: Das Licht ist in die Welt gekommen, aber die Menschen hatten die Dunkelheit lieber als das Licht; denn ihre Taten waren schlecht."

Diese Geschichte ist mit fünf anderen erschienen im Taschenbuch:
"Erzähl' mir von Freiheit und Abenteuer"; Ruschi und Daniel Wyssen, © by Semaja-Verlag, CH-3076 Worb. Das Buch ist erhältlich für sFr. 14.95 beim Verlag.
Ebenfalls erhältlich sind diverse Arbeitsmappen für Familiengottesdienste mit Geschichten, Bildern und Programmvorschlägen im Verkauf und Verleih.

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Infos und Bestellungen bei: Semaja-Verlag, R. und D. Wyssen, Holtiweg 12, 3076 Worb; E-mail: info@semaja.ch .

Webseite: www.semaja.ch


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