Ein Gangster wird Pastor

Er las 20 bis 30 Kapitel pro Tag

Richard Sifuentes ist am Ende – wegen versuchten Mordes soll er zum dritten Mal ins Gefängnis. Jetzt betet er erstmalig; Gott soll ihn retten. Als er doch verhaftet wird, ist die Enttäuschung gross…

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Richard Sifuentes (im schwarzen Shirt) zusammen mit ein paar Häftlingen (Bild: mnnonline.org)
Richard Sifuentes war auf der Flucht – er wollte irgendmöglich vermeiden, ein drittes Mal im Gefängnis zu landen und entkam der Polizei, die ihn wegen versuchten Mordes verhaften wollte. Voller Angst rief Richard seine Mutter an. Ihre Antwort war deutlich: «Der einzige, der dir helfen kann, ist Gott.»

Richard dachte zwar kaum, dass der Gott seiner Mutter ihm helfen könnte, aber er war am Ende seiner Weisheit angekommen. Nicht ein einziges Mal hatte er in seinem Leben gebetet. Doch an dem Tag fiel er auf die Knie und sagte: «Gott, wenn es dich gibt, dann hilf mir, mich zu ändern. Hol mich hier raus!» Dreissig Minuten später traten die Polizisten seine Tür ein, legten ihm Handschellen an und führten ihn ab. Vom Gefängnis aus rief er seine Mutter an: «Was für einen Gott hast du eigentlich? Ich bin im Knast, er hat mich nicht gerettet…» Doch seine Mutter war sich sicher, dass Gott ihn gerettet hatte – nämlich von seinem eigenen zerstörerischen Verhalten.

Verändert

Irgendwie hallten ihre Worte in ihm nach – obwohl oder gerade weil er zu elf Jahren Haft verurteilt wurde. In dieser Zeit begann er, die Bibel zu lesen und erlebte darin Gottes Liebe. Bald darauf schrieb er sich in ein christlichen Programm ein (Crossroads Prison Ministries), das Häftlinge mit Christen ausserhalb der Gefängnismauern durch eine Brieffreundschaft verbindet.

Eigentlich machte er das nur, um eine Ablenkung zu haben, aber während er die Bibel studierte und die Briefe seines Mentors las, wurde er nach und nach verändert. «Ich begann, 20 bis 30 Kapitel der Bibel pro Tag zu lesen und das veränderte mein Leben», sagt Richard Sifuentes heute im Rückblick.

Der Rückschlag

Doch dann, kurz vor seiner Freilassung, die erschütternde Nachricht: Seine Frau war gestorben – und er durfte nicht zu ihrer Beerdigung. Das wars; er wollte nichts mehr mit Gott zu tun haben und warf seine Bibel in den Mülleimer. Doch schon bald kramte er sie dort wieder heraus. Er konnte Gott und sein Wort nicht so einfach vergessen. Dann stolperte er über Jeremia, Kapitel 20, Vers 9: «Wenn ich mir aber vornehme: 'Ich will nicht mehr an Gott denken und nicht länger in seinem Namen reden', dann brennt dein Wort in meinem Herzen wie ein Feuer, ja, es glüht tief in mir. Ich habe versucht, es zurückzuhalten, aber ich kann es nicht!» Richard erzählt: «Ich merkte, dass Gottes Wort wie ein glühendes Feuer in meinem Herzen brannte, das man nicht einfach löschen kann.»

Evangelist

Sobald er frei war, machte er seinen Abschluss im Bibelstudium und ist heute als Evangelist in Gefängnissen unterwegs. Und natürlich motiviert er die Häftlinge, die er trifft, sich in dasselbe Brieffreundschaftsprogramm einzuschreiben. «Das hat mein Leben verändert. Ich war mein ganzes Leben lang ein Gangster und dann, ganz plötzlich, hat Gott mich vom Gangster in einen Pastor verwandelt – er nahm mein Chaos und machte es zu einer Botschaft.»

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Datum: 05.03.2020
Autor: Lyndsey Koh / Rebekka Schmidt
Quelle: MNN / Übersetzt und bearbeitet von Livenet

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