Vom Neonazi zum Prediger

Er wusste plötzlich, dass Gott ihn liebt

Schon als Teenager rutscht der Österreicher Philipp Schmerold in die rechtsradikale Szene. Schlägereien, Alkohol und Hass bestimmen sein Leben. Angst hat er vor nichts. Bis ihm das Gefängnis droht. Als er aus der Gang aussteigt, macht sein Leben plötzlich keinen Sinn mehr.

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Philipp Schmerold reist heute durch die ganze Welt, um Menschen von Gottes Liebe zu erzählen.
Philipp Schmerold wächst in Österreich auf. Geschrei und Schläge erlebt er häufiger als liebevolles Miteinander. Sein grosser Traum, Profi-Fussballer zu werden, wird von den Eltern nicht unterstützt. Schon früh beginnt er zu rebellieren. Dazu gehört auch das Hören von verbotener rechtsradikaler Musik. «Die CD war zerkratzt und funktionierte nicht besonders gut, aber ich hörte mir ganz einfach nur die Lieder an, die abspielbar waren. Es war mir nicht bewusst, dass ich diesen Samen in mein Herz säte.»

Das Leben für die Gang

Er wird immer gewaltbereiter und tritt schliesslich einer rechtsradikalen Gruppierung bei, die als terroristische Vereinigung angesehen wird und in einigen Ländern sogar verboten ist. Alkohol, Schlägereien, Hass gegenüber Juden und Andersdenken gehören nun zum Alltag. «Wir kämpften mit aller Stärke für das, was wir waren. Wir waren eine extrem rassistische Gruppierung, die für ihre Ideale und ihren Stolz in den Tod gehen würde. Ich fragte mich oft, wieso ich mit vergleichsweise lächerlichen Verletzungen davon kam? Eigentlich hätte ich schon hundertmal tot gewesen sein müssen...»

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Philipp war ein Gang-Mitglied einer rechtsradikalen Gruppierung
Mit 15 Jahren ist er sich sicher, dass er eh irgendwann im Gefängnis landen wird und hat so vor nichts Angst. «Mir war es irgendwie egal, was mal kommen würde. Ich habe einfach geglaubt, hey, ich gebe mein Leben für diese Sache; das ist, was ich bin.»

Elend, allein und vergessen

Doch hinter der harten, gewaltbereiten Fassade steht eine grosse Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit. Und als er eines Tages wirklich kurz davorsteht, im Gefängnis zu landen, als Freunde von ihm verhaftet werden und er sämtliche Konsequenzen seines bisherigen Lebens zu spüren bekommt, weiss er nicht mehr weiter.

Er steigt aus der Gang aus, ist aber weiterhin in Gewalt verstrickt. Gut geht es ihm immer noch nicht. «Ich fühlte mich elend, hoffnungslos, alleine und vergessen. Ich hatte viele Menschen in vielerlei Hinsicht verletzt, es war also nicht verwunderlich…» Drogen, Schlägereien, selbst Fussball trainieren machen für ihn keinen Sinn mehr.

«Jemand» im Zimmer

Eines Tages liegt er auf seinem Bett, hoffnungslos, in Gedanken versunken. «Mit einem Mal sagte ich einfach: 'Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann gib mir eine andere Richtung. Zeig mir einen anderen Weg!'» Er sehnt sich einfach nach Hilfe, von wo auch immer diese kommen mag. Mit einem Mal hat er das Gefühl, als ob jemand mit ihm im Zimmer ist. «Ich spürte die Gegenwart Gottes an meinem ganzen Körper und ich habe einfach nur ausgeschrien: 'Jesus, rette mich, Jesus, rette mich!' Auf einmal wusste ich glasklar: Jesus Christus liebt mich und hat für mich sein Leben hingegeben.» Alles, was er früher irgendwann mal über Gott gehört hatte, macht mit einem Mal Sinn. «Ich hatte plötzlich diese Offenbarung, dass Gott mich liebt – obwohl ich mich zu diesem Zeitpunkt selbst gehasst habe.»

Die nächsten Wochen hat er immer wieder besondere Erlebnisse mit Gott. «Und in dieser kommenden Zeit lernte ich wirklich, Gott zu lieben, ich hab mich so richtig verliebt in ihn und bin in eine tiefe Beziehung mit ihm hineingekommen.» Andere Freunde werden nach dem Ausstieg aus der Gruppierung verprügelt oder gar ermordet, doch Gott schützt ihn und Philipp weiss auch, dass er nie wieder in diese Szene zurückgehen möchte.

Vom Neonazi zum Prediger

Sein Erlebnis mit Gott möchte er auch gleich jedem weitererzählen. Er geht auf die Strasse und erzählt wildfremden Menschen von Jesus. «Ich habe häufig am Stadtplatz oder an Strassenecken gepredigt. Manche haben zugehört, andere nicht. Das war mir völlig egal zu diesem Zeitpunkt. Und ich habe einfach gewusst, dass Gott das möchte, und dass er mir auch die Kraft gibt, einfach zu erzählen, was er in meinem Leben gemacht hat.»

Mittlerweile hat Philipp Schmerold eine theologische Ausbildung absolviert und reist durch die ganze Welt, um Menschen von Gottes Liebe zu erzählen. «Ich möchte einfach verfügbar sein für Gott, und ich predige das Evangelium und diese Botschaft, dass Jesus für die Menschen gekommen ist und dass seine Kraft und seine Liebe verfügbar sind, um Menschen aus jeder Situation herauszuhelfen, weil er sie so sehr liebt.»

Hier erzählt Philipp Schmerold seine Geschichte, ein Beitrag von CBN Deutschland, Autor: Sabine & Vikram Bhandari:

 

Diese Geschichte wurde mit freundlicher Genehmigung von CBN Deutschland publiziert.

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Datum: 13.05.2019
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Jesus.ch / CBN Deutschland

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