Halloween-Boom rückläufig

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Kulturwissenschaftler Werner Mezger.
Nach einem deutlich spürbaren Halloween-Boom in den vergangenen Jahren registriert der Kulturwissenschaftler Werner Mezger in Deutschland ein sinkendes Interesse an dem aus den USA importierten Brauch.

Werner Mezger sieht Halloween "auf dem absteigenden Ast. Die Begeisterung für das aus Amerika übernommene Fest hat in Europa ihren Höhepunkt überschritten." Das Thema sei nur noch in den Medien und bei der Industrie interessant: "Der Reiz ist weg."

Trendwede

Untersuchungen seines Institutes hätten ergeben, dass es eine Trendwende gebe. "Die Begeisterung für das aus Amerika übernommene Fest hat in Europa ihren Höhepunkt überschritten", sagte Mezger. "Zwar ist Halloween nach wie vor ein beliebtes Thema der Medien und der Industrie. In der Bevölkerung geht das Interesse daran jedoch mehr und mehr zurück", sagte der Professor für Europäische Ethnologie an der Freiburger Universität.

"Der Markt für Halloween beginnt in Deutschland zu stagnieren. Der Reiz ist weg", sagte Mezger. In Frankreich, das in den 90er Jahren einen regelrechten Halloween-Boom erlebt habe, sei das Kürbisfest inzwischen nahezu tot.

Suche nach dem Sinn des Lebens

Nach Ansicht Mezgers war der Halloween-Boom der vergangenen Jahre Ausdruck einer zunehmenden Verunsicherung in der Bevölkerung. Die Annäherung an das Gruselige sei unter anderem in der Suche nach dem Sinn des Lebens und in der Tabuisierung der Vergänglichkeit begründet. Zudem suchten viele Halloween-Anhänger Zerstreuung und Ablenkung vom Alltag. "Halloween bietet ähnlich wie Fastnacht die Möglichkeit, in eine völlig andere Rolle zu schlüpfen", sagte Mezger.

Quelle: dpa/livenet


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