«Black Hawk»-Überlebender

«Jesus ist der einzige, der die Welt verändern kann»

Es waren nicht die tausenden Schergen knechtender Warlords, die seinen Hummer jagten, oder der Feuersturm der Kugeln und der RPGs (Panzerabwehr-Granate), welche Jeff Struecker aufwühlten, – sondern die anderen Rangers und die Frage: «Was geschieht nach dem Tod?»

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Das Fiasko, das 1993 in Mogadischu geschah, wurde später im erschütternden Kino-Film «Black Hawk Down» in den Leinwänden rund um den Globus dargestellt. Jeff Struecker überlebte den Ansturm der Feinde und die fast unmögliche Flucht aus der Stadt Mogadischu.

Näher gegangen sei ihm aber, dass ein Kollege nach dem anderen zu ihm kam und mit ihm über den Tod und das Leben danach sprechen wollte. «Das veränderte mein Leben für immer», sagt Struecker. «Es war nicht das Blut und die Kugeln die mich aufrüttelten, sondern die stärksten Krieger des Planeten, die Tränen in den Augen hatten. Sie fragten mich: 'Jeff, was geschieht mit meinem besten Freund, der letzte Nacht gestorben ist? Jeff, was geschieht mit mir, wenn ich morgen in einem Heli oder Hummer bin und es nicht überlebe?'»

«Wir wollen das auch»

Fast alle erkannten nämlich: «'Jeff, mit dir war letzte Nacht etwas anders und ich will wissen, was das ist.' In den nächsten 24 Stunden standen die Jungs Schlange und stellten Fragen über Jesus Christus, weil sie sahen, welchen Unterschied er macht, wenn auf einen geschossen wird und die Kugeln fliegen.»

All diese Ratschläge, die Struecker nun gab, veränderten seine Laufbahn. Er sah die Chance, andere Menschen zu berühren. Mittlerweile wirkt er als Geistlicher in der «82. Airborne Division», ein Posten, den er seit mehr als zehn Jahren innehat.

Stadt unter Feuer

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Jeff Struecker

1992 wurde Somalia von sieben Warlords regiert, das Volk hungerte. 24 Pakistaner wurden ermordet, während sie Nahrungsmittel verteilten. Die US-Amerikaner rückten 1993 aufgrund einer UN-Resolution aus. Nach dem Absturz zweier Hubschrauber führte Struecker eine Hummer-Kolonne zur Rettung an. Auf dem Rückweg fuhr er auf den geschundenen Strassen nur mit rund 30 km/h zurück zur Basis, um einen zuvor von ihm geretteten aber verletzten Soldaten auf dem Weg nicht noch in schwerere Umstände zu bringen.

«Die ganze Stadt bebte unter dem Feuer der Maschinengewehre. Wir wurden aus hundert verschiedenen Richtungen beschossen. Von Dächern herunter, aus Haustüren und Fenstern, von überall. Raketengranaten wurden abgefeuert und Kalaschnikows aus nächster Nähe.»

Fahrzeug blutrot gefärbt

Sein Kamerad, der das automatische Gewehr des Hummer bediente, wurde erschossen. «Als ich über die Schulter schaute, war das Fahrzeug rot vom Blut von Dominick Pilla», erinnert sich Jeff Struecker. «Ich ging davon aus, dass ich in den nächsten Momenten ebenfalls sterben würde. Doch mir war gleichzeitig bewusst, dass ich verantwortlich für den Konvoi war und mich unter Kontrolle halten musste, um meine Männer herauszubringen.» Der Tross schaffte es schliesslich aus der belagerten Stadt zurück in die Basis.

«Ich lehnte mich über die Haube des Hummer, komplett aufgebraucht und sagte: 'Gott, ich kann nicht glauben, dass ich das überlebt habe. Ich kann nicht glauben, dass das überhaupt jemand überlebt hat. Da waren tausende Bewaffnete und wird sind hindurchgefahren'.»

Jede Körperfaser sagte: «Nein!»

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Doch nach kurzer Zeit kam der Zugführer und erklärte, dass ein anderer Black-Hawk-Helikopter abgeschossen worden war und Hummer benötigt werden, um sie zu retten. Bevor Struecker die nächste Crew in seinen Wagen übernehmen sollte, musste er das Blut wegwischen, um die nächsten Fahrer nicht zu erschrecken.

Angstattacken überkamen ihn. «Ich war mir völlig sicher, dass ich nun auf dem Weg in den Tod war. Jede Faser meines Körper sagte: 'Nein, Jeff, tu das nicht! Das ist verrückt! Das ist Selbstmord! Du bringst dich selbst um, wenn du da zurückgehst.'»

Und nicht nur das. «Als Leiter dachte ich, dass ich nicht nur mich selbst umbringen würde, sondern alle meine Männer dazu. Da würden morgen Vormittag zehn weitere Leichensäcke liegen, wenn ich zurückgehe.»

«Dein Wille geschehe»

Doch dann erinnerte er sich daran, dass er ein Ranger war. Und ihr Leitsatz war, nie einen gefallenen Kameraden in den Händen der Feinde zu lassen. Struecker betete: «Gott, ich bin jetzt in grossen Schwierigkeiten und ich brauche deine Hilfe, ich bin sicher, dass ich in dieser Nacht sterben werde.» Und er erinnerte sich an die Worte von Jesus im Garten Gethsemane: «Nicht mein Wille, sondern deiner geschehe!»

«Jesus ist der perfekte, sündlose Sohn von Gott, der in die Hände des Feindes lief, der sein Leben gab, damit deine und meine Sünde ein für allemal getilgt ist», sagt Struecker heute. «In meinem Hummer betete ich, dass nicht mein Wille geschehe, sondern seiner. Von da an war meine Furcht weg, ich hatte keine Angst mehr, was in der Nacht geschehen würde.»

Seele bei Gott, bevor der Körper fällt

Er hatte nicht die Sicherheit, dass er überleben würde, doch er spürte, dass wenn er sterben würde, seine Seele bei Gott sein würde, noch bevor sein Körper zu Boden gefallen wäre. «Ich realisierte, dass ich entweder bei meiner Familie in Georgia sein würde oder bei meinem göttlichen Vater. In beiden Fällen hätte ich nicht verlieren können, dank dem, was Jesus Christus für mich getan hat. Das gab mir die Kraft, in diese Strassen zurückzugehen.»

Struecker fuhr zurück in das Auge des Sturms, wo brennende Reifen auf der Strasse lagen, überall Hinterhalte warteten und wo Massen von Militanten versuchten, die eingekesselten Soldaten zu überrennen. Verschiedentlich fielen Schüsse und eine Panzerabwehr-Granate krachte auf die Haube seines Hummer, wurde durch diese abgelenkt und explodierte an der nächsten Hauswand. Wie durch ein Wunder wurde keines der Fahrzeuge zerstört. Struecker fuhr unversehrt hinein und wieder heraus.

«Früher dachte ich, die Welt könne durch militärische Kraft und nationale Stärke verbessert werden. Doch etwas verstand ich in Mogadischu, Somalia: Da ist nur eine grosse Kraft, die stark genug ist, die Welt zu verändern, es ist der Heilige Geist des lebendigen Gottes, durch seinen Sohn Jesus Christus.»

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Datum: 04.01.2016
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet.ch/Assist News

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