77 Tage auf Intensivstation

Jayoung Lee: «Mein Leben gehört nicht mehr mir»

Sie schaffte es noch rechtzeitig, ihr zweites Kind in einer Berliner Klinik zur Welt zur bringen, dann wurde der Gesundheitszustand der 38-jährigen Jayoung Lee immer schlimmer. 77 Tage verbrachte sie auf der Intensivstation. Dass sie lebt, ist für sie ein riesiges Wunder.

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Jayoung Lee vereint mit ihrem neugeborenen Kind in dem Armen (Bild: Christian Today)
Zum Ende der Schwangerschaft ihres zweiten Sohnes hatte Jayoung Lee plötzlich Covid-19-Symptome. Trotzdem kam am 9. März ihr gesundes Kind zur Welt, von dem sie aber sofort getrennt wurde, um eine Infektion zu vermeiden. Doch dann ging es rapide bergab mit Jayoungs Gesundheit. Ihrem Ehemann sagten die Ärzte, er müsse sich auf das Schlimmste vorbereiten, als ihre Lungen kollabierten. Am 18. März kam die 38-Jährige auf die Intensivstation und wurde ins künstliche Koma versetzt.

Einen Monat im Koma

Trotz allem wurde es nicht besser und sie wurde in die Charité-Universitätsklinik Berlin verlegt. Hier wurde sie an eine Maschine gehängt, welche die Atemfunktion des Patienten vollständig übernimmt, ausserhalb vom Körper (ECMO). Auf diese Weise sollten sich ihr Herz und ihre Lunge etwas erholen können.

Die Mitglieder ihrer christlichen Gemeinde waren Tag und Nacht am Beten und Fasten für ihre Gesundheit. Am 14. April wurde sie aus dem Koma geholt, war aber zu schwach zum Atmen oder Sprechen. Erst einen Monat später, am 12. Mai, konnte sie von der ECMO abgehängt werden und musste nach und nach lernen, selbstständig zu atmen. Am 22. Mai, nach 75 Tagen, durfte sie zum ersten Mal ihren neugeborenen Sohn in den Armen halten.

Das Wunder der Station

Für die Ärzte und das Pflegepersonal des Krankenhauses ist sie «der Star der Station», ein «Wunder». «Ich bin so dankbar für das medizinische Personal der Charité-Klinik, die sich in grösster Fürsorge und Liebe um mich gekümmert haben», erklärte Jayoung Lee kürzlich. «Ich sagte den Ärzten, dass meine Freunde für meine Genesung beten und auch für die behandelnden Ärzte und sie bezeugten, dass die Gebete erfolgreich waren.»

Zu Dank verpflichtet

Heute fühlt sie sich wie ein neuer Mensch. Zwar ist sie noch nicht wieder vollständig hergestellt und muss wohl noch einige Zeit in einer Reha-Klinik verbringen. Doch sie fühlt sich wie neugeboren. «Ich habe das Gefühl, dass ich in einem dunklen, tiefen Tal war, aus dem ich endlich durch Gottes Kraft und durch eure Gebete herausgekommen bin», schrieb sie an die Mitglieder ihrer Gemeinde. «Einfach atmen zu können – ich habe nie gewusst, wie dankbar ich allein dafür sein sollte. Jetzt fühle ich mich zu Dank verpflichtet und ich habe eine zweite Chance im Leben erhalten. Mein Leben gehört nicht mehr mir, es gehört jetzt Christus.»

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Datum: 19.06.2020
Autor: Jennifer Lee / Rebekka Schmidt
Quelle: Christian Today / Übersetzt und bearbeitet von Jesus.ch

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