Bibelstudium: Markus 1,9-11

Jesus lässt sich taufen

9 In dieser Zeit kam Jesus von Nazareth aus der Provinz Galiläa und liess sich von Johannes im Jordan taufen. 10 Gleich nach der Taufe, als Jesus aus dem Wasser gestiegen war, sah er, wie sich der Himmel über ihm öffnete und der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabkam. 11 Dabei hörte er eine Stimme aus dem Himmel: «Du bist mein geliebter Sohn, der meine ganze Freude ist.»

Jesus wird auf die Probe gestellt

12 Gleich darauf führte der Geist Gottes Jesus in die Wüste. 13 Vierzig Tage war er dort den Versuchungen des Teufels ausgesetzt. Er lebte mit wilden Tieren zusammen, und die Engel Gottes dienten ihm.

Übersetzung: Hoffnung für Alle

Kommentar

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1,9 Die sogenannten dreissig stillen Jahre in Nazareth waren zu Ende. Der Herr Jesus war bereit, seinen öffentlichen Dienst zu beginnen. Als erstes reiste er die etwa 100 Kilometer von Nazareth an den Jordan bei Jericho. Dort wurde er von Johannes getauft. In seinem Falle war natürlich keine Busse notwendig, da er keine Sünden zu bekennen hatte. Für den Herrn war die Taufe eine symbolische Handlung, die seine Taufe in den Tod auf Golgatha und seine Auferstehung von den Toten darstellen sollte. So haben wir schon zu Beginn seines Dienstes eine lebhafte Vorausschau auf das Kreuz und das leere Grab.

1,10.11 "Sobald er aus dem Wasser heraufstieg, sah er die Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabfahren." Man hörte die Stimme Gottes, der Jesus seinen geliebten Sohn nannte.

Es gab im Leben unseres Herrn keine Zeit, zu der er nicht mit dem Heiligen Geist erfüllt gewesen war. Doch nun kam der Heilige Geist auf ihn und salbte ihn so zum Dienst und gab ihm Vollmacht. Dies war eine besondere Darreichung des Geistes, der auf die drei Jahre Dienst vorbereitete, die jetzt vor dem Herrn Jesus lagen. Die Macht des Heiligen Geistes ist nicht teilbar. Ein Mensch mag gebildet, talentiert, redegewandt sein, aber ohne die geheimnisvolle Bevollmächtigung, die wir die Salbung nennen, ist sein Dienst ohne Leben und wirkungslos. Die grundlegende Frage lautet: "Habe ich den Heiligen Geist empfangen und bin ich bevollmächtigt zum Dienst für den Herrn?"

1,12.13 Der Knecht Gottes wurde von Satan in der Wüste vierzig Tage lang versucht. Der Geist führte ihn in diese Erfahrung - nicht um zu sehen, ob er sündigen würde, sondern um zu beweisen, dass er nicht sündigen konnte. Wenn Jesus als Mensch auf Erden hätte sündigen können, welche Gewissheit hätten wir dann, dass er als Mensch im Himmel nicht sündigen kann?

Warum betont Markus, dass Jesus "unter den wilden Tieren" war? Waren diese Tiere von Satan gerufen worden, um den Herrn zu töten? Oder waren sie in der Gegenwart ihres Schöpfers zahm? Wir können hier nur Fragen aufwerfen.

Gegen Ende der vierzig Tage (vgl. Matth 4,11) dienten ihm die Engel. Während der Zeit seiner Versuchung fastete er (Lk 4,2).

Prüfungen sind für jeden Gläubigen unausweichlich. Je enger man dem Herrn folgt, desto schwerer werden sie sein. Satan verschwendet seine Geschütze nicht an Namenschristen, sondern eröffnet das Feuer auf diejenigen, die im geistlichen Kampf Gebiete erobern. Es ist keine Sünde, versucht zu werden. Mit eigener Kraft können wir nicht widerstehen. Aber durch den in uns wohnenden Geist ist uns die Kraft gegeben, dass die eigene Lust nicht über uns herrsche.


Quelle: Kommentar zum Neuen Testament - William McDonald

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