Rachael Havupalo

Ich erlebte die Hölle auf Erden

Als Teenagerin wird Rachael Havupalo Opfer eines Sexualverbrechens. Sie zerbricht innerlich, fängt an, sich selbst zu verletzen und Drogen zu nehmen. Immer weiter geht es in ihrem Leben bergab, es scheint keine Hoffnung mehr zu geben. Doch dann findet sie neuen Mut in Jesus. Hier erzählt sie ihre Geschichte.

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Rachael Havupalo
Ich war 12 Jahre alt, als ich von zwei Jugendlichen in ein Haus gelockt und dort mehrfach vergewaltigt wurde. Das Schlimmste war, dass ich mich danach so schmutzig und besudelt fühlte. Als wäre mir all meine Unschuld genommen worden.

Ich war gebrochen - und mit mir mein Vertrauen auf andere. Die Täter wurden zwar gefasst und verurteilt, aber das half mir auch nicht. Der Schmerz in mir war so gross, dass ich nicht wusste, wohin damit. Mit 14 Jahren fing ich an zu ritzen und tauchte in die Gothic-Szene ein. Alle Gefühle in mir waren abgestorben. Was blieb, war die Sehnsucht nach dem Tod.

Mein kaputtes Leben

Ich fing an, Drogen zu nehmen und stürzte ziemlich ab. Ich wurde von irgendwem schwanger und bekam eine Tochter. Ein Jahr später heiratete ich und bekam noch einen Sohn. Doch die Ehe zerbrach und mein Ex erhielt das Sorgerecht für unser Kind. Völlig desillusioniert wendete ich mich härteren Drogen zu. Ich war so kaputt. Die Leere in mir war unbeschreiblich.

Immer weiter bergab

Als ich einmal bei Bekannten war, pumpten sie mich mit Heroin voll und missbrauchten mich drei Tage lang. Damit erlosch mein letzter Funken Hoffnung. Mein Leben war die Hölle und ich glaubte nicht mehr an ein Happy End. Ich war so verzweifelt, dass ich Gott anflehte, er möge mich sterben lassen.

Ich fing an, schlimmer als je zuvor, zu ritzen. Indem ich mir tief in die Haut schnitt, hoffte ich, meinen Schmerz und die unterdrückten Emotionen herauszulassen. Doch weder Drogen noch Ritzen konnten es mir leichter machen.

Wieder schrie ich zu Gott: «Gott, ich brauche ein Wunder! Ich brauche dich. Es gibt für mich keinen Ausweg mehr, ausser du hilfst mir. Es tut mir leid, dass ich immer gegen dich war und mich gegen dich aufgelehnt habe.»

Gott hört Gebet

Ein paar Tage später lernten meine Tochter und ich ein Ehepaar kennen. Sie erzählten uns von Jesus. Tief in mir wusste ich schon in diesem Augenblick, dass Gott gerade mein Gebet erhört hatte. Es gab Gott und er kümmerte sich um sich! Ich wusste, dass ich nichts anderes mehr brauche ausser Jesus. Dass er in mein Leben kommen muss. Noch am selben Tag gab ich Jesus mein Herz, alles, was davon übrig war.

Das war der Anfang von dem Wunder, das Gott in meinem Leben getan hat. Nach und nach fand ich Heilung und Freiheit in Jesus. Ich konnte mich von den Drogen lossagen, von Alkohol und all den unguten Dingen, in die ich verstrickt war. Es war ein Prozess.

Schliesslich lernte ich sogar, den Männern zu vergeben, die mich missbraucht hatten. Ich wusste, dass auch ich dringend Gottes Vergebung brauche. Deswegen war ich bereit, anderen zu vergeben.

Nach einem intensiven Monat mit Seelsorge und Gebet war ich so frei wie nie zuvor in meinem Leben. Ich war eine völlig andere Person. Ich konnte frei atmen. Ich konnte leben. Das war der Moment, an dem ich wusste, dass ich neu geworden bin – so wie es in der Bibel steht. 

Erst als ich Jesus kennengelernt habe, konnte ich anfangen zu leben. Seine Liebe hat alles verändert. Er erbarmt sich den kaputten, unmöglichen, hoffnungslosen Fällen und macht daraus etwas Wunderschönes.

Heute ist Rachael Havupalo verheiratet und lebt als Missionarin in Finnland. Die Liebe und die Freiheit, die sie in Jesus gefunden hat möchte sie anderen Menschen weitergeben.

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Datum: 05.12.2015
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch / cbn.com

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