Punkerin findet Jesus

Bloggerin im Auftrag des Herrn

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Mandy alias Jesus Punk
Jesus kann man auch im Internet treffen. Diese Erfahrung machte Mandy, genannt «Jesus Punk». Nach einer harten Kindheit und drei Jahren als Jugendliche auf der  Strasse lernt sie Gott über das Internet kennen.

Inzwischen ist sie dort aktiv als Bloggerin unterwegs und hilft Menschen, die zu Hause vor dem Computer hocken und sonst nur schwer zu erreichen wären.

Mandy bloggt über ihren Glauben. Was sie mit Jesus erlebt, schildert sie ebenso offen wie persönliche Ängste und Fragen. Häufig findet sie genial einfache Bilder, die jeder sofort versteht.

«Big Daddy»

Kein Wunder, dass ihr Blog mit dem Namen «Gekreuz(siegt)» innerhalb von nur zwei Jahren Zugriffszahlen von über 700 Nutzern täglich erreicht hat. Sie schreibt von Gott als «Big Daddy» und vom Teufel als «alte Stinkebacke». Und immer hat man das Gefühl, dass hier eine Person ist, die weiss wovon sie redet: So ermutigend ist man vielleicht nur, wenn man das Leben selbst kennen gelernt hat, auch in seinen etwas dunkleren Ecken.

Internet-Missionarin

Voriges Jahr bekam «Jesus Punk» ganz offiziell den Titel «Internet-Missionarin» verliehen. Das christliche Weblog «Cafe in meiner Strasse» schrieb diesen Titel und ein damit verbundenen «Mini-Job» aus. Eine fünfköpfige Jury entschied sich für «Gekreuz(siegt)», und so begann für Mandy die Mission: Bloggen im Auftrag des Herrn. Mandy ist jedoch froh, wenn sich Leute dazu entschliessen können, durch Spenden ihre Arbeit zu unterstützen.

Ausserdem hat Mandy Flyer drucken lassen, die auf ihr evangelistisches Weblog aufmerksam machen. Vor allem Facebook hat sie viele neue Leser zu verdanken. Dort haben sich mittlerweile über 2.500 «Freunde» eingefunden.

Sie verschickt jeden Tag an ihre Blog-Leser «Seelenfutter», einen Newsletter mit Bibelvers und Bild. Ein Forum gibt es auf ebenso wie einen Chat, der immer und für jeden geöffnet ist.

Einfach und ehrlich

Mittlerweile dreht Mandy auch kurze Videos. Ebenso wie ihre Texte ohne viel Tamtam. Die Botschaften treffen ins Herz, vielleicht gerade weil sie so simpel und ehrlich sind.

In einem YouTube-Spot zeigt sie einen Löffel Öl. Dann Mehl, Butter, ein rohes Ei. Alles Dinge, die man einzeln nicht besonders gern runterschlucken möchte. «Einzelne Dinge im Leben sind oft ziemlich eklig, und wir haben gar keine Lust drauf. Aber am Ende stellt sich heraus, dass Gott auf diese Weise unser Leben wie einen leckeren Kuchen gebacken hat. Vieles erleben wir, damit wir zu den Menschen werden, die er haben möchte.»

Drogensucht überwunden

Mandy ist gebürtig aus Dresden. Mit 13 haute sie von zu Hause ab und lebte als Punk auf der Strasse. Alkohol und Drogen wie LSD, Speed und Koks waren ihr Alltag.

Aus der Freiheit ohne Eltern und Lehrer war ein Gefängnis der Sucht geworden. Das führte soweit, dass sie beschloss, sich mit einer Überdosis Heroin umzubringen. Auf einer öffentlichen Toilette rammte sie sich die Nadel in den Arm. Plötzlich wurde sie ganz ruhig und hörte Musik und eine Stimme, die ihr klarmachte, dass es jemanden gibt, der sie liebt und ihr vergibt. Sie merkte, dass das Heroin an ihrem Arm herunterlief, denn sie hatte die Vene nicht getroffen, sondern das Gift nur unter die Haut gespritzt. Sie ging in eine Drogentherapie und wurde frei von der Sucht.

Begegnung im Internet

Sie surfte im Internet herum. In einem Chat traf sie dann eine Frau, die ihr sagte: «Ich gehe mit Jesus.» Das machte sie völlig perplex. Von Jesus dachte sie bisher immer, er sei der Sohn von Adam und Eva. Religionsunterricht hatte sie nie besucht. Sie telefonierte hie und da mit ihr. Irgendwann betete Mandy mit dieser Frau und übergab ihr Leben noch am Telefon Jesus. Von da an wusste sie, dass sie geborgen ist bei «Big Daddy», und dass «gekreuzigt» eben auch «gesiegt» heisst.

Tumor im Gehirn

Vor fünf Jahren stellten Ärzte eine Zyste in Mandys Gehirn fest. Diese Zyste wuchs zu einem Tumor ran, der so gross wie ein Ei wurde. Da er sich an der Hauptschlagader befand, konnte sie nicht operiert werden.

Der Arzt diagnostizierte die Krankheit und gab Mandy noch sechs Monate. Eine Zeit voll Bangen und Beten folgte. Doch im Hauskreis kam ihr der Spruch in den Sinn: «Du wirst nicht sterben, sondern die Taten des Herrn verkündigen.» Dabei hatte sie diesen Vers noch nie vorher gehört. «Aber jemand zeigte mir, wo er in der Bibel steht, in Psalm 118, (Vers) 17.» Kurz darauf schenkte ihr ein Freund einen alten PC. «Wenn ich die Taten des Herrn verkündigen sollte, dann war der sicher nicht für Ballerspiele gedacht. Und da habe ich einen Blog aufgemacht.»

Doch geheilt

Vor etwa zwei Jahren stellten die Ärzte fest, dass sich der Tumor geteilt hatte und bestrahlt werden konnte. Der Tumor konnte beseitigt werden. Heute leidet sie noch unter den Folgen, etwa an einer leichten halbseitigen Lähmung oder an epileptischen Anfällen, sogar einen Schlaganfall hat sie hinter sich. Mandy weiss, was Leiden ist. Sie weiss aber auch, dass es Hoffnung auf Erlösung gibt. Beides hat sie selbst durchlebt.

Aus Erfahrung weiss sie: Übers Internet erreicht man sehr gut Menschen, die einsam sind und Trost suchen. Sie beschreibt dies als einen Kreislauf: «Wenn man wenig Freunde hat, geht man ins Internet. Und je mehr Zeit man dort verbringt, desto weniger Zeit ist man draussen. Auch die sozialen Netzwerke fangen viele auf. Das Internet bietet auf jeden Fall eine Möglichkeit, diese Menschen mit der Botschaft von Jesus zu erreichen.»

Mandy kennt ihre Grenzen

Mandy macht ihren Lesern klar: «Ich habe die Wahrheit nicht für mich gepachtet. Jeder Mensch ist anders, und jeder Ausweg ist verschieden. Wenn du missbraucht wurdest und noch heute darunter leidest, dann solltest du dir Hilfe bei einem Psychologen oder Seelsorger suchen. Mit ein paar Blog-Artikeln lesen ist es nicht getan!» Aber: «Big Daddy nutzt ganz oft auch unausgebildete und durchschnittliche Menschen dazu, die Welt zu verändern.»

Vor zwei Jahren heiratete sie. Nun will sie ihre bewegende Geschichte in einem Buch erzählen. Es soll im März 2012 unter dem Titel «Jesus Punk» im Ullstein-Verlag erscheinen.

Zum Thema:
Webseite der Bloggerin und Autorin Mandy


Quelle: Jesus.ch

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