Bibelreport: Moses und 5. bis 9. Plage

Erneut ist eine heimtückische Plage über das Land gekommen. Und wieder war es Moses. Oder die Macht hinter ihm. - Ein Tipp von Bible Daily: Russ bringt Linderung.

Jetzt geht Horror-Hebräer Moses aufs Ganze. Die ersten fünf Anschläge haben das Land tief ins Chaos gestossen. Und schon folgt der nächste Schocker: Die ägyptische Bevölkerung ist mit ekelerregenden Geschwüren übersät. Die Beschwerden werden zwar im Verlauf der nächsten Wochen wieder abklingen, aber die gesundheitlichen Schäden sind enorm. Die volkswirtschaftlichen ebenfalls. Wieder ist die gesamte Nation für Tage lahmgelegt. Allein der Wirtschaftsminister hat nun eine Ausrede, wenn er die erneut schlechte Jahresbilanz erklären muss.

Miss-Wahl abgesagt

Von den Geschwüren sind alle Ägypter getroffen. Darum musste auch die Wahl zur «Miss Isis» abgesagt werden. «Stellen sie sich vor: Eine Miss Isis mit derart hässlichen Geschwüren!» klagt die deprimierte Veranstalterin Clea Patra am Telefon. «Ich bin so froh, dass man das Bild-Telefon noch nicht erfunden hat!»

Nur einer ist Nutzniesser des Desasters: der Kaminfeger «Kalil der Feger». Er muss seinen Russ für einmal nicht teuer entsorgen (BIBLE DAILY weiss, dass er ihn meist heimlich im Sand verbuddelt). Er kann diesen Dreck sogar als Heilmittel verkaufen!

Wen wundert es noch: Auch diesmal wurde Goschen, das Land der Hebräer, verschont. Dazu Clea Patra: «Wir hätten die Miss-Wahl dort durchführen müssen - mit Hebräerinnen. Und eine von ihnen hätte dann unser Land bei den Miss-World-Wahlen vertreten - das geht natürlich nicht!»

Potz Blitz!

Moses' Hagelkeule bricht Ägypten das Genick

Pharao! Schaffen Sie uns endlich diesen Öko-Terroristen vom Hals!

Geschwüre, Blut im Nil, Frösche, Stechfliegen - und jetzt ein Hagel, der alles vernichtet. Von Ägypten war eigentlich schon nichts mehr übrig. Aber auch dieses Wenige wird nun vom Hagel zermalmt.

Und schon fragt das Volk völlig verstört, was wohl als nächstes kommt! Jetzt muss gehandelt werden. Pharao! Springen Sie über Ihren Schatten. Lassen Sie diese Hebräer ziehen. Oder verweisen Sie sie des Landes und wahren so Ihr eigenes Gesicht. Nur: Zeigen Sie endlich Grösse und geben Sie klein bei! Jetzt!

Erneut leeres Versprechen

Während des Hagels versprach der Pharao, die Hebräer endgültig ziehen zu lassen. Doch kaum war der Sturm vorüber, zog der Pharao seinen Entschluss wieder zurück. Wenn das nur gutgeht.

HEUSCHRECKEN

Unser nächster Schrecken!

Hebräischer Bio-Terror geht in die 8. Runde

Nachdem der Hagel auch noch den Rest unserer Ernte kahlgeschlagen hat, können wir nicht einmal Trockenfrüchte und Heu daraus machen: Die Heuschrecken fressen alles ratzekahl weg!

Es nimmt kein Ende. Nichts ist mehr wie es war. Die Heuschrecken kennen kein Erbarmen. Ein Augenzeuge: «Zuerst verdunkelte sich der Himmel grünlich. Dann senkte sich die Heuschreckenwolke auf die Grünflächen, und schließlich hebt sich die Wolke wieder. Wo vorher Grün war, bleibt dann nur noch Braun zurück. Für unsere Familie ist klar: Entweder lässt der Pharao die Hebräer gehen oder wir selber wandern aus. Und glauben Sie mir: Viele denken gleich wie ich.» Aber der Pharao scheint auf eine Auswanderungswelle gut vorbereitet zu sein: «Wer gehen will, wird von meinen Bogenschützen augenblicklich erschossen. Ich finde, das ist fair.»

«Insekten haben viel Eiweiss»

Ein Biologe vom Forschungszentrum in Luxor meint: «Wir könnten den Spiess auch einfach umdrehen: Die Heuschrecken fressen unsere Nahrung - und wir essen einfach die Heuschrecken. Die haben viel Eiweiss; das ist gesund.» Nur hat das Ganze einen Haken: Die Heuschrecken vermehren sich schneller als wir sie essen können.

Ein Mathematiker hat ausgerechnet: «Wenn jeder einzelne Ägypter pro Tag 1,6 Kilogramm Heuschrecken essen würde, könnten wir lediglich den Status Quo halten. Würden wir täglich 1,7 Kilogramm essen, könnten wir in etwa zehn Jahren den Konsum auf ein Kilogramm senken - pro Person und Tag.» Das Gewicht bezieht sich auf zubereitete Heuschrecken. Das heisst, Kopf und Beine müssen weg sein. Denn die Beine haben kleine Widerhaken, die innere Verletzungen verursachen könnten.

Dass Goschen, das Land der Hebräer, auch von der Heuschreckenplage nicht überrollt wurde, muss kaum mehr eigens erwähnt werden.

Durchbruch: Hebräer dürfen gehen

Pharao lenkt ein. «Die Hebräer dürfen gehen. Wenn nur die Heuschreckenplage aufhört!» Das ist ein entscheidender Durchbruch, ein Sieg der Vernunft. Allerdings kommt er reichlich spät. Wirtschaft und Moral der Leute sind tief im Keller und die Felder verwüstet. Es wird lange genug dauern, bis das heruntergekommene Land wieder aufgebaut ist.

BIBLE DAILY-EXKLUSIV

Brief von Papa Razzi

Durchbruch abgesagt. Hebräer müssen bleiben

Liebe Leser

Mutig, wenn auch inkognito, nahm ich ein erhebliches Risiko auf mich und schlich mich in den Palast zurück. Sie erinnern sich vielleicht, dass ich wegen eines regimekritischen Artikels gechasst wurde und sogar flüchten musste.

Nichts Böses ahnend, aber doch auf eine schreckliche Story hoffend, lauschte ich hinter meinem Lieblingsvorhang, was der Pharao seinen Beratern - alles Marionetten - so diktierte. «Sobald diese Heuschrecken weg sind, ziehen wir unsere Zusage zurück. Wir wurden mit Heuschrecken erpresst. Unser Versprechen gilt also nicht. Und auch wenn der Fall anders wäre, würde es keine Rolle spielen. Auch ICH bin ja schliesslich ein Gott, der Schrecken verbreiten kann, wenn auch keine Heu-Schrecken.»

Pharao ist nicht mehr tragbar. Werft ihn raus, sperrt ihn ein - was auch immer. Aber lasst ihn nicht mehr regieren. Und wählen Sie nie mehr einen Politiker, der Pharao heisst.

Herzlich,
Ihr Papa Razzi

1000 & 1 Nacht für Pharao

Pharao bezeichnet sich als «der Morgen und der Abend». Aber gegen die hebräische Nacht ging auch ihm kein Licht auf.

Es ist stockfinster. Darum ist dieser Artikel in Leuchtschrift geschrieben. Man sieht nichts mehr. Selbst die Feuer geben kein Licht ab. «Willkommen, Plage Nummer 9 - was immer Du bist» schrieben gestern, als es noch hell war, Demonstranten auf ein Transparent. Sie protestierten gegen die selbstzerfleischende Politik des Pharao. Der Schriftzug signalisiert aber auch noch etwas anderes: Die Ägypter haben längst resigniert und viele von ihnen ihr sämtliches Hab und Gut verloren.

Jetzt kennen wir die neunte Plage: Finsternis, totale Finsternis. Für manche ist es sogar angenehm. «So müssen wir wenigstens nicht mit ansehen, wie miserabel es uns geht», meint ein gebrochener Einwohner. «Viele von uns haben schon bei der dritten oder vierten Plage aufgegeben. Diese Politik des Stolzes hat uns alle zu Bettlern gemacht.»

Für einzelne hat aber auch dieser Terror eine positive Seite: So meint etwa der Ägypter Faul Pelz: «Das ist doch gediegen. Jetzt kann man so richtig ausschlafen. Dieser Gott wird mir langsam sympathisch ...» Künstler Ali Biba: «Diese Nacht hat etwas Inspirierendes. Ich spüre in dieser langen absoluten Dunkelheit den Drang, Geschichten zu schreiben. Vielleicht werde ich sie „Tausend und eine Nacht" nennen, weil es so lange dunkel ist.»

In Goschen waren die Sichtverhältnisse zwar auch eingeschränkt, aber die Menschen können dort wenigstens herumlaufen, ohne übereinander zu stolpern. Sie haben einige Tage frei, da die Arbeiten an den Pyramiden mangels Licht unterbrochen werden mussten.

Der Pharao und sein Zickzack-Kurs

Der Pharao verspricht: «Wenn diese Dunkelheit wieder weggenommen wird, dürfen die Hebräer ziehen. Endgültig.» Aber nur noch wenige glauben dem Pharao. Die Menschen fürchten bereits, dass etwas noch Schlimmeres kommt. Zuletzt hatten die Versprechungen des Regierungschefs eine Halbwertszeit von ein paar Minuten. Seine verbalen Dribbeleien sind zum Eigentor gewordenDie Geschichte ist nachzulesen in der Bibel unter 2. Mose, Kapitel 9 bis 10.
Datum: 02.08.2008
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Jesus.ch

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