Gott begegnet

Frieden statt Angst

Als Jugendlicher erlebt Arturo Castro Missbrauch durch Männer aus der Kirche. Für ihn ein Grund, sich von Gott abzuwenden. Erst Jahre später, in einer Lebenskrise, erinnert er sich an Gott. Und das rettet sein Leben.

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Arturo Castro
Schon als Kind war ich fasziniert von Musik. Jeden Sonntag freute ich mich auf den Gottesdienst, weil ich dort einen Schlagzeuger live sehen konnte. Als ich zwölf wurde, fing ich an für die Kirche zu jobben und durfte als Gegenleistung dort auf dem Schlagzeug üben.

Eigenartige Erfahrungen

Doch was ich hinter den Kirchenmauern erlebte, irritierte mich. Einige der Geistlichen kamen manchen Jungs verstörend nahe. Irgendwann passierte das auch mir. Mitten in einem Gottesdienst begrapschte mich einer der Männer. Völlig erschrocken sprang ich auf und wehrte mich mit meinen Fäusten, bis mich einer der Ordner zur Seite nahm und in das Büro des Pfarrers brachte. Dort wollte man mir kein Wort glauben, stellte mich als Lügner dar und bestrafte mich. Ich war so wütend wegen dieser Ungerechtigkeit, dass ich nie wieder eine Kirche betrat. Mit diesem Gott wollte ich nichts mehr zu tun haben.

Rock'n'Roll und Wut

Mit 15 Jahren lernte ich einen professionellen Musiker kennen, der mich unter seine Fittiche nahm. Er führte mich in die Musikszene New Yorks ein. Immer wieder bekam ich kleinere Jobs im Studio. Die Sache mit der Kirche war für mich abgehakt. Nur die Wut lebte tief in mir weiter.

Ich wurde Musiker und fühlte mich wie ein Rockstar. Alle glaubten, dass ich bald berühmt sein würde und die Mädels lagen mir reihenweise zu Füssen. Doch mein Durchbruch liess auf sich warten. Alle meine Freunde standen schon bei Plattenfirmen unter Vertrag, nur ich nicht. Der Frust in mir wuchs und nährte meine Aggression.

Ich heiratete meine Freundin, aber ich war kein guter Ehemann. Wann auch immer etwas nicht klappte, liess ich es an ihr aus. Als innerhalb von wenigen Jahren meine beiden Eltern und meine Grossmütter starben, verwandelte sich mein Schmerz und meine Wut in körperliche Gewalt gegen meine Frau. Manchmal verprügelte ich sie so heftig, dass sie nicht mehr zur Arbeit gehen konnte. Nach einer Fehlgeburt packte sie ihre Sachen und verliess mich.

Ich stürzte mich in meine Musik, in Partys und Affären. Doch das brachte keine Erfüllung. Trotz meines rauschenden Lebens fühlte ich mich einsam und trostlos. Nachts konnte ich nicht mehr schlafen. Irgendwann wollte ich mir das Leben nehmen.

Gott greift ein

Der kalte Lauf der Pistole lag an meiner Schläfe. Ich war bereit abzudrücken. Aber wie aus dem nichts hörte ich eine Stimme die sagte: «Arturo, ich liebe dich immer noch.» Wie nie zuvor wurde mir die Finsternis bewusst, die ich in mir trug. Ich wusste, dass der Tod diese nur schlimmer machen würde und dass ich mir selbst nicht mehr helfen konnte. Es war plötzlich so klar, dass nur Jesus mich retten kann. Und so schrie ich den Namen von Jesus, immer lauter! Nach und nach verwandelte sich meine Angst in einen tiefen Frieden. Ich spürte, dass Gott selbst da ist und die Dunkelheit wegen ihm weichen musste. So fiel ich auf meine Knie und bekannte Gott alle meine Fehler und meine Schuld. Und ich bat ihn, die Kontrolle in meinem Leben zu übernehmen.

Als Jugendlicher habe ich in der Kirche Eigenartiges erlebt. Aber das hat nichts mit dem zu tun, wie Gott ist. Menschen machen Fehler und verletzen. Aber Gott ist das Beste, was man erfahren kann.

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Datum: 02.04.2014
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch / cbn.com

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