Wertvolle Impulse

Über welches Buch der Bibel wird am wenigsten gepredigt?

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Nicht über das Buch Levitikus wird vermutlich am wenigsten gepredigt, sondern über einen der Propheten: Obadja. Das kürzeste Buch der Bibel (21 Verse) enthält jedoch wertvolle Impulse für den Alltag.

Vor einiger Zeit wertete die Bible-App «Bible Gateway», welche 200 Übersetzungen der Bibel in über 70 Sprachen anbietet, aus, welche Bücher am wenigsten gelesen werden. Sechs der zehn Bücher, die am wenigsten gelesen werden, stammen von den Propheten, nämlich Jona, Joel, Zephanja, Haggai, Nahum und Obadja.

Wann hat Ihr Pastor das letzte Mal über Haggai oder Obadja gepredigt? Obwohl die Analyse oben auf einer Stichprobe aus einer bestimmten Datenquelle basierte, dürfte Obadja auch bei anderen Quellen nicht auf den vordersten Plätzen liegen…

Lieblingsbuch? Obadja!

Der Autor Daniel Jang erinnert sich, «dass ein Professor am 'Moody Bible Institute' alle Studenten in seiner Klasse zu ihrem Lieblingsbuch im Alten Testament befragte. Die meisten Antworten waren eher vorhersehbar: Psalmen, Genesis, Exodus, Jesaja, Daniel, Sprichwörter, um nur einige zu nennen.»

Dann überraschte Daniel Jang, indem er sagte, sein Lieblingsbuch sei Obadja. Alle wollten wissen, weshalb…

Drei Gründe für Obadja

Daniel Jang erklärte: «Erstens: Obadja ist das am wenigsten erforschte und das kürzeste Buch im Alten Testament, doch es enthält wichtige Botschaften.»

Ausserdem sei es das einzige prophetische Buch, das ausschliesslich über Nichtisraeliten (in diesem Falle die Edomiter) geschrieben wurde – ein interessanter Umstand.

«Und drittens dient es als ernüchternde Erinnerung daran, dass jeder, der mehr auf Menschen, Besitz, Macht, Reichtum, Wissen oder Technologie vertraut als auf Gott, eines Tages zu Fall gebracht wird. Niemand kann sich am Ende der Gerechtigkeit Gottes entziehen.»

In fünf Minuten gelesen

Der Professor antwortete: «Ich weiss nicht, ob ich jemals wieder einen Studenten haben werde, der Obadja als sein Lieblingsbuch des Alten Testaments wählt.» Und für Daniel Jang ist klar: «Nachdem diese Studenten dann Pastoren und Bibellehrer geworden sind, wird dieses Buch immer noch übersehen.»

Die gute Nachricht sei, dass das Buch nur ein Kapitel hat und nur fünf Minuten zum Lesen benötigt. «Die schlechte Nachricht ist, dass einfaches Lesen möglicherweise nicht zu einem vollständigen Verständnis führt, insbesondere wenn der Leser nicht mit dem Kontext, den Schlüsselthemen und dem Zweck des Buches vertraut ist.»

21 Verse für die Ewigkeit

Auf den ersten Blick wirkt das Buch Obadja nicht besonders verheissungsvoll: 21 Verse mit vielen Gerichtssprüchen gegen die Edomiter. Doch je näher man sich damit befasst, desto spannender wird es: Die Edomiter sind ebenfalls Söhne Abrahams und Isaaks, sie gehen zurück auf Esau. Später plünderten die Edomiter verschiedene Städte der Israeliten. Und sie töten israelitische Flüchtlinge.

In den ersten 14 Versen werden die Edomiter wegen ihres Stolzes und der Überheblichkeit gegenüber den Israeliten kritisiert. In Vers 15 verkündet Obadja, dass Gott alle Nationen richten wird, nicht nur Edom. Alle Nationen, die wie Edom handeln, werden ebenso mit Gottes Gerechtigkeit konfrontiert, berichtet das «Bibel Project» auf seinem Youtube-Kanal.

Gleichzeitig endet das Buch mit einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft. Was dort steht? Am besten lesen Sie das selbst nach im oft übersehenen Buch Obadja

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Datum: 21.06.2020
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Christian Today / Bible Project

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