«Das ist kein Zeichen!»

Kritik am Hype um den blutroten Mond

Erst zum vierten Mal in den letzten 2000 Jahren trifft eine Mond-Tetrade auf vier jüdische Feiertage. Nun wird spekuliert, ob im Zuge der vierten solchen Mond-Tetrade wieder etwas Bedeutendes geschieht. Doch es gibt auch Widerspruch.

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Der blutrote Mond am 15. April 2014 von San Jose, Californien, aus gesehen.
Weil die vier Mond-Tetraden auf vier jüdische Feiertage fallen, werden sie vielerorts als Zeichen gedeutet. Avner Boskey, Leiter der «Final Frontier Ministries», kritisiert diese Spekulationen. Insbesondere, weil oft von vier dieser Tetraden gesprochen wird, die alle auf jüdische Feiertage fallen, während «hunderte solcher Tetraden bestehen und 99 Prozent davon nicht auch nur in die Nähe jüdischer historischer Daten fallen.»

Auch seien zahlreiche grosse Triumphe und Tragödien in der jüdischen Geschichte zu verzeichnen. Die Zerstörung des ersten und zweiten Tempels, der Sieg der Makkabäer, das Massaker an den ukrainischen Juden und der Holocaust. «Bei keinem war ein roter Mond als Bestätigung oder Warnung da.» Genannt werden bei den Blut-Monden die Entdeckung Amerikas, was den Juden ein Auswandern aus Spanien ermöglichte, die Gründung des Staats Israel sowie der Sechs-Tage-Krieg. Avner Boskey: «Warum werden genau diese Ereignisse ausgewählt? Weil sie die einzigen sind, die in die Nähe der Tetraden fallen.» Die drei Tetraden folgten jeweils erst Monate bis Jahre nach den Ereignissen. «Weshalb sollte ein Blutmond 1949 mit 1948 in Verbindung stehen oder einer von 1494 mit 1492?»

In Jerusalem nicht zu sehen

Mehrere Bibelstellen beschäftigen sich damit, dass der Mond blutrot zu sehen ist. Avner Boskey rechnet aber nicht damit, dass die Tetrade damit in Verbindung steht. «Laut der NASA sind sie am Himmel von Jerusalem nicht zu sehen. Wie sollten sie also ein Zeichen an Israel sein?»

Die Tetraden fallen diesmal ausschliesslich auf jüdische Feiertage. Am 15. April 2014, dem ersten Tag des Passahfestes, am 8. Oktober folgt die zweite, sie fällt auf den Vorabend des Laubhüttenfestes. Und auch 2015 trifft es zwei jüdische Feiertage. Am 4. April fällt die Mondfinsternis erneut auf den ersten Tag des Passahfestes und am 28. September trifft es erneut den ersten Tag des Laubhüttenfestes.

Erst zum vierten Mal seit dem Jahr null fällt eine solche Tetrade auf die jüdischen Feste. In der Nähe der drei ersten Male geschahen bedeutende Dinge für das Judentum.

Webseite:
Avner Boskey (englisch)

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Datum: 17.04.2014
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Jesus.ch

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