Mehr Bodenhaftung

Leben mit Profil

Zoom
Das hätte ins Auge gehen können. Statt der nötigen vier Millimeter waren es nur noch knapp zwei, und das erst noch auf den Sommerreifen. Aber auch um die Winterpneus war es nicht besser bestellt. Kaum hatte ich sie aus der Garage geholt und wollte sie montieren, zeigen auch sie sich von der abgewetzten Seite. Doch was sollte ich machen? Vor ein paar Tagen war der erste Schnee gefallen. Also drauf mit den alten Sohlen.

Ehrlich gesagt, war ich ja selber schuld. Spätestens im Oktober weiss man eigentlich, dass bald der November kommt, und mit dem November oft der Winter. Wo hatte ich den Kopf? Hier eine Abmachung, dort ein wenig Ebay, zwischendurch ein paar Pflichten. Ein bisschen hin, ein bisschen her, und bald schon weihnachtet es sehr ...

Keine Billiglösungen mehr

Der Automechaniker gestern hat mich zurück in die Realität geholt. Das Fahrer-Gewissen hatte inzwischen gedrückt. Zwei Winter mit «Occasion-Pneus», das liegt offenbar doch nicht drin. So billig komm ich nicht weg. Am nächsten Wochenende eine grössere Fahrt mit der Tochter, nach Weihnachten mit allen Kindern einige Tage in die Ferien. Da wäre Sicherheit denn doch höher zu bewerten als Sparsamkeit.

Wie gesagt, der Automech hat’s bestätigt – auf seine Art mit soweit noch höflichen Worten ... Jetzt sind sie drauf, die neuen Reifen. Soll er kommen, der Winter. Was ich selber vorsorgen konnte, hab ich gemacht. Die Profiltiefe stimmt wieder. Für diesmal war nicht erst eine Rutschpartie auf Rädern nötig, um mir das zu beweisen.

Die sollten auch sonst nicht nötig sein, Ausrutscher mit Blechschaden oder mehr. Wo das Profil stimmt, hat man wenigstens seinen Teil zum Gelingen beigetragen. Und das gilt ja nicht nur fürs Autofahren. Mit welchem Profil fahre ich durchs Leben? Habe ich genug Bodenhaftung, wenn die Witterung umschlägt?

Mehr Bodenhaftung

Matsch unter den Rädern, keine rechte Haftung zwischen mir und dem Leben.

Einfach weiterfahren und beim nächsten Matsch eben ein bisschen vorsichtiger sein? Ja, kann ich machen: mir einmal mehr überlegen, was ich wem gegenüber rauslasse, oder eine nette Karte mit einer Entschuldigung schreiben. Nur ändert das nichts Grundlegendes. Meine Schwächen blieben grundsätzlich dieselben. Mein Automech hätte einen anderen Rat: Runter mit den abgefahrenen Reifen, und ein paar anständige montiert, welche mit rechtem Tiefgang, die weit über die nächste Bewährungsprobe hinaus halten. Kostet zwar etwas, aber wenn ich dafür mein Ziel erreiche, sollte der Preis nicht zu hoch sein. Oder ausserhalb vom Bild gesprochen: Es braucht eine neue Haltung und Bodenhaftung für mein Leben. Die bekomme ich bei Jesus.

Timeout im Meister-Betrieb

Das Auto lässt man ja auch vom Fachmann warten. Man vertraut es ihm an, setzt es für die kurze Zeit in der Werkstatt sozusagen ausser Betrieb und benutzt es danach mit einem umso besseren Gefühl weiter. Dieser Fachmann ist Jesus. Entsorgung von Altlasten ist bei ihm kein Problem. Dafür ist es da, hat er selber gesagt. Genau dafür ist er gestorben. Der Tod hat sich an ihm totgelaufen. Das jetzt ernstnehmen, sozusagen in diese Werkstatt fahren und ihn in einem Timeout ranlassen, dort hin, wo’s «ans Lebendige» geht.

Das heisst: Jene «Ausrutscher» nicht mehr schönreden oder nur aus eigener Kraft vermeiden wollen, sondern sie ihm als Schuld benennen. Das kann allein geschehen oder mit einem vertrauten christlichen Partner. Also nicht nur ein wenig runderneuern, umgummieren, sondern etwas Neues drauf; das Alte austauschen und anders weiter.

Will heissen: Ich erfahre in dieser Gebetswerkstatt von weit innen heraus, dass dieses alte Zeug tatsächlich weggeräumt, ausser Kraft gesetzt wird. In der Bibel nennt sich das Vergebung. Und dieses Neue, das nennt sich – Christsein. Der Preis dafür ist «nur» die kleine Überwindung, diesen Fachmann wirklich ranzulassen.

Gute Fahrt, auch bei Wind und Wetter!

Lesen Sie auch:
Nicht nur Blechschaden - Die Beule, die ich nicht vergessen konnte


Glaubensfragen & Lebenshilfe

Information

Anzeige