Gott - das ist mein Leben

Wie ein "Krawattenkünstler" Christ wurde

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Wenn Markus Karl Losse sich morgens eine Krawatte um den Hals bindet, wählt er eine aus seiner eigenen Kollektion. Seit sechs Jahren arbeitet der 35-jährige als Krawattenkünstler. In seinem Atelier in Kerpen in der Nähe von Köln kreiert und produziert er seine Modelle. Über 30 Schlipse umfasst seine Auswahl inzwischen. Bundesweit bekannt wurde er vor allem durch seine Städtekrawatten, auf die er Stadtpläne von verschiedenen deutschen Grossstädten druckt. Auf Umwegen hat Losse es seiner Berufswahl zu verdanken, dass er Christ geworden ist.
Angefangen hat alles während eines Urlaubs. Auf einer Kreuzfahrt 1991 besucht Losse einen Seidenmalkurs. Wieder zurück in Deutschland, schneidert er zusammen mit seiner Mutter die ersten Krawatten-Musterexemplare. Als Versicherungstrainer ist er viel unterwegs und muss häufig vor Menschen sprechen. Dabei erregen seine Binder immer Aufmerksamkeit. "Manchmal hatte ich den Eindruck, die Seminarteilnehmer interessierten sich mehr für meine Krawatten als für das, was ich ihnen zu erzählen habe", erinnert er sich. Sein Hobby nimmt einen immer grösseren Raum ein. Einmal kommt ein Seminarteilnehmer auf ihn zu und meint, eines Tages müsse er sich wohl zwischen Beruf und Krawattenmachen entscheiden.

Gottvertrauen - ohne Gott

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Markus Karl Losse
Im Januar 1995 trifft er dann die Entscheidung, seine sichere Stelle bei der Versicherung aufzugeben und künftig als Krawattenkünstler zu arbeiten. "Wenn das mein Weg ist und es einen Gott gibt, dann wird er mir auch helfen, diesen Weg zu gehen", sagt sich der als Katholik Aufgewachsene. Ansonsten hat er mit Gott nichts am Hut. Eines Tages im Jahr 1996 geschieht es: Auf dem Weg zu einem Kunden trifft Losse zufällig seinen alten Schulfreund Frank. Während des Gesprächs erzählt Frank ihm von seinem Glauben: "Gott - das ist mein Leben." Der Satz schlägt bei Losse ein wie eine Bombe. Ausgerechnet dieser Frank, der früher nur Blödsinn im Kopf hatte, glaubt jetzt an Gott! Der Krawattenkünstler bittet um ein weiteres Treffen, lässt sich in die Freie Evangelische Gemeinde in Köln-Lindenthal einladen. Die Freundlichkeit der Leute weckt in ihm Skepsis. Er verschafft sich Informationen, ob er in eine Sekte geraten ist. Als er merkt, dass die familiäre Atmosphäre in der Gemeinde ehrlich ist, fasst er Vertrauen, besucht einen Hauskreis - und wird Christ.

Wegen Missionierung: Ehefrau zieht aus

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Eine lebhafte Zeit beginnt. In seinem missionarischen Eifer versucht er, seine Frau Elke von seinem neugewonnenen Glauben zu überzeugen. Das Ergebnis: Sie fühlt sich von seinen Missionierungsversuchen überrumpelt und zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus. Losse ist völlig am Boden, kann nur noch zusammen mit einem Freund beten. "Ich musste lernen, dass nicht ich die Menschen bekehren kann - das kann letztlich nur Gott." Diese Einstellung verändert nicht nur ihn, sondern auch seine Frau. Ein halbes Jahr später ziehen sie wieder zusammen. Inzwischen glaubt auch Elke Losse an Jesus Christus. Heute setzt der Krawattenexperte seine Kunst auch für gute Zwecke ein. Ein Missionar brachte ihn auf die Idee, eine Brasilien-Krawatte zum Thema Strassenkinder zu machen. Kinder aus Deutschland und São Paulo malten dafür ihre Hoffnungen und Wünsche auf Papier. Die besten Bilder werden nun auf einer Krawatte sowie einem Seidenschal veröffentlicht. Der gesamte Verkaufserlös fliesst an eine Kindereinrichtung in São Paulo zurück. Der christliche Krawattenkünstler weiss, dass er mit diesem Projekt einem "Fingerzeig Gottes" gefolgt ist.

Webseite: www.krawattenkunst.de

Autor: Iris Völlnagel

Datum: 27.07.2002
Quelle: idea Deutschland

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