Bibelreport: Gideon und die Midianiter

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Zuletzt wollten die Fan-Gesänge «Gideon, Gideon National» kein Ende nehmen.

Gideon und seine Mini-Truppe schlugen die haushohe Übermacht mit einem Kantersieg. Es ist, als hätte der 3. FC Oberbeduinenwil gegen Real Madrid mit 12:0 gewonnen. Über hunderttausend bis auf die Zähne bewaffnete Männer zählte das Heer der Midianiter zu Beginn der Partie, die meisten hatten aber längst das Weite gesucht (wir berichteten). So blieben noch 15'000 Soldaten. Gideon jagte ihnen nach. Durch einen Überraschungsangriff verbreiteten seine Offensivkräfte Angst und Schrecken, bald war der Sieg gesichert. «Wir haben uns überrumpeln lassen», sagte ein Abwehrspieler der unterlegenen Midianiter. «Gideons Leute haben insgesamt mehr für das Spiel gemacht, man sah, dass sie unbedingt gewinnen wollten. Von uns kann man das nicht sagen. Im Hin- und im Rückspiel waren wir schlechter organisiert als ein Hühnerhaufen.»

Wieder ein «goldenes Kalb»

Das Volk wollte Gideon zum Herrscher krönen, doch der lehnte ab: «Der Herr allein reagiert.» Eine Bitte hatte der Siegreiche dennoch: «Gebt mir die Ringe, die ihr erbeutet habt.» Neben Ringen kamen mit Halbmonden, Ohrgehängen und kostbarem Halsschmuck von Kamelen zwanzig Kilogramm Gold zusammen.

Gideon fertige daraus eine Götzenstatue an, die er in seiner Heimatstadt Ofra aufstellte. Das Volk betete nun diese Statue an und brach Gott so die treue. «Wir müssen da flexibel sein», sagte Börsi-Aner, einer der sich voll und ganz auf dieses neue «goldene Kalb» eingeschossen hatte.

Undank ist der Welt Lohn

Sobald Gideon nicht mehr lebte, wandten sich die Israeliten wieder den Götzen zu. Sie verehrten Baal-Berit und vergassen den Herrn, ihren Gott, der sie aus der Gewalt ihrer Feinde ringsum befreit hatte. Auch der Familie Gideons erwiesen die Israeliten keinen Dank für all das Gute, das er für sie getan hatte.

TED

Wie soll unser neuer Gott heissen?

Stimmen Sie ab, Sie haben es in der Hand, Sie gestalten mit Ihrer Antwort die Zukunft des ganzen Volkes. Sie haben fünf völlig verschiedene Antworten zur Auswahl:

a) Unser neuer Gott soll Baal-Berit sein!
b) Ganz klar: Baal-Berit - wer sonst?
c) Für mich kommt nur Baal-Berit in Frage.
d) Mir egal, deshalb Baal-Berit.
e) Ich sagt nur zwei Worte: Baal-Berit.

Unser TED. Demokratisch. Vielfältig. Für jeden etwas.

 

Abimelech im Blutrausch

 

Putsch in Sichem. Hinterhältig reisst Abimelech die Macht an sich und wird König.

 

Abimelech wiegelte die Einwohner Sichems auf. Seine Mutter stammte aus diesem Ort, sie war eine Nebenfrau Gideons. Er erkundete, dass die Sichemiten bereit wären, sich von ihm regieren zu lassen, statt von den Söhnen Gideons - denn Abimelech war einer von ihnen.

Aus Baal-Berits Schatulle

Sie gaben ihm siebzig Silberstücke aus dem Tempelschatz des Götzen Baal-Berit. Mit dem Geld heuerte Abimelech eine Bande gewissenloser Männer an und zog mit ihnen nach Ofra, wo die Familie seines Vaters lebte. Dort ermordete er seine eigenen Brüder, die Söhne Gideons.

Abimelechs Aktien sinken

«Wer ist denn dieser Abimelech schon?»

Nach drei Jahren ist der König zumindest für die Sichemiten ausrangiert.

Gaal, zog mit seinen Brüdern nach Sichem und gewann das Vertrauen der Einwohner. Sie ernteten gemeinsam in den Weinbergen und kelterten die Trauben. Sie feierten ein rauschendes Fest im Tempel ihres Gottes, assen, tranken und verfluchten Abimelech. Gaal tat sich dabei besonders hervor und rief: «Wer ist denn dieser Abimelech schon? Warum sollen wir Sichemiter ihm dienen, diesem Sohn Jerubbaals? Meint er etwa, wir würden uns Sebul unterwerfen, den er uns als Aufseher vorgesetzt hat? Was glaubt er eigentlich, wer wir sind? Gehorcht lieber den Männern aus der Sippe Hamors, der diese Stadt gegründet hat! Wenn ich hier das Sagen hätte, würde ich Abimelech beseitigen. Ja, Abimelech, sammle deine Truppen, und stell dich zum Kampf!»

KRIEG!

Sichem in Schutt und Asche

Es sah wie eine Traumehe aus: Abimelech der Sohn der Stadt wurde König über das ganze Land. Jetzt sprechen die beiden Parteien nicht einmal mehr über ihre Anwälte miteinander.

Sebul, der den Stadt-Vorsitz inne reagierte empört und setzte Abimelech heimlich über Gaals Brandrede in Kenntnis. Abimelech brach mit seinem Heer in der Nacht auf. Er teilte es in vier Gruppen ein, die sich an verschiedenen Stellen um Sichem in den Hinterhalt legten.

Abimelech legte die Stadt in Schutt und Asche. Suchte hier die Vergangenheit die Stadt heim, weil sie Abimelech ermutigt hatte, seine Brüder zu töten?

Da wir fernab von Sensationslust informieren, verzichten wir hier auf weitere Details. Wir begegnen Ereignissen mit journalistischer Distanz und Sorgfalt. Verkürzungen und subtiler Meinungsmache stehen wir sehr zurückhaltend gegenüber. Einzig im Sinne der lückenlosen Berichterstattung, der wir uns verpflichtet fühlen, verweisen wir vielmehr auf unsere Bildstrecke von Seite 2 bis 37, durchgehend in Farbe, denn der Leser hat das Recht ausreichend über alle Ereignisse in Kenntnis gesetzt zu werden, so dass er sich ein eigenes Bild machen kann.

 

Abimelech ist tot

 

Frau richtet König hin!

 

Es war die berühmte Schlacht zu viel: Abimelech belagerte die Stadt Tebez. Mittendrin stand eine solide Festung. Sämtliche Bewohner verschanzten sich darin und stiegen aufs Dach. Abimelech versuchte das Tor in Brand zu stecken. Da warf ihm eine Frau von oben einen Mühlstein auf den Kopf und zerschmetterte ihm den Schädel. Abimelech rief seinen jungen Waffenträger zu sich und befahl ihm: «Zieh dein Schwert, und töte mich! Sonst heisst es: „Eine Frau hat ihn umgebracht."» Da erstach ihn der junge Mann. Aber die ganze Welt weiss: es war eine tapfere Heldin, die dem blutrünstigen König den Garaus machte!

Als die Soldaten den Abimelech tot sahen, flohen sie nach Hause. Abimelech - er kannte nur das Schwert. Jetzt machte er Bekanntschaft mit einem Müllstein.

Zähe Verhandlungen im Gebet

Die Richter Tola und später Jaïr führten das Volk in die Freiheit. Das Land blühte auf, Gott stand im Zentrum. Nach dem Tod der beiden Richter kam unser Volk wieder mal an keinem Baum vorbei um nicht irgend einer abartigen Gottheit zu Opfern. Neben Baal und Astarte warfen sich unser Einwohner auch vor den Göttern der Syrer, Sidonier, Moabiter, Ammoniter und Philister in den Staub. Zwar hatte keiner von denen irgend jemandem geholfen, dennoch erhielten sie den Vorzug gegenüber dem Gott, der das Volk nachweislich aus der Sklaverei geführt hatte.

Ausgeliefert

Gott lieferte sein Volk achtzehn Jahre den Amoritern und Philistern aus. Das Leiden wuchs, bis schliesslich die Aktivistengruppe «Zurück zu Gott, Jetzt» in einem dramatischen Appell zu Gott schrie: «Wir haben gegen dich gesündigt! Wir haben dich verlassen und anderen Göttern gedient!» Gott antwortete in einem knappen, klaren Kommuniqué: «Von so vielen Feinden habe ich euch schon befreit: von den Ägyptern, den Amoritern, den Ammonitern und den Philistern. Ich habe euch auch geholfen, als die Sidonier, die Amalekiter und die Maoniter euch aus eurem Land verdrängen wollten und ihr zu mir um Hilfe schriet. Trotzdem habt ihr mir immer wieder den Rücken gekehrt und andere Götter verehrt! Darum werde ich euch jetzt nicht mehr helfen! Warum fleht ihr nicht die Götter an, die ihr euch selbst ausgesucht habt? Sollen sie euch doch retten aus eurer Not!»

Noch dieses eine Mal!

Aber die Israeliten beknieten Gott: «Wir sind schuldig! Du kannst mit uns tun, was du für richtig hältst. Nur rette uns noch dies eine Mal!» Sie beseitigten die fremden Götter und dienten wieder dem Herrn. Da konnte er ihr Elend nicht länger ertragen. Diese Ereignisse sind nachzulesen in der Bibel, in Richter, Kapitel 8 bis 10.

Autor: Daniel Gerber
Quelle: Jesus.ch

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