Bibel-Thriller

Alles auf eine Karte setzen

Wir hoffen auf das Gute im Menschen und rechnen damit, dass es sich durchsetzt. Und wenn jemand über Leichen geht? Extreme Situationen erfordern besondere Massnahmen. Das Ringen von Atalja und Jojada – ein biblischer Thriller.

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Vor dem Tempel in Jerusalem (Szene aus dem Film «Die Bibel – Jeremia»)
In ihrer Machtgier scheint Atalja zu allem fähig. Die Königstochter aus Samaria ist um 865 vor Christus nach Jerusalem gekommen, um hier den Kronprinz Joram zu heiraten. Sie hat Baal und andere fremde Götter mitgebracht, die ihre Mutter Isebel von Sidon importiert hatte. Ihr wahres Gesicht zeigt sie, als ein Jahr nach ihrem Mann Joram auch ihr Sohn Ahasja stirbt. Nun lässt Atalja alle Prinzen – auch Neffen und Enkel – umbringen, um selbst auf den Thron zu steigen! Ihre Tochter Joscheba schafft es allerdings, einen Enkel mit seiner Nanny in einer Bettenkammer zu verstecken. Joasch, noch ein Baby, entgeht dem Schwert.

Lange warten…

Ist gegen Atalja kein Kraut gewachsen? Jerusalem muss zusehen, wie sie rücksichtslos herrscht und den fremden Göttern huldigt. Aus der von David abstammenden Königsfamilie ist keiner da, der sie vom Thron verdrängen könnte – vorerst. 

Unter den wenigen, die von Joasch wissen, ist der alte Priester Jojada. Sechs Jahre wartet er. Im siebten Jahr bittet er die Kommandeure der königlichen Leibwache und der Tempelwache zu einem Treffen in den Tempel. Eine Sensation wartet auf sie: Der überlebende Prinz Joasch wird in ihre Mitte geführt. Jojada legt seinen Plan dar und verschwört sich mit ihnen: Sie sollen den Knaben bei der Wachablösung am nächsten Sabbattag zum König ausrufen.

…und dann zuschlagen

Der Sabbat ist da, ohne dass Atalja vom Komplott Wind bekommen hätte. Die Wächter postieren sich nach Plan. Jojada führt den Prinzen aus dem Versteck heraus, legt ihm das Diadem an, gibt ihm die Urkunde – und dann wird’s laut. Alle, Leibwächter und überraschte Tempelbesucher, klatschen und rufen: Es lebe der König!

Atalja hört den Lärm. Was ist los? Sie eilt zum Tempel. Da steht Joasch auf dem Podest, gekrönt, die Wächter an seiner Seite, während andere die Trompeten blasen. Die Herrscherin zerreisst ihre Kleider: Verrat! Verrrat! Sie weicht zurück, sucht Zuflucht in ihrem Haus. Dort wird sie getötet.

Gunst der Stunde

Jojada nutzt die Gunst der Stunde. Die Jerusalemer haben erkannt, dass mit Ataljas Gott Baal kein Staat zu machen ist. Der Baalstempel wird niedergerissen. Die Leute versprechen gemeinsam, wieder Jahwe, den Gott Davids, den Gott der Vorväter Abraham, Isaak und Jakob, in allen Lebensbereichen zu ehren. Jojada hat Joasch zuvor erklärt, was das bedeutet. Der König verpflichtet sich auch dazu. Damit ist der Staat in seiner früheren Verfassung wiederhergestellt, die bewährte Grundlage erneuert.

Jojada hat gewartet, bis Joasch den Thron beanspruchen konnte – sechs lange, bittere Jahre. Mit Umsicht hat er den Coup geplant und durchgeführt. Nun soll der Knabe herrschen. Jojada weist ihn ein und führt im hohen Alter die Politik des Kleinstaats Juda, bis der Monarch dazu imstande ist. Was er im Kampf auf Leben und Tod errungen hat, setzt er in eine Politik um, die dem Gemeinwohl dient.

Die Geschichte von Jojada und Atalja findet sich in der Bibel, 2. Chronik 22-24.

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Datum: 02.11.2012
Autor: Peter Schmid
Quelle: Jesus.ch

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