Ostern – Predigtnotstand?

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Neulich hörte ich einen Pfarrer lamentieren: „Zu Ostern komme ich in einen Predigtnotstand.“ Fällt einem Pfarrer zu diesem Kernpunkt biblischer Lehre wirklich sonst nichts ein? Was bleibt denn zu predigen übrig, wenn die Auferstehung Jesu, die grundlegende Voraussetzung unseres Heils, nicht mehr bezeugt werden kann?

In der Zeit der Aufklärung erhob man den Verstand des Menschen zum Mass aller Dinge. Damit verbunden war ein radikaler Angriff auf die Bibel, denn alles, was dem Verstand nicht begreifbar schien, wurde kurzerhand verworfen.

Grosse Entrümpelung

Dieser „Entrümpelung“ fielen nicht nur die Heilungswunder und sonstigen Taten Jesu zum Opfer, sondern erst recht seine Auferstehung von den Toten, die Himmelfahrt und die Wiederkunft.

Indes: Machen wir unser Verstehen zum Massstab, dann müssten wir konsequenterweise auch die Photosynthese und das menschliche Gehirn als unreal verwerfen, denn wie sie funktionieren, ist wissenschaftlich weitgehend unverstanden, und nachbauen kann man beides nicht. Was aber Gott tut, wird immer unsere Gedanken sprengen (Jesaja 55,8-9).

Der Philosoph Martin Heidegger (1889-1976) argumentierte nicht vom Glauben her, stellte aber richtig fest: „Ist Jesus von Nazareth von den Toten auferstanden, dann ist jede naturwissenschaftliche Erkenntnis vorletztlich“, denn diese könne dann niemals der Weisheit letzter Schluss sein. Jeder Versuch, die Auferstehung Jesu naturwissenschaftlich erklären zu wollen, muss scheitern. Wir leben in einer dreidimensional begrenzten Welt, die ausserdem einer linear ablaufenden Zeit unterworfen ist. Bei Gott aber gilt das keineswegs: „Er lebt in einem Licht, das niemand sonst ertragen kann,“ (1. Timotheus 6,16), d. h. er lebt in höheren Dimensionen, die zwar unsere Welt durchdringen, aber nicht umgekehrt.

Nach der Auferstehung

Nach dem Tod ist Jesus mit einem Leib auferstanden, der unsere einengenden Grenzen nicht mehr kennt und darum nicht mehr an die dritte Dimension gebunden ist. Verschlossene Türen waren für ihn kein Hindernis (Johannes 20,19), und er konnte nach Belieben in unserer Dimension erscheinen und wieder in die göttliche hinüberwechseln: „Danach haben ihn (= Jesus) mehr als 500 Brüdern auf einmal gesehen“ (1. Korinther 15,6). Im griechischen Grundtext ist das Geschehnis noch genauer ausgedrückt: „Er ist sichtbar (= für unsere Dimension) gemacht worden.“ So können wir mit Klarheit und Gewissheit sagen, dass Jesus wahrhaftig auferstanden ist und damit den endgültigen Sieg über Tod und Teufel errungen hat und dass dies die Basis unserer Errettung ist (1. Korinther 15,17).

Werner Gitt, Direktor und Professor bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig (aus idea spektrum, bearbeitet von Jesus.ch).

Datum: 30.03.2002
Autor: Werner Gitt

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