Palästinensischer Araber Ayman

Vom Judenhasser zum Judenfreund

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Ayman Srour (Bild: Godreports)
Ayman Srour machte es nichts aus, wenn unschuldige Juden getötet wurden. Jüdische Soldaten hatten seinen Grossvater als Vergeltung für einen jüdischen Soldaten, der 1948 in Eilabun getötet wurde, umgebracht. Aber dann fand er einen Weg, der Spirale des Hasses zu entfliehen.

«Als die israelischen Busse explodierten, jubelte ich: 'Heil, Hamas!' und 'Ein Hoch auf die Fatah!' Ich sagte immer: 'Ihr seid die Wahrheit, ihr seid die Starken, die meine Ehre verteidigen!' Ich wurde ein junger Mann, dessen Herz mit Hass erfüllt war.»

Heute freut sich Ayman Srour nicht mehr über solche Gräueltaten, weil er anfing, an seine Schwester, die in Haifa lebt, zu denken. Dies nach einem Terroranschlag in Israels drittgrösster Stadt, bei dem viele orthodoxe Juden getötet wurden. Was wäre, wenn seine Schwester in der Nähe dieser Explosion gewesen und getötet worden wäre? Würde er dann auch feiern?

Eine nagende Frage

Er begann, sich weitere Fragen zu stellen: Sollten die «Unschuldigen» zusammen mit den «Schuldigen» sterben? Die Frage begann ihn mehr und mehr zu verunsichern und rüttelte immer stärker an seinem politischen Weltbild

Seine Reise vom Judenhasser zum Judenfreund ist eine Geschichte der Hoffnung für den von Unruhen geplagten Nahen Osten. Die Geschichte begann in Eilabun, einer winzigen arabischen Stadt auf israelischem Gebiet, rund 15 Kilometer westlich vom See Genezareth. Die Araber dort sind Christen, keine Muslime, aber dennoch war für ihn der muslimisch-jüdische Konflikt in der Umgebung ein Dauerthema.

Umbruch in der Region

Israel wurde gebildet, nachdem die Welt die Schrecken des Nazi-Holocausts gesehen hatte. Die neu gegründete UNO stimmte dafür, offiziell ein Heimatland für die Juden anzuerkennen. Palästina stand als Teil des Britischen Empires unter Kolonialherrschaft. Aber nach dem Zweiten Weltkrieg erforderte die Weltlage, ehemaligen Kolonien die Unabhängigkeit zu gewähren, und die Gerichtsbarkeit in Israel wurde dem jüdischen Volk zugesprochen.

Übergriff von arabischer Armee

Die Palästinenser waren empört, ebenso wie die muslimische arabische Welt, die ihre Kräfte sammelte und Armeen aufstellte, um Israel von der Landkarte zu tilgen. Im Jahr 1948 zogen gemeinsame arabisch-muslimische Armeen auf, um die von der UNO beschlossene Gründung des jüdischen Staates Israel möglichst zu bekämpfen. Der libanesische, arabische Nationalist Fausi al-Kawukdschi besetzte mit seiner Arabischen Befreiungsarmee Eilabun. Seine Truppen töteten zwei israelische Soldaten. Der Kopf eines der Soldaten wurde in der Stadt als Fussball verwendet.

Die Barbarei sollte die Verachtung für die verhassten «israelischen Besatzer» zum Ausdruck bringen. Sie erzürnte die israelischen Soldaten, die kurz darauf die Stadt einnahmen.

Düstere Erinnerungen

«Die Leute, die dem jüdischen Soldaten den Kopf abschlugen, waren nicht aus Eilabun. Sie waren die sogenannte Befreiungsarmee, die aus arabischen Ländern kam, um Palästina vor dem sogenannten jüdischen Feind zu retten», erinnert sich Ayman Srour.

«Die Dorfbewohner betrauerten den Tod des Mannes.» Die Menschen in Eliabun seien friedfertig. «Sie folgten den grundlegenden menschlichen Prinzipien: Liebe deinen Nächsten, respektiere ihn, verachte den anderen nicht.»

Israels Soldaten, welche die arabischen Armeen an allen Fronten abwehren konnten, kamen nach Eilabun, um ihre gefallenen Kameraden zu rächen. Einer dieser Männer, die dabei ums Leben kamen, war Aymans Grossvater. Das war der Auslöser für den Judenhass bei Ayman. «Mein Herz war voller Wut.»

Erstickender Hass ...

Als Kind nahm Ayman Srour Jesus in sein Herz auf, als er den «Jesus-Film» von «Campus für Christus» sah. Aber sein kindlicher Enthusiasmus für eine echte Beziehung zu Jesus wurde durch den Hass erstickt, der in seinem Herzen wegen des Verlustes seines Grossvaters wuchs. Ayman begann, politische Bücher zu lesen, die den Hass gegen Israel förderten.

Da sein Grossvater zu Unrecht getötet wurde, machte es ihm nichts aus, wenn Juden zu Unrecht getötet wurden. Jeder Rest eines authentischen christlichen Glaubens wurde von seiner Feindseligkeit verschluckt. So kam es, dass Ayman nur noch von der Geburt her auf dem Papier ein Christ war. Doch der Hass brodelte in ihm.

... aufkeimende Freude

Der entscheidende Wendepunkt kam, als er die Chance bekam, in Italien eine höhere Ausbildung zu absolvieren. Er hatte eine Zeit lang gegrübelt: Wie würde er sich fühlen, wenn seine Schwester als Unbeteiligte im allgemeinen arabisch-jüdischen Konflikt getötet würde?

Als er nach Italien kam, gab ihm jemand ein Traktat über die Endzeit in die Hand und er wurde in eine evangelische Kirche eingeladen. Ayman beschloss, die Politik beiseite zu legen und Gott zu suchen. Er sagte nicht, dass er Palästinenser sei. Er sagte einfach, er sei aus Israel. Er war überrascht, dass er mit offenen Armen empfangen wurde.

«Ich spürte dort die Gegenwart Gottes! Die Leute lehrten mich die Wahrheit in Liebe. Sie haben mir nichts aufgezwungen. Sie drückten einfach Liebe aus.»

Bitterkeit verlässt sein Herz

Langsam wurden die Schichten der Bitterkeit und Unversöhnlichkeit durch viele Predigten und viel Bibelstudium weggeschält. Die unverfälschten Worte Jesu fanden neue Klarheit in seinem Geist.

Als er sein Leben Jesus als Herrn und Erlöser neu widmete und zu wachsen begann, erkannte er, dass Judenhass nicht akzeptabel war. «Mein Hass auf die Juden war nicht rational», sagt Ayman. «Es war die Hand des Teufels, die im Geheimen wirkte. Er verblendete mein Herz und meine Gedanken.»

Er erkannte: «Die Bibel ist Licht. Sie hat mir die Augen des Herzens geöffnet und den Groll und den Hass auf das jüdische Volk beseitigt. Warum sollte ich mit Bösem auf Böses antworten? Wie die Bibel sagt: 'Liebe deinen Feind und segne die, die dir fluchen. Tut Gutes denen, die euch hassen, und betet für die, die euch verfolgen.'»

Frieden ist kein Verrat

Es war keine Kleinigkeit, seine Liebe zu Israel zu erklären, denn für manche wird dies als Verrat gewertet. «Aber Jesus verwandelt Menschen und überwindet politische Konflikte», sagte sich Ayman. Er hielt daran fest, dass Jesus die beste Hoffnung für den Frieden im Nahen Osten und in der ganzen Welt ist. «Ich fragte mich: 'Bin ich ein Christ, ein Gläubiger? Oder ein Nationalist, der den Konflikt und meinen persönlichen Nationalismus unterstützt?» So entschied er sich, den Weg als Judenfreund weiterzuverfolgen.

«Heute bin ich ein Diener von Jesus Christus. Heute erkläre ich meine Liebe für das jüdische Volk. Und warum? Weil Gott Liebe ist. Er regiert in meinem Herzen und in meinen Gedanken. Das Alte ist vergangen.»

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Datum: 06.04.2021
Autor: Genesis Mendez / Michael Ashcraft / Daniel Gerber
Quelle: Godreports / Übersetzung: Livenet.ch

Kommentare

Sehr gut, dass Ayman Srour seinen Hass überwinden konnte und nun seine früheren Feinde lieben kann. Es wäre auch gut und nötig, dass 'Israel(i)' endlich die Gräueltaten und Ungerechtigkeiten (jüdischer Rassismus) einsehen und bereuen würden, die seit dem Aufkommen des zionistischen Siedlertum begangen wurden. Dies wäre der erste Schritt zu einem echten Frieden. Doch leider werden Fakten der Geschichte unterdrückt und Juden, die sie benennen, als selbsthassende Juden verunglimpft (z.B. Ilan Pappe, Norman Finkelstein). Und die systematische Ungerechtigkeit gegenüber der palästinensichen Bevölkerung wird weiter vorangetrieben, leider mit Unterstützung vieler gutgläubiger Christen.

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