Drogendealer wird gläubig

«Jesus hat mir einen Neuanfang geschenkt»

Jahre lang dealte Barry Washington mit Drogen, spritzte selbst Heroin und landete immer wieder im Gefängnis. Doch dann lernt er zwei Männer kennen, die ihm von Jesus erzählen – und der Teufelskreis wird durchbrochen.

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Barry Washington
Meine Mutter war eine Prostituierte. Zwei Tage nach meiner Geburt setzte sie mich aus, und bis heute habe ich sie nie wieder gesehen. Wenig später wurde ich von einer Familie adoptiert, die mich aufzog, als wäre ich ihr eigenes Kind. Und doch hatte ich mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen. In der Schule tat ich mich schwer. Ich schaffte es einfach nicht, lesen zu lernen. Und welche Chance hat jemand, der nicht lesen kann und in Pittsburgh aufwächst? Ich geriet auf die schiefe Bahn.

Ein falsches Vorbild und der Weg in die Misere

Mein Adoptivbruder war damals einer der grössten Drogendealer in Pittsburgh. Oft kaufte er mir neue Turnschuhe und andere tolle Dinge. Er fuhr teure Autos, er hatte Geld. Und ich wollte sein wie er.

In der neunten Klasse schmiss ich die Schule und fing an, Marihuana zu verkaufen. Wenig später wurden es auch härtere Drogen. Ein Freund von mir erzählte mir immer wieder von einer Droge, die er «Boy» nannte. Ich hatte keine Ahnung, was das sein sollte. Also schlug er vor, ein Päckchen davon zu besorgen. Es war nichts anderes als Heroin. Wir sahen anderen Fixern zu, wie sie das machten und spritzen es uns dann selbst.

Leben auf der schiefen Bahn

Ich war gut im Geschäft, ich nahm jeden Tag etwa 5000 Dollar ein. Trotzdem war ich total unglücklich. Mein Leben schien mir so sinnlos. Mehrmals war ich an dem Punkt, an dem ich mir überlegte, einfach eine Überdosis zu spritzen und meinem Leben ein Ende zu setzen. Aber irgendwie traute ich mich dann doch nie.

Fast 20 Jahre lang landete ich immer wieder im Gefängnis, kam wieder frei und wurde wieder festgenommen. Doch anstatt aus den Tagen im Knast zu lernen, fühlte ich mich immer mehr, als wäre ich unbesiegbar. Als könne mir niemand etwas anhaben, nicht einmal das Gesetz.

Als mein Vater starb, drehte ich komplett durch. Ich entführte andere Drogendealer und forderte Lösegeld für sie. Das klingt heute verrückt, aber so war ich damals.

Irgendwann liessen mich die anderen Drogendealer hochgehen und ich wurde wieder einmal festgenommen.

Zwei Dollar mit Folgen

An einem Morgen im Dezember kam ich wieder frei. Ich war hungrig, hatte Durst und latschte so die Strasse entlang ohne genau zu wissen, wohin. Als mir zwei Männer entgegen kamen, bettelte ich sie um etwas Geld für ein Frühstück an. Doch die beiden waren anders als normale Passanten. Sie zeigten Interesse an mir, unterhielten sich mit mir und schenkten mir dann zwei Dollar. Ausserdem luden sie mich zu einer Versammlung ihrer Kirche ein.

Mehr als ein Märchen

An diesem Abend ging ich tatsächlich in die Kirche. Als der Pastor darüber sprach, wer Jesus ist und dass er Leben rettet, war es, als würde Gott direkt zu mir sprechen. Ich wusste plötzlich ganz klar, dass es Gott wirklich gibt, und dass die Worte des Pastors alle wahr sind. Ich begriff, dass mein Leben leer war, weil ich Gott nicht hatte. Dann gab es einen Aufruf. Jeder, der Jesus als seinen Retter annehmen wollte, sollte seine Hand heben. Ich hob meine.

Gemäss meiner Gewohnheit versuchte ich auch in dieser Nacht, vor dem Schlafengehen high zu werden. Doch irgendwie gelang es mir nicht. Die Drogen hatten überhaupt keine Wirkung. Mir wurde bewusst, dass der Pastor wirklich recht gehabt hatte, als er aus der Bibel vorgelesen hatte: «Gehört jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Was vorher war ist vergangen, etwas Neues hat begonnen.» (2. Korinther, Kapitel 5, Vers 17)

Und so beschloss ich, ein neues Leben anzufangen. Ich ging auf eine Bibelschule und war wohl der einzige dort, der nicht lesen konnte. Doch ich schaffte meinen Abschluss und wurde selbst Pastor.

Glück weitergeben

Heute gehe ich zu den Menschen, die so sind wie ich einmal war. Ich möchte die Freiheit, das Leben und das Glück weitergeben, das ich durch Jesus erfahren habe. Wir arbeiten mit Obdachlosen und Drogenabhängigen, verschenken Kleidung, Essen und bieten Computerkurse und eine Bibelschule an.

Manchmal schaue ich mir meine Arme an, die immer noch voller Einstichnarben sind, und dann erinnere ich mich daran, dass ich selbst ganz schön tief im Morast sass. Aber im selben Moment weiss ich auch: Es ist vorbei! Jesus hat mich geheilt und frei gemacht. Ich bin ein völlig neuer Mensch geworden, und diese Chance, die Jesus jedem bietet, möchte ich niemandem vorenthalten.

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Datum: 14.08.2013
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: cbn.com

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