Bibelstudium: Lukas 17,3.4

3 Nehmt euch in acht! Wenn dein Bruder sündigt, dann sage ihm, was er verkehrt gemacht hat. Tut es ihm leid, dann vergib ihm! 4 Und wenn er dir siebenmal am Tag Unrecht tut und dich immer wieder um Vergebung bittet: Vergib ihm!»

Übersetzung: Hoffnung für Alle

Kommentar

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17,3.4 Im christlichen Leben gibt es nicht nur die Gefahr, andere zu verführen. Es gibt auch die Gefahr, Bitterkeit anzuhäufen und sich zu weigern, einem anderen zu vergeben, obwohl er sich entschuldigt hat. Darum geht es dem Herrn hier. Das NT lehrt zu diesem Thema die folgende Vorgehensweise:

1. 1. Wenn einem Christen von einem anderen Unrecht geschieht, dann sollte er als erstes dem anderen in seinem Herzen vergeben (Eph 4,32). Das hält seine eigene Seele frei von Groll und Bosheit.

2. 2. Dann sollte er persönlich zu dem anderen hingehen und ihn "zurechtweisen" (V. 3; s. a. Matth 18,15). "Wenn er bereut", so soll er ihm vergeben. Auch wenn er immer wieder sündigt und bereut, sollte ihm vergeben werden (V. 4).

3. 3. Wenn eine persönliche Ermahnung nicht hilft, dann sollte derjenige, dem Unrecht geschehen ist, einen oder zwei Zeugen mitnehmen (Matth 18,16). Wenn er auf die nicht hören will, dann sollte die Angelegenheit vor der gesamten Gemeinde verhandelt werden. Wenn der Schuldige dann immer noch nicht hört, dann soll er aus der Gemeinde ausgeschlossen werden (Matth 18,17). Der Zweck der Zurechtweisung und anderer disziplinarischer Massnahmen ist nicht, Genugtuung zu erlangen oder den Schuldigen zu demütigen, sondern seine Gemeinschaft mit dem Herrn und seinen Geschwistern wiederherzustellen. Zurechtweisungen sollten im Geist der Liebe ausgesprochen werden. Wir haben keine Möglichkeit festzustellen, ob die Busse eines Schuldigen echt ist. Wir müssen uns auf sein Wort verlassen. Deshalb sagt Jesus: "Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigt und siebenmal zu dir umkehrt und spricht: Ich bereue es, so sollst du ihm vergeben." Das ist die liebevolle Art, mit der uns auch der Vater behandelt. Ganz gleich, wie oft wir gegen ihn sündigen, haben wir immer noch die Verheissung, dass, "Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit" (1. Joh 1,9).


Quelle: Kommentar zum Neuen Testament - William McDonald

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