Bibelstudium: Markus 13,14-23

14 Wer das jetzt liest, soll genau auf jedes Wort achten: Wenn ihr das abscheuliche Götzenbild im Tempel seht, das diese heilige Stätte entweiht,1 dann sollen alle, die sich in Judäa aufhalten, in grösster Eile in das Gebirge fliehen.15 Wer sich gerade auf der Terrasse seines Hauses aufhält, soll nicht erst im Haus sein Gepäck für die Flucht zusammensuchen. 16 Wer auf dem Feld arbeitet, soll nicht erst nach Hause laufen, um seinen Mantel zu holen. 17 Schlimm wird es für die Frauen werden, die ein Kind erwarten, aber auch für Mütter mit Säuglingen. 18 Betet deshalb, dass ihr nicht im Winter fliehen müsst. 19 Denn es wird eine Notzeit kommen, wie sie die Welt seit der Schöpfung nicht erlebt hat und wie sie auch nie wieder eintreten wird. 20 Kein Mensch könnte solche Leiden überstehen, hätte Gott diese Zeit nicht von vornherein verkürzt. Aber seinen Auserwählten zuliebe hat Gott diese Zeit begrenzt. 21 Wenn dann jemand zu euch sagt: 'Hier ist der Retter!' oder: 'Dort ist Christus!', glaubt ihm nicht! 22 Viele werden sich nämlich als Retter der Welt aufspielen, und falsche Propheten wird es in Hülle und Fülle geben. Dabei kann man diese Menschen nicht so leicht als Schwindler entlarven, denn sie werden erstaunliche Wunder vollbringen, und - wenn es möglich wäre - würden sie sogar Gottes Auserwählte täuschen. 23 Deshalb bleibt wachsam! Ich habe euch gewarnt!»

Übersetzung: Hoffnung für Alle

Kommentar

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13,14-18 Dieser Vers bezeichnet die Mitte der Trübsal, den Anfang der grossen Trübsal. Wir wissen dies durch einen Vergleich dieses Abschnittes mit Daniel 9,27. Zu dieser Zeit wird im Tempel in Jerusalem ein grosses Greuelbild aufgerichtet werden. Die Menschen werden gezwungen werden, es anzubeten. Andernfalls werden sie ermordet. Die wahren Gläubigen werden die Anbetung natürlich verweigern. Das Errichten dieses Greuelbildes wird das Zeichen für den Beginn einer grossen Verfolgung sein. Diejenigen, die die Bibel lesen und ihr glauben, werden wissen, dass nun die Zeit gekommen ist, aus Judäa zu fliehen. Es wird nicht genug Zeit bleiben, persönliche Habe einzupacken. Schwangere und Stillende werden es in dieser Zeit besonders schwer haben. Sollte es im Winter geschehen, werden noch mehr Schwierigkeiten dazukommen.

13,19 Es wird eine Zeit grösster Drangsal sein, schlimmer als alles Vergangene oder Zukünftige. Es ist die grosse Trübsal. Der Herr Jesus spricht hier nicht von der allgemeinen Trübsal, die Gläubige in jedem Zeitalter zu erdulden hatten. Die "grosse Trübsal" wird eine Zeit aussergewöhnlicher Nöte sein. Man beachte, dass die Drangsal in erster Linie jüdischen Charakter trägt. Wir lesen vom Tempel (V. 14, vgl. Matth 24,15) und von Judäa (V. 14). Sie ist die Zeit der "Trübsal Jakobs" (Jer 30,7). Die Gemeinde ist hier nicht genannt. Sie wird schon in den Himmel genommen worden sein, ehe der Tag des Herrn beginnt (1. Thess 4,13-18, vgl. 1. Thess 5,1-3).

13.20 Die Zornesschalen Gottes werden in diesen Tagen über die Welt ausgegossen. Es wird eine Zeit der Katastrophen, des Chaos und des Blutvergiessens sein. Das Ausmass der Drangsal wird so gross sein, dass Gott auf übernatürliche Weise die Zeit des Tages verkürzen wird, weil andernfalls niemand überleben würde.

13,21.22 Die "grosse Trübsal" wird wieder den Aufstieg vieler falscher Messiasse sehen. Die Menschen werden so verzweifelt sein, dass sie sich jedem zuwenden, der ihnen Sicherheit verspricht. Aber die Gläubigen werden wissen, dass Christus nicht in der Stille oder ohne Ankündigung erscheinen wird. Auch wenn die falschen Christusse übernatürliche Wunder vollbringen werden (und das werden sie), werden die Auserwählten nicht getäuscht werden können. Sie werden erkennen, dass diese Wunder satanischen Ursprungs sind.

Wunder sind nie notwendigerweise göttlicher Natur. Sie stellen nur übermenschliche Abweichungen von dem dar, was wir als Naturgesetze kennen. Aber sie können das Werk von Satan oder Dämonen sein. Der Mensch der Sünde wird satanische Macht erhalten, um Wunder zu tun (2. Thess 2,9).

13,23 Deshalb sollten sich die Gläubigen in acht nehmen und sich warnen lassen.


Quelle: Kommentar zum Neuen Testament - William McDonald

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